Auf ausdrücklichen Wunsch der vier männlichen Mitreisenden war für unseren „Brückentag“ in Seattle nur ein Programmpunkt vorgesehen: Shopping!

Glaubt es oder nicht, aber von den fünf Familienmitgliedern bin ich das mit den geringsten Ambitionen den Tag in einem Einkaufszentrum zu verbringen (es sei denn es handelt sich um einen Lebensmittelmarkt, aber das steht auf einem anderen Blatt ;-)). Aber natürlich folge ich den Wünschen der Herren gern (ich hatte an anderer Stelle ja schon mal erwähnt, wie unerlässlich es ist, sich die Gunst der Mitreisenden zu sichern, wenn man Sabotage oder Verweigerung bei kommenden Programmpunkten wie Wandern oder Sightseeing vermeiden will.) und so ging es nach einem kleinen Frühstückssnack (es ist doch nicht verwerflich, dass es sich dabei um ein paar übrig gebliebene Pommes, Chicken Wings und Ribs vom Vorabend handelte, oder?) zum Outlet von Seattle.

Ich weiß beim besten Willen nicht, woher diese unbändige Begeisterung für ein bestimmtes Schuhmodell oder irgendeinen Pullover kommt, aber vor allem die älteren beiden Musketiere hatten auch nach dem siebzehnten Geschäft noch ein Leuchten in den Augen, dass man sonst nur von Weihnachten kennt. :-D)

(Woher das Wissen um die neuesten Klamottentrends und Styles kommt, weiß ich allerdings sehr wohl. Vielen Dank an youtube, instagram & Co. an dieser Stelle, ohne euch wäre mir mit Sicherheit der eine oder andere Laden erspart geblieben.)

Nach lächerlichen sieben Stunden (sieben!) war dann auch der letzte der Herren mit seinem Shoppingergebnis zufrieden. Und dank eines (ein wenig dem Jetlag geschuldeten) frühen Aufstehens, war nach unserer Rückkehr noch genug Zeit vom Tag/Abend für einen kleinen Spaziergang durch Seattle übrig.

Ziel Nummer 1 natürlich: die berühmte Space Needle – ein für die Weltausstellung 1962 errichteter Aussichtsturm.

Auf die Aussicht von oben haben wir angesichts von Ticketpreisen von ca. 40€ pro Person verzichtet. Aber gleich in der Nähe, vor dem Pacific Science Center von Seattle fand sich ein hübscher kleiner Park, der sich hervorragend für ein kleines Abendbrot-Picknick nutzen ließ. 🙂

Natürlich durfte auch ein Abstecher zum berühmten Pike Place Market nicht fehlen. Einen riesigen Bauernmarkt auf zwei Ebenen, in dem es bereits seit 1907 so ziemlich alles gibt.

In einem Bereich werden vor allem Blumen aller Art angeboten. Diesen wunderbaren Duft, wenn man an den Ständen entlang geht, kann man leider nicht auf Photos einfangen. Den im Bereich der Stände für Fisch und Meeresfrüchte zum Glück allerdings auch nicht. 😋

Eine weitere Besonderheit des Marktes sind die Fliesen auf dem Fußboden. Seit Mitte der 80er Jahre kann man durch eine Spende für den Erhalt und die Restauration des Marktes so eine Fliese erhalten und mit dem gewünschten Text versehen. Angeblich soll es auch berühmte Personen geben, die sich hier auf einer Fliese verewigt haben. Auf jeden Fall aber ist es ein wunderschönes Kunstwerk, was hier entstanden ist und am Abend, wenn die Stände schließen und weniger Leute unterwegs sind, könnte man sicherlich stundenlang durch die Gänge schlendern, um all die Namen und Botschaften auf den Fliesen zu entdecken. 🙂

Gegenüber vom Markt fand sich ein Starbucks, an dem etliche Menschen anstanden. Nach einem kurzen Check bei google wussten wir dann auch, warum genau sich so viele Leute irgendwo eine halbe Stunde für einen Kaffee anstellten… es handelt sich um den ersten Starbucks überhaupt, der 1971 eröffnet wurde.

Insgesamt findet sich in der Gegend um den Markt eine wirklich hübsche Ansammlung von Raritäten und besonderen Geschäften – von der Käsemanufaktur über den kleinen Schokoladenladen bis hin zu einem winzigen, aber nach den Schlangen vor der Tür zu urteilen, sehr berühmten Geschäft für Pirogen. Eine schöne Abwechslung zum sonstigen Industriecharme von Seattle.

Zum Abschluss schlenderten wir dann an der Waterfront entlang zurück zum Hotel. Auch hier haben die Städteplaner mit Springbrunnen, Skulpturen, Restaurants an den Piers und kleinen Parks wohl versucht, der Industrie ein wenig Grün, Kultur und Eleganz entgegenzustellen.

Und wäre da nicht der Güterzug, der mit seinen ca. 140 Containerwaggons (wir haben nachgezählt) regelmäßig genau mitten durch diesen Stadtteil fährt, wäre es ihnen vielleicht auch gelungen. 😀

Sonnenuntergänge am Meer sind aber auch in Seattle einfach nur schön. 🙂

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