Sightseeing auf Aruba

Bevor du jetzt nach dieser Überschrift einen Beitrag zu Sehenswürdigkeiten à la Eiffelturm oder Schloss Neuschwanstein erwartest, sei daran erinnert… Aruba ist eine kleine, beschauliche Insel und die meisten Menschen kommen wegen der wunderschönen Strände, wegen des glasklaren Wassers und des fast immer schönen Wetters hierher und eher weniger wegen irgendwelcher berühmten Schlösser, Museen oder Kathedralen.

Aber nun bin ich (im Gegensatz zum Großteil der anderen Mitreisenden :-)) ja nicht dafür gemacht, den ganzen Tag nur an Strand oder Pool herumzuliegen. Also habe ich aus Reiseführern und einschlägigen Internetseiten die Liste der interessantesten Ausflugsziele auf Aruba zusammengestellt: Zur Auswahl stehen neben der bereits an anderer Stelle beschriebenen Hauptstadt Oranjestad u.a. eine ehemalige Goldmine, ein Leuchtturm, ein Nationalpark, eine natürliche Steinbrücke an der Küste, eine Auffangstation für Wildesel, eine besondere Bar, eine Grotte, ein altes Schiffswrack, eine kleine Kapelle sowie ein Aufstieg zum zweithöchsten Berg (eher Hügel) der Insel. Der Duden definiert ‚Sehenswürdigkeit‘ als „etwas […] besonders Sehenswertes, was nur an einem bestimmten Ort zu finden ist und deshalb besonders für Touristen von besonderem Interesse ist“ und so gesehen, hat Aruba ja dann doch einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. 😀

Nun hatte ich ja bereits erwähnt, dass die Insel von überschaubarer Größe ist. Entsprechend können auch alle o.g. Ausflugsziele problemlos innerhalb von maximal 30 – 45 Minuten erreicht werden. Die Liste ist auch nicht ewig lang und will gut eingeteilt sein und die meisten Teilnehmer der Reisegruppe sind mit ausgedehnten Aufenthalten an und im Pool bzw. am Strand und im Meer keineswegs unzufrieden. Und so ergibt sich in etwa folgender Tagesablauf: Frühstück – Pool/Strand – Ausflug – kleine Zwischenmahlzeit – Pool/Strand – Abendessen – Abendprogramm. (Meistens fallen die Pool/Strand-Abschnitte überraschenderweise in die Happy Hour… was für ein lustiger Zufall. :-))

Für einen meiner Favoriten – die Wildesel-Auffangstation – fand sich (für mich völlig unerklärlich) leider keine demokratische Mehrheit. (Genau genommen wollte niemand außer mir die Esel besuchen. Einzelne Teilnehmer wären aber aus Mitleid mitgekommen. Das möchte ich hier nicht unerwähnt lassen.). Diese steht also vorerst nicht auf dem Programm. Das Schiffswrack kann man nur im Rahmen eines Tauchausflugs erkunden. Für mich tatsächlich auch wieder überraschend – auch wenn ich kein großer Tauchfan bin – haben die minderjährigen Reiseteilnehmer bis auf den ältesten keine große Lust, das Tauchen einmal auszuprobieren, sondern schnorcheln lieber. Also auch erstmal kein Ausflug zum Wrack.

Die Goldmine klang für alle interessant und stand damit als erstes auf der Liste. 1824 wurde tatsächlich Gold auf Aruba gefunden. Um dieses aus dem Gestein herauszulösen, wurde das Gestein zermahlen und anschließend mit besonderen Chemikalien (Zyaniden oder Quecksilber) zersetzt. Auf Aruba gab es zwei Goldmühlen für diese Art der Goldgewinnung und die Ruinen dieser Gebäude kann man besichtigen. Allerdings ist es auch nur genau das… eine Ruine ohne irgendetwas dazu. Eigentlich eine sehr interessante Geschichte mit Goldrausch und allem, was dazu gehört, aber die muss man sich dann selbst dazu suchen. 😀

Zum Glück befindet sich in nur kurzer Entfernung zur Goldmühle ein weiteres Natur-Highlight Arubas, die ‚Natural Bridge‘ – eine Steinbrücke über das Meer. Ursprünglich gab es davon sogar zwei, aber 2005 stürzte die größere der beiden zusammen. Die verbliebene ist aber nicht weniger sehenswert und auf jeden Fall einen Abstecher wert. Ist schon jedes Mal wieder beeindruckend, was die Natur so großartiges hervorbringt.

