Der Arikok Nationalpark

Um dieses Nichtstun hier gar nicht erst einreissen zu lassen, gab es heute wieder Programm. Also ein kleines zumindest. 🙂 Einen Abstecher in den Arikok Nationalpark von Aruba. Dieser bedeckt etwa 20% der Fläche Arubas und hat neben mehreren Aussichtspunkten, einem natürlichen Pool, dem höchsten Berg (immer noch eher Hügel) der Insel, sehenswerten Küsten- und Felsformationen und den Ruinen einer Goldmine auch zwei besondere kleine Höhlen zu bieten, die wir uns gern ansehen wollten. (Die Interpretation wer genau unter „wir“ fällt, überlasse ich euch. ;-))

Ein Teil des Parks lässt sich nur per Jeep oder zu Fuß erreichen. Angesichts der eher höheren Temperaturen und unseren Erfahrungen mit der Besteigung des letzten kleinen Hügels wurde die Idee zu einer Wanderung durch den Park sehr zügig verworfen. (Genau genommen kam sie gar nicht erst auf. Bei keinem von uns.) Und aufgrund der Größe unserer Reisegruppe handelt es sich bei unserem Mietwagen um einen Minibus und keinen Offroader. Somit fiel die Besichtigung von Conchi – dem natürlichen Pool – sowie einiger Dünen, Strände und Aussichtspunkte weg. Davon hatten wir in den letzten Tagen aber auch mehrere gesehen und der Verlust war zu verschmerzen – uns ging es ja vorwiegend um die Höhlen und die historischen Zeichnungen der Indianer und Goldgräber, die man darin finden können sollte. 🙂

Der erste Versuch in den Nationalpark über den Haupteingang einzufahren scheiterte jedoch nach wenigen hundert Metern. Auch wenn es sich um eine asphaltierte Straße handelte, waren in regelmäßigen Abständen Senken und Bremsschwellen eingearbeitet und diese waren so tief, dass mit unserem langen und tief liegenden Fahrzeug – obgleich wir natürlich mit Vova den besten Fahrer der Welt am Steuer hatten – Bodenberührung quasi unvermeidlich gewesen wäre. Mit einem Foto kann ich hier leider nicht dienen… ich war leider zu sehr damit beschäftig, darauf zu achten, dass wir keine der Stoßstangen verlieren oder den Unterboden aufreißen und konnte daher keine Bilder machen.

Zum Glück gibt es noch eine zweite Einfahrt in den Park an der Westküste der Insel, um die Höhlen zu erreichen. Diese Zufahrt ist nicht mehr asphaltiert und man fühlt sich bei der Erkundung des Parks doch stark an gewisse Straßenverhältnisse aus vorangegangenen Wohnmobilurlauben erinnert. 🙂

Die Landschaft im Park ist wie in vielen Teilen Arubas sehr trocken. Interessanterweise gibt es aber an mehreren Stellen unterirdische Wasserläufe, so dass hier und da plötzlich geradezu verschwenderisch viel Grün wie aus dem Nichts auftaucht.

Die beiden Höhlen – Quadirikiri und Fontaine Cave – liegen nur wenige Minuten Fahrt von dieser Einfahrt des Parks entfernt. In beiden ist die Nutzung von Taschenlampen (eigentlich) verboten, um die vielen (Langnasen-)Fledermäuse nicht zu stören, die in den Höhlen leben. Es gab aber bei beiden Höhlen jeweils einen sehr netten Ranger, der uns den Weg leuchtete und einiges zur Geschichte der Höhle zu erzählen wusste. Anders als in den Höhlen zuhause, ist es hier in den Höhlen übrigens nahezu so warm wie draußen – um die 30 Grad und eine Luftfeuchtigkeit um die 80%. Kuschelig… 🙂

Am interessantesten waren tatsächlich die Zeichnungen, die sich in der Fontain Cave finden lassen. Das sind zum einen die rot-bräunlichen Zeichnungen der Caquetios des Arawak-Stammes aus Venezuela. (Aus den Bildern wurde abgeleitet, dass die Indianer sich wohl vor Angriffen aus ihrer Heimat im Norden Südamerikas auf die Insel flüchteten.) Und zum anderen die gezeichneten und eingeritzten Nachrichten späterer Siedler und Goldgräber, die sich in an Wänden und Decken der Höhle verewigt haben.

Und nach Iguanas und Fledermäusen hatten wir kurz vor dem Höhlenausgang dann noch das Glück einen weiteren Inselbewohner kennenzulernen…. Auf Aruba gibt es drei verschiedene Schlangenarten. Neben der Cascabel, einer Klapperschlangenart, die nur auf Aruba vorkommt, auch noch die kleine, nur leicht giftige Santanero und die vermutlich aus Venezuela eingeschleppte, aber ursprünglich auf Aruba nicht heimische Boa constrictor. Und eine eben solche lag da entspannt in einer Kuhle in der Wand. 🙂

Auf dem Rückweg vom Park gab es dann noch einen kleinen Zwischenstopp am Baby Beach. Da Wochenende war, waren außer uns allerdings noch etwa 50% aller Einheimischen an diesem sehr schönen Strand an der Südküste, so dass wir nur kurz das Wasser (und das Shaved Ice) an dieser Seite der Insel getestet haben und uns anschließend auf den Rückweg zu ‚unserem‘ Strand machten. Eigentlich wollten wir noch an dieser berühmten Bar in San Nicolas, der zweitgrößten ‚Stadt‘ der Insel, anhalten, mussten aber feststellen, dass diese Sonntags leider geschlossen hat. Aber nun ja… ich durfte ja auch nicht die Esel besuchen und Kaltgetränke finden sich auch in anderen Kneipen und Restaurants. 😀

Und wie heißt der Spruch doch noch: „Wenn der Prophet nicht zum Esel kommt, muss der Esel zum Propheten kommen (oder so ähnlich)?!“… da standen doch tatsächlich (nur für mich) auf unserem Rückweg noch 4 kleine Wildesel am Straßenrand. Es sind die kleinen Dinge… 😀

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