
Was klingt wie eine Figur aus der Herr der Ringe Trilogie, ist in Wahrheit ein Teil des unbeschreiblich schönen Unesco Weltnaturerbes ‚Donaudelta‘ und war unser Ausflugsziel für heute.
Caraorman ist die Bezeichnung für den Landstreifen zwischen dem Sulina- und dem Sfântu-Gheorghe-Arm der Donau – zweien der drei Donauarme, die das Delta formen. Es ist außerdem der Name des kleinen Fischerdorfes, dass sich auf diesem Stückchen Land befindet. Und schließlich bezeichnet es noch den uralten subtropischen Eichenwald auf eben jenem Landstreifen.

Caraorman ist nur per Boot zu erreichen. Durch Zufall hatte ich bei der Reisevorbereitung einen Fischer aus Caraorman gefunden, der manchmal auch Touren für Touristen anbot. Caraorman ist streng geschützt und der Zugang ist nur mit besonderer Genehmigung und mit einem lokalen Führer erlaubt. Gut, dass wir Chris hatten. 🙂 Um 8 Uhr wurden wir von ihm abgeholt und fuhren zur Anlegestelle seines kleinen aber sehr schnellen Bootes. Dann ging es – nach einem kurzen Zwischenstopp an der Boottankstelle – Richtung Caraorman.


Ich glaube, es gibt nur wenige so großartige und atemberaubende Landschaften auf dieser Erde, wie die, die wir heute sehen durften. Es war einfach unbeschreiblich. Kilometerlange Schilfufer, Wälder und Grasflächen und die endlose Weite des Wassers. Und dazu eine so reiche und vielfältige Tierwelt, dass man gar nicht weiß, wohin man zuerst schauen soll. Darunter Vogelarten, von denen man noch nie gehört hat oder die man nur aus dem Zoo kennt.
Es lässt sich nicht wirklich beschreiben und auch die Fotos können den Zauber und den geradezu majestätischen Eindruck, den dieses Stück Natur bei einem hinterlässt, nur teilweise einfangen. Kommt und seht es euch selbst an!





Und dann, gerade als wir dachten, dass wir nun alles Sehenswerte gesehen hatten, erreichten wir Caraorman.
Caraorman ist im Grunde eine Sandbank. Dem hohen Grundwasserspiegel ist es zu verdanken, dass hier dennoch einiges an Flora gedeihen kann. Aber es gibt auch Abschnitte, die einer Wüste gleichkommen, mit meterhohen, wandernden Sanddünen.

Dann wieder Gebiete, die eher an eine Steppenlandschaft oder die afrikanische Savanne erinnern. Nur die Löwen fehlen.


Und schließlich… der Wald. Das Wort Caraorman ist türkischen Ursprungs und bedeutet ’schwarzer Wald‘, da der Wald so dicht bewachsen ist, dass er dunkel und undurchdringlich erscheint. Wir hatten mit dem Boot festgemacht und waren auf den Jeep umgestiegen. Nach einem kurzem Abstecher in die Sanddünen fuhren wir ein ganzes Stück in den Wald hinein, um unter anderem zur ‚knieenden Eiche‘ zu gelangen. Ein vierhundert Jahre alter, riesiger Baum umwachsen von Lianen in einem subtropischen Wald. Angesichts dieser imposanten Erscheinung waren sogar die Jungs plötzlich ganz leise und voller Bewunderung für die Natur um sie herum.



Auf dem Rückweg machten uns dann auch noch sowohl die wilden Pferde und Esel von Caraorman als auch eine Pelikankolonie die große Freude unseren Weg zu kreuzen.



Und dann… gab Chris Gas und das kleine Boot jagte über das Wasser und die Jungs vorn am Bug haben sich vor lauter Adrenalin überhaupt nicht mehr eingekriegt. „Go faster, Chris! Faster!!!“

Ich hatte mir die Gegend sehr schön vorgestellt und wollte hier auch unbedingt Station machen. Aber dass es so großartig sein würde, hatte ich nicht erwartet. Hier kommen wir nochmal hin!








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