Nach einer sehr regenreichen Nacht klarte es am Morgen auf und wir bekamen einen sehr schönen, wenn auch ein wenig wolkenverhangenen Sonnenaufgang über dem Meer zu sehen.

Da unser Wanderunterfangen in Bora-Bora ja nicht wirklich von Erfolg gekrönt gewesen war, hatte ich quasi noch Einen gut. 🙂 Also auf ein Neues die festen Schuhe geschnürt und den Wanderrucksack aufgesetzt. Geplant waren zwei kleine Runden zu einem bzw. zu drei hübschen Wasserfällen. Der Weg zu Nummer 1 war mehr ein kurzer Spaziergang als eine Wanderung. Es gab einen breiten Wanderweg am Fluss entlang und am Rand wuchsen riesiger Bambus und Bäume, die mit Unmengen an Sternfrüchten beladen waren.




Der Wasserfall, der Cascade Vaimahuta, zu dem der Weg führt, kann sich in der Reihe der Wasserfälle, die wir schon besuchen durften, durchaus sehen lassen. Da es in der Nacht davor so viel geregnet hatte, führte er auch besonders viel Wasser. Ein großartiges Bild mitten zwischen den grünbewachsenen Felsen.



Der Startpunkt des zweiten, etwas längeren Weges zu drei weiteren Wasserfällen liegt ganz in der Nähe. Allerdings hatte der starke Regen in der Nacht offenbar Teile des Weges unterspült, so dass diese Strecke nicht begehbar war. Also fix eine Alternative gesucht. Die Wanderapps kannten noch einen weiteren Wasserfall nicht allzu weit entfernt. Allerdings war dieser Weg nicht ansatzweise so gut erschlossen bzw. präpariert wie der, den wir gerade gegangen waren. Aber egal. Da war ein Weg und die Natur um uns herum war bezaubernd.



Die erste Herausforderung aber gab es schon nach wenigen Metern: Es galt, einen kleinen Fluss zu überqueren. Nun hatte es die letzte Nacht ja durchaus ein wenig heftiger geregnet (ihr erkennt das Motto des heutigen Tages, nicht wahr?! :-D) und so war der kleine Fluss, den man laut Wanderapp problemlos von Stein zu Stein überqueren kann, beträchtlich angeschwollen.

Aber was soll‘s, wir waren schließlich zum Wandern hier! Da lassen wir uns doch nicht von so einem Möchtegern-Flüsschen aufhalten. Grundsätzlich wurden zwei verschiedene Strategien für die Überquerung gewählt. Gruppe 1 war die mit dem, „ich zieh einfach die Schuhe aus und wate mittig durch“-Ansatz. Gruppe 2 versuchte durch geschicktes „von Stein zu Stein springen“ die andere Seite des Flusses trockenen Fußes (und Schuhs) zu erreichen. Auch wenn ich der Geschichte damit ein wenig vorgreife, kann ich euch an dieser Stelle schon erzählen… es blieb nicht bei dieser einen Flussüberquerung…


…und nach etwa drei Kilometern und dem nächsten, noch etwas tieferen Fluss und einem immer schlammiger werdenden Weg stand nicht nur die Entscheidung zur Umkehr fest (ohne Wasserfallsichtung), sondern es setzte sich auch eine gänzlich andere Über-… nein, Durch-querungsmethode durch. Jetzt war es auch egal. 😀

Da unsere Wanderausrüstung für den Tag nun nicht mehr wirklich zu gebrauchen war und am Himmel schon wieder tief dunkle Wolken mit Regen drohten, beschlossen wir, dass dies der passende Zeitpunkt wäre, um einmal die Insel komplett zu umfahren und dabei noch die eine oder andere Sehenswürdigkeit oder Aussicht im Rahmen eines kurzen Zwischenstopps mitzunehmen.
Tatsächlich umfahren haben wir allerdings nur Tahiti Nui („Groß-Tahiti“). Tahiti Iti („Klein-Tahiti“), der südlich gelegene kleinere Teil der Doppelinsel, die Tahiti ausmacht, heben wir uns für das nächste Mal auf.


Wie auch auf den beiden anderen Inseln, sieht man entlang des Wegs immer wieder kleine Feuer oder in der Ferne Rauch aufsteigen. Erst dachten wir an irgendwelche religiösen Gründe, bekamen aber auf Nachfrage mit einem Lachen die Antwort, dass die Menschen so lediglich ihre Gärten oder den Strand „sauber“ halten, in dem sie regelmäßig alte, trockene Palmblätter u.ä. verbrennen.

Insgesamt ist es auf den Inseln übrigens ausgesprochen sauber. Nirgendwo liegt Müll oder Dreck herum und es wird viel Wert auf Mülltrennung und Recycling gelegt.
Kurz bevor wir wieder zuhause ankamen, machten die dunklen Wolken ihre Drohung war und es schüttet wie aus Eimern. Gut, dass unser Haus ein Vordach hat, unter dem sich auch bei Regen ganz hervorragend zusammensitzen und was kleines zum Abendbrot essen lässt. 🙂








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