Wenn man den Sonnenaufgang von einem 3.000m hohen Vulkankrater auf Maui aus sehen möchte, muss man früh aufstehen. In unserem Fall: 3 Uhr morgens (in Worten drei Uhr!!!). Der Krater des Haleakalā ist etwas über 3.000m hoch, etwa 34km breit (und damit einer der größten Vulkankrater der Welt) und liegt im Haleakalā National Park. Im Park selbst gibt es bis auf einen Zeltplatz keine Übernachtungsmöglichkeiten und die nächsten Ortschaften sind ca. 2 Stunden Fahrt entfernt. Außerdem ist man bei dem Wunsch den Sonnenaufgang dort zu sehen keineswegs allein, so dass man früh genug da sein muss, wenn man noch einen Parkplatz in der Nähe des Gipfels bekommen möchte. Sonnenaufgang war kurz vor 6 Uhr… daher das frühe Aufstehen.

Mittlerweile wurde die Anzahl der Fahrzeuge, die zum Sonnenaufgang in den Nationalpark fahren dürfen auf 100 pro Tag begrenzt und man benötigt eine Reservierung, um zwischen 3 und 7 Uhr überhaupt in den Park zu gelangen. Unglaublich aber wahr: hier muss man sich seinen Sonnenaufgang 60 Tage im Voraus reservieren. 😀

Haleakalā bedeutet in etwa ‚Haus der Sonne‘ und ist der Ort, an dem der Legende nach Maui mit einem Lasso die Sonne eingefangen hat, damit sie langsamer untergeht und die Tage länger werden.

Unabhängig von längeren Tagen ist es auf 3.000m früh um 5 Uhr aber vor allem eines: sehr kalt! Wir waren von den letzten Tagen Temperaturen um die 92 Grad Fahrenheit gewohnt – ca. 33 Grad Celsius. Als wir auf dem Haleakalā ankamen, waren es 42 Grad Fahrenheit… knapp über 5 Grad Celsius. Hier war es kälter als an irgendeinem Ort unserer Alaskareise. Und obwohl wir vorbereitet und mit Jacken und Pullis ausgestattet waren, haben wir ordentlich gefroren.

Aber was uns auf dem Puʻu ʻUlaʻula – dem „Roten Hügel“ – der höchsten Erhebung des Haleakalās – geboten wurde, war das frühe Aufstehen, den Anstieg, das Warten und Frieren hundertmal wert. Zu sehen, wie die Sonne langsam am Horizont hinter den Steinen und Wolken aufgeht und den Himmel in die wunderschönsten Farben taucht, hatte einen ganz besonderen Zauber.

Erst verfärbt sich der Horizont orange-rot, dann sieht man an den ersten Wolkenspitzen ein helles Leuchten und schließlich taucht die Sonne Stück für Stück auf, bis es mit einem Mal taghell ist. Und all das innerhalb von nur wenigen Minuten. Es war wunderschön. ❤️

Gegen halb 9 waren wir wieder in unserem hübschen Häuschen und beschlossen, noch ein, zwei Stündchen Nachtschlaf nachzuholen. Wir haben ja Zeit. 🙂

Ich hatte ja noch Fotos vom Cottage angekündigt…. Die Vermieter haben das wirklich mit sehr viel Liebe und vor allem sehr viel Liebe zum Detail eingerichtet. Und alles passend zum Surferparadies Maui – selbst der Zaun besteht aus ausrangierten Surfbrettern. Und so eine Außendusche am Haus hat hier auch schon was für sich. 🙂

Im Garten wachsen Avocados, Mangos und Grapefruits sowie verschiedenste Kräuter. Von allem darf man sich gern bedienen. So eine Mango frisch (und reif) vom Baum gepflückt, schmeckt doch anders als das, was man in unseren Supermärkten so findet. 🙂

Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg nach Lāhainā im Nordwesten von Maui. Das Städtchen hat eine bewegte Vergangenheit war zwischenzeitlich (aufgrund des sehr warmen und trockenen Klimas) auch Königssitz und im 19. Jahrhundert eine bedeutende Walfängerstadt. Heute ist es eines DER Touristenzentren von Maui mit reichlich Bars und Restaurants vor allem entlang der hübschen Front Street.

Und da es bereits früher Nachmittag war, beschlossen wir das Frühstück zugunsten eines (mal wieder amerikanischen) Mittagessens einfach wegzulassen. Kennt sich einer von euch mit möglichen Auswirkungen einer grundlegenden Umstellung der Ernährung auf ausschließlich Buffalo Chicken Wings aus? Da sollte doch eigentlich alles drin sein, was man an Nährstoffen so braucht, oder? Getreu dem Motto einer meiner früheren Lehrerinnen „Was gut tut, kann nicht schlecht sein.“ 😀

Zur Verdauung dann ein kurzer Spaziergang entlang der Front Street vorbei an den Touristenläden zu ein paar der Sehenswürdigkeiten von Lāhainā:

Der älteste Leuchtturm des Pazifiks.

Die Kanonen des alten Forts von Lāhainā.

Und schließlich der größte Banyan tree (Banyan-Feige) der USA, gepflanzt bereits 1873.

Für den Rückweg entschieden wir uns für die Fahrt entlang der Nordwestküste von Maui. Dort sollte es noch Einiges zu sehen geben. Ungünstigerweise führte der Weg vorbei an den unterschiedlichsten Stränden… und diese wollen ja ausführlich getestet werden.

– Touristenressort-Vorzeige-Badestrand

– Paradiesische abgeschiedene Sandstrand-Badebucht

– einsamer Sonnenuntergangs-Rundkieselstrand (den hatten wir tatsächlich ganz für uns allein :-))

Damit blieb uns gerade noch genug Tageslicht, um das Wasser aus dem Blowhole an der Nordküste in die Höhe schießen zu sehen und die leuchtend roten Felsen in diesem Teil der Insel zu bewundern.

Und dann wieder so ein Sonnenuntergang… auch über den Gipfeln der West-Maui-Mountains wunderschön.

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