Besonders den Eltern von kleineren Kindern dürfte das folgende Dilemma nicht ganz unbekannt sein: Kindergärten und Schulen haben dank Ferien und beweglichen Schließungstagen mehr als 60 Tage im Jahr geschlossen – der Jahresurlaub der Eltern liegt aber nur in Ausnahmefällen in ähnlichen Größenordnungen. Glücklich, wer da eine gute Fee hat, die für ein paar der Ferientage mit den Musketieren in den Urlaub fährt. 🙂

Mit guten Traditionen soll man nicht brechen und so fahren die vier im Sommer gern zusammen an die Ostsee. Da es bis dahin von Düsseldorf aus aber doch ein paar Kilometer mehr sind, wurde kurzerhand mit der guten Fee vereinbart, sich zur „Übergabe“ der Urlauber in Berlin zu treffen. Und da einfach nur hin- und zurückfahren auch nur bedingt Spaß macht und Berlin bekanntlich eine Menge Sehenswertes zu bieten hat, entschlossen wir uns für einen Kurzbesuch in der Hauptstadt.

Für den kurzen Zeitraum, den wir zur Verfügung hatten, wollten die Ausflugsziele natürlich weise ausgewählt sein. Bundestag und Museumsinsel hatten wir bei unserem letzten Besuch vor zwei Jahren einen Besuch abgestattet, so dass wir uns entschlossen, diese diesmal nicht auf die Liste zu setzen. Definitiv sehenswert sind aber beide auf jeden Fall – von außen und von innen. Aber allein für die Museen reichen zwei Tage nicht aus. Solltet ihr noch nicht dort gewesen sein und sich Berlin in eurer engeren Auswahl möglicher Urlaubsziele befinden, solltet ihr euch auf jeden Fall die Zeit für zumindest einige der Museen nehmen. Ich kann euch versichern, die positiven Rezensionen von google & Co. übertreiben nicht. 🙂

Ebenfalls vor zwei Jahren besucht, hatten wir die Gedenkstätte Berliner Mauer. Da sich die Jungs aber ausdrücklich einen erneuten Besuch wünschten, führte uns unser Berlin-Rundgang zunächst zur Bernauer Straße 111.

Zahlreiche Informationstafeln entlang eines erhaltenen Stücks der Mauer, Markierungen und Zeichnungen auf dem Boden (auch in der Umgebung) und natürlich die originalen Mauerstücke selbst vermitteln – auch den Jungs – einen Eindruck nicht nur von den unglaublichen Ausmaßen sondern auch von den Umständen, Ursachen und Folgen des Mauerbaus – auch wenn es natürlich nur ein ‚Anreißen‘ dieses Teils der deutsch-deutschen Geschichte sein kann.

Anschließend führte uns der Weg vorbei am Brandenburger Tor – was wäre ein Besuch in Berlin ohne einen Abstecher zu diesem weltbekannten Wahrzeichen. Und in den Straßen drumherum Botschaften von fast allen Ländern dieser Welt. Bezüglich Flaggen und Hauptstädten der Länder dieser Erde sollten wir jetzt alle erstmal wieder auf dem aktuellen Stand sein. 🙂

Nächstes Ziel war das Holocaust-Mahnmal. Wir haben uns Zeit genommen, um zu versuchen, den Jungs die Hintergründe zu dieser Gedenkstätte zu erklären. Wirklich begreifen kann man es ja selbst als Erwachsener nicht.

Vielleicht ein wenig nachdenklicher ging es weiter in Richtung Potsdamer Platz zum Sony Center und anschließend vorbei am Checkpoint Charlie. Auch hier hatten wir bei unserem letzten Besuch die Ausstellung besucht, so dass es nur ein kurzer Foto-Stop war.

Der Weg führte dann noch unweigerlich – denn im Zentrum von Berlin wimmelt es nur so von Sehenswürdigkeiten – an weiteren Highlights wie dem Gendarmenmarkt mit dem Deutschen und dem Französischen Dom und am Berliner Dom vorbei.

Allerdings lief der Rest des Weges – bis auf ein kurzes Unterstellen im Eingang des Berliner Doms aufgrund eines beeindruckenden Mini-Unwetters – ohne weitere größere Zwischenstopps ab, denn der Rest des Tages war für den Besuch im Wunsch-Museum der drei jungen Herren reserviert: Dem Magicum.

Wer nur ein bisschen Freude an Zauberei, Mythen und Geschichten hat, sollte hier auf jeden Fall vorbeischauen. Es war unser zweiter Besuch in dieser kleinen, wunderhübschen Ausstellung und es hat allen großen und kleinen Familienmitgliedern wieder sehr, sehr viel Freude gemacht. Hier gibt es so viele Dinge zum Mitmachen und Ausprobieren, zum Staunen und Entdecken – da ist einfach für jeden etwas dabei.

Auf dem Rückweg entdeckten wir dann noch ganz ungeplant „Unter den Linden“ die „Gallery of Steel“ – eine Ausstellung von Comic-Charakteren und Fahrzeugen aus Hollywoodfilmen – alles aus Metal gefertigt. Das jüngste Musketier war vor Aufregung nicht zu bremsen. An Vorbeigehen war daher nicht zu denken. Und da man nicht nur alles anschauen, sondern auch alles anfassen und ausprobieren durfte und sich in die verschiedenen Fahrzeuge auch hineinsetzen konnte, war es gar nicht so einfach den jungen Mann auch wieder hinaus zu bekommen. 🙂

Mit ziemlich müden Füßen ging es zurück zum Hotel. Na gut… einen kleinen Stopp gab es noch. So viel Lauferei macht schließlich hungrig. 🙂

Für den nächsten Morgen hatten wir uns mit der guten Fee am Tierpark verabredet (nicht zu verwechseln mit dem ‚Zoo‘ im Stadtzentrum und auch nicht mit dem ‚Tiergarten‘, in dem gar keine Tiere wohnen, der aber an den Zoo angrenzt ;-)).

Der Tierpark von Berlin liegt ein Stück außerhalb. Er ist wesentlich größerer und weitläufiger als der Zoologische Garten, obwohl er weniger Tiere beherbergt.

Neben den Tieren gibt es hier wunderschöne Gartenanlagen, weite Alleen, Wege, die durch waldähnliche Gebiete führen. Hier kann man ewig spazieren gehen.

Die gute Fee und die Musketiere befanden sich mittlerweile auf dem Weg gen Ostsee und wir beschlossen auf dem Rückweg doch noch einmal anzuhalten, um die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen – das ehemalige Stasi-Gefängnis zu besuchen.

Das Gelände kann man nur im Rahmen einer Führung (die zwischen 10 und 16 Uhr zu jeder vollen Stunde stattfinden) besuchen, aber die allgemeine Ausstellung kann auch ohne Führung kostenlos besichtigt werden.

Und auch wenn es mit dieser Ausstellung ein etwas bedrückender Abschied von Berlin war, kann man auch diese Gedenkstätte jedem mit Interesse an der Geschichte der DDR uneingeschränkt empfehlen. Denn (wie Helmut Kohl gesagt haben soll): „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.“

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Willkommen beim Glück auf Reisen

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