

Als die Stadt Odessa zu wachsen begann, fehlte es vor allem an einem: Baumaterial. Im Umkreis von ca. 300km gab es keine nennenswerten Waldgebiete, um Holzhäuser bauen zu können und auch wenn es reichlich Lehmvorkommen gab – ohne Bäume konnte man kein Feuer machen, um die Lehmziegel zu brennen.
Die Menschen behalfen sich damit, den Sandstein in großen Blöcken aus dem Boden zu schneiden und diese Steine als Baumaterial zu verwenden. Aus diesen Abbauschächten unter der Stadt entstanden die ersten Katakomben von Odessa. In der folgenden Zeit wurden diese Gänge, Schächte und Höhlen stetig erweitert und für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt. Während der verschiedenen Kriege dienten sie als Versteck für die Partisanen und während der Zeit des kalten Krieges wurden Teile der Katakomben zu Bunkern ausgebaut. Insgesamt sollen die Gänge der Katakomben allein unter dem Stadtzentrum mehr als 200km lang sein und damit die längsten der Welt – länger als die unterirdischen Gänge in Paris oder Rom.





Vor ein paar Jahren wurden Teile der Katakomben als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Allerdings sollte man sich nicht ohne erfahrenen Führer hinunterwagen – angeblich verirren sich jedes Jahr zahlreiche Menschen in dem
unterirdischen Labyrinth.
Mittlerweile wurden große Teile der Katakomben soweit gesichert und teilweise auch ausgebaut, dass es sogar möglich ist, dort unten größere Feste und Hochzeiten zu feiern.



Abgesehen von der absoluten Dunkelheit, sobald die Lampen ausgeschaltet wurden und der hohen Luftfeuchtigkeit war es bei ca. 14 Grad während unserer zweistündigen Führung dort unten sehr angenehm und eine gute Abwechslung zu den 36 Grad an der Oberfläche. Zum Aufwärmen gab es für die Jungs zwischendurch heißen Tee. Und für Vova…. nun ja.. es ist die Ukraine und man hat ja einen Ruf zu verlieren 😀









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