
Auf dem Weg von Taormina nach Agrigento im Südwesten von Sizilien kommt man ohne größeren Umweg am Parco dell’Etna und dem in seiner Mitte liegenden höchsten aktiven Vulkan Europas vorbei. Na und wo wir schon mal da waren und der Ätna gerade nicht Asche und Lava spuckte, wollten wir natürlich auch auf den Gipfel.
Mit dem Auto bis auf etwa 1.900m zur Talstation der Seilbahn, anschließend mit der Seilbahn auf ca. 2.500m. Die Seilbahn selbst wurde erst 2002 in Betrieb genommen, nachdem die vorherige Bahn beim einem Ausbruch schwer beschädigt und teilweise zerstört wurde. Allerdings wirkt die Anlage deutlich älter und in Bezug auf Sicherheit und Stabilität nur wenig vertrauenserweckend, so dass es eine gute Portion Wagemut und Urvertrauen erfordert, sich in eine der Gondeln zu setzen.


Oben angekommen hat man dann die Wahl den Weg bis auf etwas mehr als 2.900 Meter zu Fuß oder mit einem der Shuttle Busse zurückzulegen. Aber wer nimmt schon einen 30€ teuren Shuttle, wenn man die Möglichkeit hat, einen Vulkan hoch zu wandern. 😉
Leider meinte es der Wettergott an diesem Tag nicht allzu gut mit uns, so dass sich nicht nur die Aussicht in Grenzen hielt…

Sondern wir auf dem Weg nach oben auch alle Formen und Stärken von Wind und Schnee geboten bekamen. Da kann der Weg schon mal etwas lang werden. 😀 Wenigstens war der Anstieg so anstrengend (auch dank Sturm und Schnee), dass uns trotz einer Temperatur um die minus 3 Grad nicht wirklich kalt wurde.
Bei 2.920m angekommen endet die offizielle Route an einem der Nebenkrater – dem Torre del Filosofo. Dahinter darf man nur mit einem Bergführer weitergehen.

Wir hatten jedoch einige Berichte von Touristen gelesen, die den Weg bis zum Gipfel bzw. zum Hauptkrater auf ca. 3.300m ohne Probleme allein geschafft hatten. Auch hatte ich mich auf den offiziellen Seiten vorab bzgl. des aktuellen Ausbruchsrisikos informiert. Und nachdem wir angesichts der Wetterlage den Torre del Filosofo vor uns noch nicht mal erahnen konnten und der Weg nach oben ziemlich deutlich vor uns lag, entschieden wir uns, noch etwas weiter zu gehen, in der Hoffnung, dass die Sicht eventuell besser werden würde oder wir zumindest bis an die Stelle kämen, an der die Wärme unter der Oberfläche den Schnee schmilzt.
Allerdings schneite es schon nach wenigen hundert Metern immer heftiger und wir mussten einsehen, dass es einfach zu gefährlich war weiterzugehen. Tatsächlich waren die Spuren, die wir erst vor ein paar Metern im Schnee hinterlassen hatten, auf dem Rückweg schon völlig bedeckt. Umkehren war definitiv die richtige Entscheidung. Und auch wenn es ein wenig schade war, dass wir es nicht bis ganz nach oben geschafft haben… Spaß hat es doch gemacht unser kleines ‚Abenteuer‘. 😀

Für den Weg nach unten – auf dem uns übrigens keine Menschenseele begegnete 😳 – entschieden wir uns dann gegen die Seilbahn und wanderten bis zur Talstation, denn abgesehen von der etwas unwirtlichen Wetterlage, gibt es auf so einem Vulkan schon eine Menge Interessantes zu sehen. Die Steine auf dem Weg sind nicht hart sondern weich und krümelig wie Erde. (Der fallende Schnee dagegen war ungewöhnlich hart und fast kugelrund.)



Die ‚Farbe‘ des Bodens wechselt von tiefem Schwarz auf etwa 3.000m ins eher Bräunlich-Rötliche auf Höhe der Talstation.





Ab etwa 2.300m zeigen sich die ersten grünen Schimmer – ein paar wenige Pflanzen, die es auf dieser Höhe und unter diesen Bedingungen schaffen, zu überleben. Je tiefer man kommt, umso grüner wird es.



Wichtig natürlich für solch eine Tour abgesehen von der richtigen Kleidung… immer genügend Proviant mitnehmen. In meinem Fall neben ausreichend Wasser die leckersten Hotel-Schokokekse, die man sich vorstellen kann. Da laufen sich die 1.000 Höhenmeter auch im dichtesten Nebel gleich viel leichter. 🙂







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