The Golden Circle

Gar nicht weit von Reykjavík im Südwesten der Insel, gibt es so viele Natursehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe voneinander, dass die meisten davon sich problemlos innerhalb eines Tagesausflugs besichtigen lassen können. Wenn man als Besucher nur für 3 oder 4 Tage nach Island kommen und in Reykjavík Quartier bezieht, hat man eine riesige Palette an Touranbietern zur Auswahl, die mit Reisebussen die verschiedenen Orte in diesem so genannten Golden Circle anfahren. Und genau diese Touristen-Standard-Runde stand für heute auch auf unserem Programm.

Vorher allerdings war es mal wieder an der Zeit, zwischen all der Natur und dem vielen Wandern für die Herren einen kleinen Adrenalin-Programmpunkt einzubauen. Dabei muss man natürlich mit dem arbeiten, was man hier zur Verfügung hat. Und das sind unter anderem Gletscher, Schnee und Schneemobile. Und ich sage mal so… der Tatsache, dass danach alle wieder bereitwillig der nächsten Wanderung zugestimmt haben, entnehme ich, sie hatten ihren Spaß. (Ich zumindest fand es grandios! :-D)

Anschließend dann – der Golden Circle. Stopp Nummer 1: der Gullfoss (zwei ‚ll’ nacheinander werden übrigens wie ‚tl’ gesprochen – Isländisch Kapitel 3. Das wissen wir allerdings auch nur, weil eine Biermarke hier ‚Gull’ heißt. ;-)) Der Gullfoss ist mit seinen zwei Stufen einer der berühmtesten Wasserfälle Islands. In der familieninternen Rangliste aller bisher gesehenen Wasserfälle durchaus weit oben, allerdings nicht unter den ersten drei. 🙂

Stopp Nummer 2: Geothermalfelder & Geysire. Die Geschichte dazu ist interessant. In diesem Thermafeld gibt es nämlich einen Geysir namens ‚Geysir‘ und genau von dieser heißen Quelle haben alle anderen Geysire der Welt ihren Namen bekommen. Der Geysir selbst ist allerdings momentan nicht aktiv. Sein Kollege, Strokkur, direkt daneben dagegen sehr wohl. Sehr zuverlässig pustet er alle paar Minuten unterschiedliche hohe Fontänen heißes Wasser in die Luft. Sehr ungünstig, wenn man da auf der falschen Seite steht. Aber wir hatten ja trockene Wechselsachen für die jungen Herren dabei. 🙂

Stopp Nummer 3: Der Þingvellir Nationalpark. (Das Þ wird ein bisschen wie das englische ‚th‘ gesprochen.) Endlich wieder ein Unesco Welterbe!!!! Was hab ich es vermisst. Der Nationalpark hat gleich mehrere besondere Orte zu bieten. Da wäre zum einen die hübsche kleine Kirche direkt neben der Sommerresidenz des isländischen Premierministers.

Zum zweiten das Alþing – das älteste Parlament der Welt. Þingvellir bedeutet übersetzt in etwa so viel wie Versammlungsebene und angeblich sollen sich schon seit 930 bis ins Jahr 1798 die verschiedenen isländischen Oberhäupter jedes Jahr im Juni für zwei Wochen hier versammelt haben, um im Alþing Gesetze zu verlesen und Recht zu sprechen. (In unmittelbarer Nähe auch gleich noch das Ertränkungsbecken, für den Fall das einzelne Urteile direkt vor Ort vollstreckt werden mussten.)

Zum dritten die Kontinentalspalte – die plattentektonische Grenze zwischen der amerikanischen und der eurasischen Platte, die sich quer durch Island zieht. Das Auseinanderdriften der beiden Platten hat – ähnlich wie im Norden der Insel – auch hier über die Jahrtausende eine Schlucht (und reichlich vulkanische Aktivität) entstehen lassen. Die Silfra-Spalte – die Fortsetzung der Schlucht unter Wasser – ist wohl ein ganz besonders attraktives Ziel unter Tauchern auf der ganzen Welt.

Und schließlich, als besondere Zugabe für mich, wurden im Þingvellir Nationalpark mehrere Szenen für Game of Thrones gedreht. Das musste ich mir natürlich genauer ansehen. Irgendwie passt die Serie einfach hervorragend in diese Landschaft. (oder umgekehrt?) Und ich konnte mir förmlich vorstellen, wie Arya, the Hound oder Briene of Tarth hier durch Westeros geritten und gewandert sind. 🙂

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