Interessant ist auch die Geschichte zu unserem nächsten Ausflugsziel: dem California lighthouse. Auf Aruba gibt es insgesamt nur drei Leuchttürme. Der California Leuchtturm – ein etwa 30m hoher weißer Turm an der Nordwestspitze der Insel – ist der bekannteste der drei und kann auch besichtigt werden. Benannt ist er nach dem englischen Dampfschiff S.S. California, das 1891 hier vor der Küste gesunken ist. (Falls der Reiseführer euch weismachen möchte, dass dieses Schiff in irgendeiner Verbindung zur Titanic steht… dem ist nicht so. Das Schiff, was angeblich der Titanic nicht zu Hilfe gekommen ist, war die Californian – ein anderes britisches Handelsschiff. Bis die Titanic 1912 auf Jungfernfahrt ging, lag die California bereits mehr als 20 Jahre auf dem Meeresgrund vor der Küste von Aruba.)

Der bisher mit Abstand anstrengendste kleine Ausflug war der heutige zum Hooiberg (übersetzt in etwa ‚Heuhaufen‘) – mit 165m die zweithöchste Erhebung auf Aruba. Der Hooiberg liegt ziemlich zentral in der Mitte von Aruba, so dass man von oben eine recht gute Rundumsicht über die gesamte Insel hat. Zum „Gipfel“ hinauf führen etwa 600 Steinstufen. (Die Seite des Tourismusbüros spricht von 900, aber wir haben nachgezählt und wissen es besser. :-)) Das wäre an sich keine große Sache, wären es nicht zur hervorragend gewählten Ausflugszeit 12 Uhr mittags etwa 35 Grad gewesen. Wir waren schon nach etwa 50 steilen Stufen völlig fertig. Ich hatte definitiv schon bessere Ideen… Nichtsdestotrotz bekamen wir tatsächlich einen Blick über fast die gesamte Insel geboten – auch wenn dieser angesichts der kargen Landschaft vielleicht etwas weniger spektakulär ausfiel, als wir es nach dem schweißtreibenden Aufstieg erhofft hatten. 😀

Bleiben für die nächsten Tage noch Grotte, Kapelle und diese Bar…. Mal schauen, wie die Motivation zu weiteren Unternehmungen aussieht (vor allem nach der heutigen Erfahrung…). Was die Kneipe angeht, fallen mir aber auf Anhieb mindestens zwei sehr überzeugende Fürsprecher ein. Vielleicht ist ja auch grad Happy Hour, wenn wir da vorbeischauen. 🙂

2 Antworten zu „Sightseeing auf Aruba”.

  1. Avatar von Renate Lehmann
    Renate Lehmann

    Ihr lieben Urlauber, wie schön, daß Ihr wieder in die Ferne ausgeschwärmt seid und uns daran teilhaben lasst. Es ist wieder eine große Freude, Deine Berichte zu lesen, liebe Anja und etwas über einen unbekannten Ort zu erfahren. Wir hatten wirklich bis jetzt keine Ahnung, daß Aruba so eine trockene Insel ist und daß dort Kakteen wachsen!! Laßt es Euch weiterhin gut gehen im karibischen Paradies, denn zu Hause ist es schon recht herbstlich und kühl…Ganz liebe Grüße aus Dresden, besonders auch an die „gute Fee“! Eure dankbaren „Mitreisenden“ Renate und Hanne

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    1. Avatar von glueckaufreisen

      Habt vielen Dank, ihr Lieben. und ganz liebe Grüße zurück von uns allen. Die gute Fee kümmert sich wieder ganz hervorragend um uns. Ich könnte durchaus noch eine Weile hier im Sommer bleiben. 🙂

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