Wenn das gute Wetter nicht zu uns kommt, müssen wir eben dahin fahren, wo es mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit ‚gutes Wetter‘ gibt. Und was liegt näher, wenn man für ein paar Tage nach ungetrübtem Sonnenschein sucht, als die Wüste von nebenan. Also das Navi eingestellt – Ziel: Death Valley – das Tal des Todes, der heißeste und trockenste Ort der USA. Ich hatte eine hübsche Route ausgetüftelt, um auf unserem Weg durch das Tal vor der Weiterfahrt nach Las Vegas möglichst viele der Sehenswürdigkeiten mitzunehmen. Das Badwater Basin – der tiefste Punkt der USA (85m unter dem Meeresspiegel) – und der Devils Golf Course – die Salzstrukturen, die so bizarr wirken, dass man bei der Namensgebung zu dem Schluss kam, dass hier wohl der Teufel Golf gespielt habe – standen ebenso auf der Liste wie die bis zu 50m hohen Dünen in den Mesquite Sand Dunes und die wandernden Felsen der Racetrack Playa. Wir waren gespannt…
Nun die gute Nachricht zuerst: es hörte tatsächlich sehr bald auf zu regnen, die Sonne strahlte vom Himmel und mit jedem Kilometer wurde es wärmer und wärmer.

Die schlechte Nachricht: Der Regen des Vortages hatte auch das Death Valley erreicht und an diesem einen Tag hatte es im Tal fast so viel geregnet wie sonst im ganzen Jahr. Als Folge davon kam es zu Überflutungen, Geröll und Schlamm wurden ins Tal gespült, sämtliche Zufahrtsstraßen wurden beschädigt oder zumindest teilweise versperrt. Es gab für uns keinen Weg, ins Death Valley zu gelangen. In der gesamten Messgeschichte seit 1911 hatte es im Death Valley nur ein einziges Mal an einem Tag mehr geregnet.

Nun gut… dann wohl kein Death Valley für uns dieses Jahr und stattdessen ein wenig mehr Zeit in ‚Sin City‘ – Las Vegas.

Las Vegas ist eine verrückte Stadt, unglaublich geschäftig, laut, grell und – wenig überraschend mitten in der Wüste – heiß. Überall riesige Leuchtreklamen, Neonlichter, gigantische LED-Wände. Große, breite Straßen durchziehen die Stadt. Zum Überqueren gibt es vor allem an den größeren Kreuzungen Fußgängerbrücken.


Da wir ja einige Wanderetappen in diesem Urlaub ausgelassen haben, gelang es mir gegen nur geringen Widerstand, die Reisegesellschaft davon zu überzeugen, den berühmtesten Teil Las Vegas‘ zu Fuß zu erkunden. Einmal den ‚Strip‘, den südlichen Teil des Las Vegas Boulevard, hoch und runter – von einem legendären Casino-Hotel zum nächsten.

Man weiß bei der Aufzählung der vielen berühmten Hotel gar nicht, wo man anfangen soll. Da sind die mittelgroßen Komplexe wie das Wynn mit seinen ‚Wasserfällen‘ und dem riesigen See auf den nachts Bilder und Shows projeziert werden. Da ist natürlich der Trump-Tower – das dritthöchste Gebäude der Stadt. Und da sind die ein wenig in die Jahre gekommenen Klassiker wie das Treasure Island Hotel.




Weiter den Strip entlang: das berühmte ‚The Mirage‘, in dem bis 2003 Siegfried und Roy mit ihren weißen Tigern auftraten. Weiße Tiger und Löwen sowie Delfine kann man heute immer noch im Secret Garden des Hotels besuchen.


Und dann gleich hinter Caesar‘s Palace, einem der ältesten Hotels am Strip, das in der Vergangenheit immer wieder erweitert und umgebaut wurde,…

… das Bellagio – eines der größten Hotels auf der ganzen Welt – benannt nach der italienischen Stadt am Comer See. Mit seinem künstlichen Mini-Zoo im Inneren des Gebäudes und den berühmten Fontänen davor hat es mir von allen Hotels mit am besten gefallen.







Direkt gegenüber vom Bellagio das ‚Paris Las Vegas‘ mit Eiffelturm, Triumphbogen und Montgolfier-Ballon.


Nebenan… das Hotel ‚New York, New York’ und das ‚Excalibur’ mit seinem Mittelalter-Ritter-Thema.


Und schließlich das Luxor-Hotel mit dem berühmten Lichtstrahl, der nachts aus der Pyramide in die Höhe schießt und aus weiter Entfernung sichtbar ist.





Natürlich hat jedes der Hotels in Las Vegas (und die oben genannten sind nur eine kleine Auswahl) ein oder mehrere Casinos. In zahlreichen der Hotels finden täglich Shows statt – Cirque du Soleil, die Blue Man Group, Popstars, Magier und Comedians geben sich die Ehre.

Zum Abend haben wir dann noch der berühmten Fremont Street einen Besuch abgestattet – nach dem Strip die bekannteste Straße von Las Vegas mit dem ebenso bekannten Neon-Cowboy, der aber bei unserem Besuch aufgrund von Bauarbeiten gerade nicht leuchtete.




Vielleicht lag es daran, dass Samstagabend war, vielleicht an der späten Uhrzeit, vielleicht an einem Live-Auftritt irgendeiner Band an diesem Abend in der Straße, aber die Fremont Street war unfassbar voll mit Menschen. Am ‚Eingang‘ gab es Taschenkontrollen und Kinder unter 18 Jahren wurden nicht reingelassen. Also suchten wir uns stattdessen ein hübsches Lokal in der Nähe für ein kleines Abendessen und fuhren anschließend zurück, um noch eine kleine Runde durch das LINQ – einem Vergnügungsviertel in der Nähe des Strip – zu spazieren. Neben Zip Lines, die hoch über der Straße entlangführen, sowie unzähligen Restaurants und Läden, steht dort auch das zweithöchste Riesenrad der Welt – the High Roller.


Wer Unterhaltung, Trubel und das grelle Nachtleben mag und wem die Wüstenhitze nichts ausmacht (bzw. auch der Temperaturunterschied von etwa 20 Grad zu den klimatisierten Hotels) kommt in Las Vegas voll auf seine Kosten. Außerdem gibt es hier Kuchenautomaten in den Fußgängerzonen!!!! Sie wissen, wie sie mich kriegen.

Und falls man nach seinem Aufenthalt in der Hauptstadt der Unterhaltung dann doch noch Dollar übrig haben sollte, hat man in Las Vegas sogar am Flughafen noch die Möglichkeit, diese in einem der Spielautomaten zu versenken. 😀

Eine besondere Erfahrung ist Las Vegas auf jeden Fall und ein gelungener Abschluss zu den letzten dreieinhalb Wochen Reise um die halbe Welt mit ihren vielen unterschiedlichen Facetten und Erlebnissen. Was für ein wunderbares Abenteuer. Bis ganz bald… 🙂








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