So ein bisschen was vom Faust steckt ja irgendwie in uns allen. Jeder von uns trägt wohl eine gewisse Neugierde in sich und hat bestimmte Themen oder Wissensgebiete, die einen besonders interessieren und über die man so viel wie möglich erfahren und erlernen möchte. Im CERN geht es nun um das ganz Große im ganz Kleinen und um nicht viel weniger als darum zu verstehen, „was die Welt im Innersten zusammenhält.“


Ziel der Forschungen am CERN ist die Erforschung der kleinsten Elementarteilchen, um damit der Beantwortung der Frage, woraus das Universum besteht und welche Wechselwirkungen zwischen allen Teilchen darin bestehen und wie sie funktionieren, ein wenig näher zu kommen. Zentrales Element sind dabei riesige Teilchenbeschleuniger, in denen je nach Funktion des Gerätes und genauer Zielsetzung des jeweiligen Experimentes verschiedene Teilchen bis auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und anschließend zur Kollision miteinander gebracht werden.

Verschiedene Detektoren messen dann die Ergebnisse dieser Kollisionen, um zu bestimmen, welche (ggf. neue, vorher unbekannte) Teilchen dabei entstanden sind. Allerdings geschieht dies nur in wenigen besonderen Fällen, so dass viele Tausende Kollisionen ausgelöst werden müssen, um belastbare Ergebnisse zu gewinnen. Sollten die Experimente erfolgreich sein, können due Ergebnisse helfen, Theorien zum Aufbau des Universums und der Funktionsweise der Teilchen aus denen es besteht, zu beweisen oder zu untermauern, wie dues beispielsweise mit der Entdeckung des Higgs-Bosons der Fall war.



Für die Hobbyphysiker, die das CERN jeden Tag besuchen, gibt es zwei Dauerausstellungen, in denen versucht wird, dem Laien diese sehr theoretische Thematik näher zu bringen und verständlich zu erklären. Es liegt meines Erachtens in der Natur der Sache, dass dies nicht hundertprozentig gelingen kann, vor allem wenn man bedenkt, dass viele der Untersuchungen im CERN kaum anschaulich zu beschreiben sind, da es sich stellenweise um reine mathematische Experimente handelt und wir uns, was die Größe der untersuchten Teile angeht, in Gebieten der Winzigkeit bewegen, die für den Durchschnittsmenschen ohne Doktortitel in Teilchenphysik, kaum zu erfassen sind.


Aber den Ausstellungen gelingt es, ein recht klares Verständnis dafür zu schaffen, was das Ziel der Untersuchungen im CERN ist, wie die Experimente in etwa ablaufen und wie die Ergebnisse gemessen und ausgewertet werden. Die Ausstellungen sind großartig gemacht – viele Animationen und Filme, Stationen an denen man selbst aktiv werden kann, ebenso wie gemütliche Sessel in denen einem über Lautsprecher Dinge erklärt werden. All das in futuristischem Design mit Licht- und 3D-Effekten. Wirklich klasse gemacht.




Und auch wenn man am Ende irgendwie noch nicht eindeutig erklären kann, was Quarks, Gluonen und Myonen sind, ist man um Einiges an Wissen und die Erkenntnis reicher, dass das hübsche, anschauliche und übersichtliche Atommodell aus der Schule doch nicht die ganze Wahrheit war und hat außerdem unter anderem noch gelernt, dass das CERN auf französischem und schweizerischem Gebiet liegt (der Tunnel der Teilchenbeschleuniger ist über 27km lang) und damit dort kein nationales Recht gilt und dass am CERN das world wide web entwickelt wurde.
Ingesamt ein wirklich interessanter und absolut empfehlenswerter Besuch in dieser Welt der winzigsten Teilchen.








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