Wenn wir schon auf Tahiti Station machen, wollten wir auch der Hauptstadt von Französisch-Polynesien einen Besuch abstatten. Papeete (gesprochen Papé-é-té) hat etwa 27.000 Einwohner und nach den kleinen Inseln und Dörfern der letzten Tage fühlt es sich an wie eine Großstadt. Es gibt sogar so etwas wie eine Autobahn auf der man auf einem kurzen Abschnitt bis zu 90 km/h schnell fahren darf. (Also wenn man ein Fahrzeug hat, was solche schwindelerregenden Geschwindigkeiten erreichen kann – das uns zugewiesene Modell mit ungefähr 3 PS und 0,5 l Maschine schaffte es mit viel gutem Zureden bergab auf knapp über 70…)

Generell gilt auf den Inseln sonst eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h außerorts und 40 km/h in den Dörfern. Aber da die Polizei keine Messungen durchführt und sich auf den kleinen Inseln sowieso wohl eher selten blicken lässt, scheint da viel auch Gefühlssache zu sein – sowohl, was die Geschwindigkeit angeht als auch das Fahren ohne Licht in der Nacht, das Nutzen von E-Bikes mit bis zu 4 Personen, das Platzieren von Kleinkindern auf Motorrollern stehend zwischen den Beinen des Fahrers oder in Bezug auf wahnwitzige Überholmanöver vorzugsweise vor uneinsehbaren Kurven. Autofahren in Französisch-Polynesien gehört definitiv auch wieder zu den abenteuerlichen Urlaubserlebnissen. Nur vor Fußgängerüberwegen wird ausnahmslos immer angehalten, wenn jemand über die Straße möchte. Und vor Straßenhunden, die sich immer wieder spontan entschließen genau vor dir auf die Straße zu laufen.
In Papeete allerdings gelten nahezu alle klassischen Regeln wie zuhause (mit Ausnahme der „wer hat gesagt auf einen Motorroller passen nicht auch vier Personen“-Sache) und die Polizei ist deutlich präsenter. Sowohl beim Überwachen der Geschwindigkeit als auch beim Parkverstöße ahnden. (Und da gibt es reichlich zu tun. 🙂
Erstes Ziel unseres Ausflugs war der berühmte Markt von Papeete.

Dort gibt es so ziemlich alles zu kaufen – Obst und Gemüse, frischer Fisch, Blumen, Kleidung, natürlich die legendäre tahitianische Vanille und die schwarzen Perlen. Wenn man nach etwas Besonderem sucht, sollte man früh aufstehen – gegen 8:30 Uhr sind die ersten Stände bereits ausverkauft.








Außerdem gibt es natürlich jede Menge Imbissstände – von Waffeln über Bubble Tea bis hin zu chinesischem Fastfood ist alles dabei.


Zweiter Stopp – der Yachthafen von Papeete. Schon ganz hübsch anzuschauen, was da so vor Anker liegt und es ist ein netter Spaziergang am Wasser entlang.


Dann noch ein wenig durch das Stadtzentrum geschlendert – viele kleine Läden, die ‚Cathédrale‘ Notre-Dame, viele Cafés und Restaurants und vor allem viele der so genannten Roulottes – Imbisswagen, die es überall auf den Inseln gibt und bei denen man für kleineres Geld ein Mittag- oder Abendessen bekommen kann. (In der Regel vor allem natürlich Poisson cru und Sushi sowie chinesische Nudeln oder Pommes.)



Anschließend auf dem Rückweg noch am Grab von Tahitis letztem König – Pomare V. – vorbeigefahren. Kultur muss schließlich sein! Insgesamt aber eine eher traurige Geschichte mit den letzten Königen von Tahiti stark geprägt durch den französischen Kolonialismus…

Und wenn man dann zur Rush-hour aus Papeete rausfahrenden möchte, ist es so wie in jeder anderen großen Stadt…

Den Tag über war es halbwegs trocken geblieben, aber gegen Abend wurde es wieder sehr dunkel und es regnete wieder monsunartig die ganze Nacht hindurch. Einziger Vorteil des Regenwetters – die Anzahl der fliegenden (und stechenden) Insekten reduziert sich deutlich- und davon gibt es hier viele. Solltet ihr eine Reise nach Französisch-Polynesien planen, denkt auf jeden Fall daran, reichlich Mosquitospray mitzubringen. Die meisten dieser Blutsauger gab es definitiv auf Moorea. Auf Bora-Bora war es ganz gut auszuhalten, aber Tahiti hat durchaus wieder respektable Mengen vorzuweisen. Gut, dass in unserem Häuschen mehrere biologische, mobile Mückenvernichtungseinheiten zuhause sind. 🙂

Im Gegensatz zu unseren anderen Mitbewohnern, die als Mückenfänger zwar unbrauchbar, aber dafür als Spielgefährte unschlagbar waren. 🙂

Später kam noch unser sehr sympathischer Gastgeber Michel vorbei, um sich nach unserem Wohlergehen zu erkundigen und Vova selbst gefangenen Fisch vorbeizubringen.

Wie es Vovas Art ist, wurde Michel umgehend auf ein kühles, hopfenhaltiges Getränk eingeladen. Michel spricht kaum Englisch und Vova kein Französisch, aber nichts desto trotz führten die zwei eine lange, sehr angeregte Unterhaltung während derer Michel Vova davon überzeugte, auf jeden Fall auch ein Gästehaus in unserem Garten zu bauen und über Airbnb anzubieten und Michel dafür bereits nach kurzer Zeit zum leidenschaftlichen Unterstützer der Ukraine im Krieg gegen Russland wurde. Ich habe keine Ahnung, wie er das immer macht. 😀

Michel erzählte uns auch, dass solch starker und andauernder Regen sehr ungewöhnlich für die Jahreszeit ist. In der Regel gibt es solches Wetter im Sommer, im Dezember, und dazu Temperaturen um die 35 Grad. Aber egal. Zumindest bekamen wir so einen der schönsten Regenbögen überhaupt zu sehen.

Die Tage waren größtenteils trocken und morgen geht es weiter nach Rangiroa. Das Highlight und der Abschluss unserer Tour durch Französisch-Polynesien – 5 Tage auf einem Catamaran durch das Tuamotu-Archipel. Ich bin so gespannt. 🙂






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