Wie geplant haben wie heute einen reinen Bootfahrtag eingelegt. So haben wir für morgen nur noch 3 Schleusen und wenige Kilometer bis nach Homps vor uns, wo wir ein kleines bisschen länger Station machen wollen. Abwärtsschleusen geht übrigens um einiges schneller als Aufwärtsschleusen. Insgesamt erschien es mir auch einfacher, weil das Boot nicht so stark gegen das einströmende Wasser festgehalten werden muss.

Einziger Unterschied… der Matrose an Land muss rechtzeitig wieder auf das Boot steigen, bevor es zu weit gesunken ist, um es noch zu erreichen. Aber wenn man an der ersten Schleuse – nicht ohne ein gewisses Maß an Profi-Schleuser-Überheblichkeit – schließlich weiß man ja wie das geht, da muss einem keiner irgendwas erzählen, gut gemeinte Ratschläge geben oder als Schleusenwärter wild winken – diesen Zeitpunkt gekonnt verpasst hat und damit nach der Schleuse nochmal an den Kanalrand fahren muss, um das fehlende Familienmitglied einzusammeln, macht man diesen Fehler nicht noch einmal. 😉 Schließlich will man den anderen Touristen, die am Rand der Schleuse stehen und den Booten zuschauen, auch nicht allzu viel Anlass zur Schadenfreude geben.

Für ein paar Tage ist man mit so einem Bötchen ziemlich autark und nicht auf einen Hafen angewiesen. Und so haben wir am Abend irgendwo im Nichts am Rand des Kanals gleich hinter einer winzigen Brücke festgemacht. Manche Brücken über den Kanal sind so klein, dass ich mir beim Näherkommen nicht vorstellen kann, dass unser großes Boot in Höhe und Breite drunter durch passt. Aber wir haben einen wirklich großartigen Kapitän, der unser Schiffchen souverän durch den Kanal steuert.

Nach einem Tag Faulenzen auf dem Boot fühlten wir uns irgendwie genötigt, doch wenigstens noch einen kleinen Abendspaziergang zu machen. Ziel war das nächstgelegene Dörfchen Puichéric, zu dem vom Kanal aus eine kleine Straße führt.

Puichéric ist zu winzig und einsam als dass es dazu irgendwas zu Schreiben gäbe. 😀 Aber der Weg dahin war sehr schön – mit Weinfelder und Olivenbäumen, verwunschenen Gemüsegärten und schwer tragenden Feigenbäumen. Außerdem Kakteen und blühender Oleander. Und am Rand des Kanals wuchsen riesige Rosmarinbüsche und unzählige Minzpflanzen – es riecht hier wunderbar.


Was das Örtchen außer der uralten mittelalterlichen Kirche allerdings hatte, war ein kleiner Park direkt an der Aude mit allerlei Klettergeräten und einem Fußballplatz für die Jungs. Außerdem einem Platz, auf dem mehrere Menschen Boule spielten. Ein wirklich schöner Ort und offensichtlich DAS Zentrum von Puichéric.


Das wohl Schönste vom Einfach-irgendwo-in-der-Natur-Sein, mit dem nächsten größeren Ort mehrere Kilometer entfernt, offenbart sich in der Nacht, wenn der Himmel plötzlich voller Zehntausender von Sternen ist und sogar Planeten wie Mars und Jupiter mit bloßem Auge gut zu erkennen sind. Gerade für unsere Großstadtkinder etwas ganz Besonderes, so dass die drei ihr Nachtlager heute an Deck aufgeschlagen haben. Mal sehen, wer zuerst vor den Mücken nach drinnen flieht. 😀






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