Schokolade und Kirchen

Von den größeren Orten Cognac, Saintes und Angoulème abgesehen, finden sich entlang unserer Route doch eher kleine, beschauliche Dörfchen. Da bestehen die ‚Sehenswürdigkeiten‘ in der Regel aus einer alten Mühle, einer Kirche oder einer wunderhübschen Chocolaterie, zu denen sich wunderbar spazieren lässt. Selbstredend leisten wir auch hier aufopferungsvoll unseren Beitrag zur Unterstützung der lokalen Wirtschaft durch den Erwerb regionaler Köstlichkeiten.

In der Regel finden sich an den Schleusen und den markierten Anlegestellen immer einige Hinweisschilder, die den Weg zur nächstgelegenen Bäckerei oder zu einem sehenswerten Ausflugsziel weisen. Gar nicht so selten führen diese Wege dann an ausgedehnten Weinfeldern vorbei. Aus irgendetwas will der berühmte Cognac ja auch gemacht werden. 🙂

Die meisten der Örtchen, an denen wir vorbeigeschippert oder durch die wir spaziert sind, sind schlicht und sehr alt – mit einer langen Geschichte in all den Gewerken, die sich in der Vergangenheit entlang eines Flusses ansiedelten, wie Gerbereien, Bootsbauer oder Papierfabriken. Manche der Gebäude in den Orten entlang der Charente, wie beispielsweise die Kirche Saint Pierre in Châteauneuf stammen zu Teilen noch aus dem 12. Jahrhundert und sind damit fast 1.000 Jahre alt.

Mit dem Wetter haben wir dieses Jahr nicht so viel Glück wie die anderen Jahre. Die Temperaturen sind eher mittelmäßig und es regnet immer mal wieder, in der Regel zwar kurz aber dafür heftig. Es braucht daher noch ein wenig mehr Überzeugungskraft als üblich, um die jungen Herren zu Ausflügen jedweder Art (mit Ausnahme der Schokoladenmanufaktur :-p) zu bewegen. In der Regel nutzen wir daher das Mittel der Bestechung – entweder in Form kulinarischer Köstlichkeiten oder in Form von Handy-Nutzungszeit verbunden mit der Bereitstellung eines Internet-Hotspots für ausreichend Datenvolumen. Das funktioniert als sanftes Druckmittel doch immer recht gut. 🙂

Die allgemeine Wettersituation hat mir aber wieder gezeigt, dass ich definitiv zu den Sommer-Hausboot-Urlaubern gehöre. Bei Dauerregen oder Kälte wie im Herbst oder in Fahrgebieten, in denen man auch im Sommer mit andauernden ungemütlichen Wetterlagen rechnen muss, würde mir das Ganze nicht einmal halb so viel Spaß machen. Bei Regen fühlt sich alles irgendwie recht schnell klamm und kühl an. (Und es erscheint mir irgendwie nicht richtig, im Sommer die Herizung anzuschalten. :-)) Und wenn dann die Sonne ausbliebe, um alles schnell wieder aufzuwärmen und zu trocknen… ne, das wär nichts für mich.

Das Hausbootfahren lebt für mich auch von der vielen Zeit, die man an Deck verbringt während man sich den Fahrtwind um die Nase wehen lässt. Von den warmen Sommernächten, an denen man noch bis tief in die Nacht draußen sitzen, essen, spielen und reden kann (ähnlich wie beim Camping). Von den langen Spaziergängen durch die kleinen Dörfer, die Felder, Wälder und Weinberge entlang des Flusses. Das würde mir fehlen. Mit dem aktuellen Mix aus Sonne und Regen, wobei der Sonnenanteil deutlich überwiegt, kann ich gut leben – aber wenn jemand noch zusätzliche 5 °C abzugeben hat, immer her damit. 🙂

Bis dahin genießen wir den uns zugedachten Sonnenanteil. (In dem die Sonne dann manchmal auf einen Schlag so stark ist, dass man sich innerhalb von fünf Minuten einen Sonnenbrand holt. Was die Kleidungsauswahl angeht, wird es uns aktuell wirklich nicht leicht gemacht.) Für das Abendessen an Deck halten wir dann aber doch lieber unter einem Baum. Sicher ist sicher. 🙂 Und in Puncto Postkarten-Sonnenuntergänge kann auch die Charente allemal mithalten.

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