Als das Schild auf der Autobahn hinter Lyon zeigte, dass es bis nach Metz von dort ziemlich genau so weit ist wie nach Paris, kam kurz die Idee auf, den ursprünglichen Plan nach Metz zu fahren, über den Haufen zu werfen und stattdessen der Stadt der Liebe einen kurzen Besuch abzustatten. Wir haben uns schließlich doch dagegen entschieden und sind – obwohl Paris wunderschön ist und wirklich jederzeit einen Besuch wert – froh, dass die Entscheidung so ausgefallen ist. Metz ist zauberhaft.

Ein kleines, geschichtsträchtiges, wunderhübsches Städtchen an der Mosel.

Bei einem Spaziergang durch die Altstadt und entlang des Flussufers hat man das Gefühl an wirklich jeder Ecke einem Stück Kultur und Geschichte zu begegnen. Oder einer Kirche. Ähnlich wie in Lyon gibt es hier unendlich viele davon. Die größten unter ihnen, wie beispielsweise die Kathedrale, wirken bei Tag schon imposant, aber nachts sind sie dank großartiger Lichteffekte gleich noch ein Stück prunkvoller.


Auch die Stadtkirche Temple Neuf auf der „Kleinen Weideninsel“ zwischen den beiden Moselarmen ebenso wie die Brücken über den Fluss bekommen abends einen ganz besonderen Lichterglanz.


Die Altstadt inklusive der Moselinsel ist auch in Metz zum weitaus größten Teil Fußgängerzone und beherbergt neben Geschäften und den von mir schon detailliert und mit viel Zuneigung beschriebenen typisch französischen kulinarischen Einrichtungen…



unter anderem auch das Opernhaus und direkt davor den Jardin d’été – den Sommergarten. Einfach so… mitten in der Stadt eine verrückte, großartige, wunderschöne Mischung aus Natur und Kultur. Blumen, Gräser und Bäume aus aller Welt, dazwischen auch einheimisches Gemüse und ein paar kleine Obstbäume. Und immer wieder Nischen mit den unterschiedlichsten Sitzgelegenheiten und Kunstobjekten. Und in der Mitte ein Springbrunnen und ein lebensgroßes Holzschiff. Allein für diesen Garten lohnt es sich, nach Metz zu kommen.




Auch das Flussufer und der Fluss selbst wirken wie aus einem Kunstprojekt gefallen. An den Mauern Fotografien und Bilder. Auf dem Fluss hunderter kleiner Origami-Schiffchen und Blüteninseln, die an bestimmten Tagen selbst leuchten. Verbunden mit tollen modernen Effekten, bei denen man sich zum Beispiel mit dem wlan der Stadt verbinden und während der Ausleuchtung der Schiffchen über sein Handy die Lichtfarbe mit bestimmen kann.




Und dann findet auch gerade noch das Mirabellen-Fest in Metz statt! Eine Art jährliches Mini-Volksfest im „Mirabellendorf“ direkt an der Kathedrale, bei dem mit allerlei Ständen, einem musikalischen Programm und Lichtinstallationen DIE Frucht der Gegend schlechthin gefeiert wird. 😀
In Metz gibt es ALLES aus Mirabellen, was man sich nur vorstellen kann – von der Konfitüre bis zum Schnaps. Und weil die Mirabellen, die auf dem Fest angeboten wurden, so lecker waren, haben wir für unseren weiteren Rundgang durch die Stadt gleich ein paar als Wegzehrung mitgenommen. (Das mit dem Mirabellenschnaps hat Vova dann nach dem Abendessen getestet.)
Und dann gab es doch tatsächlich auch noch einen Stand zur lothringisch-ukrainischen Freundschaft. In Metz. Auf einem Mirabellen-Fest. Heute. Zufälle gibt es… 🙂




Als wir an der Mosel entlanggingen, fielen uns die vielen verschiedenen Bötchen auf – Tretboote und kleine Elektroboote, die man ausleihen konnte. Naja, und da wir nach zwei Tagen schon fast ein wenig Sehnsucht hatten (und die Jungs bei der zweiten Städtetour in Folge auch mal eine Pause brauchten) sind wir für ein paar Minütchen einmal den Moselarm hinauf und wieder hinunter geschippert und jeder der drei Jungs durfte mal ans Steuer und sicher unter den Brücken hindurch und an den Häusern am und im Wasser vorbei navigieren.




Bis nach Metz sind es von Düsseldorf nur etwa 3 Stunden. Klingt nach einer perfekten Entfernung für einen Wochenendausflug. Metz kommt auf jeden Fall auf die Liste der Hier-müssen-wir-nochmal-hin-Orte.











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