Ich kann es mir nicht erklären, aber es scheint, als würden Jungs die Begeisterung für Waffen, Raketen und Kriegsgerät aller Art in die Wiege gelegt bekommen. Einfach automatisch bei Auslieferung mit voreingestellt. Eine Option, die man nicht abwählen kann.
Die Regeln, was selbst Spielzeugwaffen angeht, sind streng bei uns zuhause. Vielleicht zu streng. Aber die drei sollen sich bewusst sein, dass der Einsatz von Gewehren und Panzern, das Zielen mit Waffen auf andere Menschen eben kein Spiel ist. Und obwohl (oder vielleicht gerade weil) sie noch nicht einmal eigene Spielzeuggewehre (neudeutsch: Nerfs) ihr Eigen nennen dürfen, ist die Faszination für alles, was schießen kann, ungebrochen.
Und wie es der Zufall so will, bin ich bei meinem Recherchen nach interessanten Ausflugszielen in der Ukraine auf eine ehemalige Raketenbasis zwischen Kiew und Odessa gestoßen. Der Umweg war überschaubar, also auf zur ehemaligen Militärbasis in Pervomaisk (auf Deutsch ‚Erster-Mai‘).
Nun liegt der Ort ein wenig abseits der Hauptstraße, so dass wir leider die schön asphaltierte Autobahn verlassen mussten, aber was tut man nicht alles für die Herren in der Familie…


Was soll ich sagen… der Zwischenstopp war, was die Begeisterung der männlichen Familienmitglieder angeht, ein voller Erfolg. In Bezug auf die pädagogische Komponente waren damit wohl 13 Jahre Erziehungsarbeit und Prinzipienreiterei für die Katz, aber hey, was soll’s. Ich habe es zumindest versucht. 🙂


Gewehre, Granaten, Minen, Munition so weit das Auge reicht… und alles darf man anfassen!!! Der Wirklichkeit gewordene Jungentraum. Panzer, auf die man klettern darf, 20 Meter lange Raketen und die dazugehörigen Abschussrampen und dann alle diese Schalttafeln mit unzähligen Lämpchen und Knöpfen. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll.





Und schließlich das absolute Highlight. Ein über 30 Meter tiefer Bunker. Das Kontrollzentrum im Falle eines Angriffs – und die Jungs dürfen – nach dem Durchstreifen mehrerer unterirdischer Gänge und Schächte – mit dem Aufzug bis auf die vorletzte Etage nach unten fahren – 30 Meter in die Tiefe. 30 Grad an der Oberfläche; 13 Grad in der Tiefe des Bunkers. Alles ist noch wie vor 15 Jahren eingerichtet, als die Anlage außer Dienst gestellt wurde. Inklusive des obligatorischen roten Telefons und der zwei Schlüssel, die zeitgleich von zwei Personen gedreht werden müssen, um einen Abschuss auszulösen. Und wieder darf man alles ausprobieren. Die Jungs (und damit meine ich alle vier) sind mittlerweile weit über das hinaus, was man Begeisterung nennt.





Unnötig eigens zu erwähnen, dass die drei es sich nicht haben nehmen lassen, eine imaginäre Rakete abzufeuern. Eine große Anleitung brauchten sie dafür nicht – Männer sind diesbezüglich, wie eingangs erwähnt, offensichtlich Naturtalente.






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