Yosemite

Lange habt ihr darauf warten müssen, aber hier ist es nun endlich mal wieder… ein Unesco Welterbe – die nächste Etappe auf unserem USA-Kurzbesuch: der Yosemite Nationalpark.

Etwa vier Stunden Fahrt von San Francisco entfernt, liegt Yosemite an der Westseite der Sierra Nevada – dem längsten und höchsten Gebirge der USA (von Alaska einmal abgesehen). Und so findet man im Nationalpark neben Riesenmammutbäumen, Flüssen und Wasserfällen vor allem eines: Felsen.

Zwei der bekanntesten Granitfelsen bzw. -kuppeln sind El Capitan – ein beliebtes Ziel für Bergsteiger – und der Half Dome, von dessen Gipfel aus man eine großartige Aussicht über den Park hat. Der Half Dome war eines der möglichen Ziele, das ich für die erste Wanderung ins Auge gefasst hatte. Aktuell ist die Straße, die zum Fuß des Halfdomes führt, aber gesperrt, so dass der Felsen nur über eine Ganztageswanderung zu erreichen gewesen wäre. So fiel unsere Wanderrouten-Wahl stattdessen auf 1) die Yosemite Falls und 2) Tenaya Lake – zwei Ziele in ganz unterschiedlichen Gebieten des Parks, zu denen sich gut (und unserer Konstitution angemessen) wandern lässt.

Der Weg zu den Yosemite Falls ist Teil des Valley Loop Trails – einem Rundwanderweg im Yosemite Valley. Das Tal im Zentrum ist nur ein winziger Teil des Parks, aber bei weitem der am besten erschlossene und der mit den meisten Besuchern. Im Valley verkehren sogar Shuttle Busse, die die Besucher zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten und Wanderrouten bringen.

Yosemite ist ein wahnsinniger Touristenmagnet. Jedes Jahr kommen fast vier Millionen Besucher, um im Park zu wandern, zu klettern, zu reiten oder im Winter Ski zu fahren. Allein das Netz an Wanderwegen im Park ist fast 1.300km lang. Um die Natur zu schützen und die Besucherzahlen ein wenig unter Kontrolle zu halten, benötigt man mittlerweile eine Reservierung, um tagsüber in den Park einzufahren. Diese muss man vorab erwerben, sonst ist ein Parkbesuch nicht möglich. Für den Besuch der abgelegeneren Bereiche oder für längere Aufenthalte – zum Beispiel für mehrtägige Wandertouren – benötigt man zusätzlich weitere Genehmigungen.

Die Yosemite Falls sind fast 740m hoch und gehören damit zu den höchsten Wasserfällen der Welt. Allerdings regnet es im Sommer im Yosemite kaum und so sind die Wasserfälle gegen Ende des Sommer in der Regel fast völlig ausgetrocknet. Aber wir hatten noch Glück… 🙂

Die Wanderwege lassen keine Wünsche des unbedarften Freizeit-Wanderers offen. Alles ist perfekt ausgeschildert, im Tal gibt es sogar Sanitärhäuschen und Wasserspender, um die Wasserflaschen aufzufüllen, und was den Schwierigkeitsgrad der Wanderrouten angeht, gibt es alles von „hier-kann-man-im Notfall-auch mit Badelatschen-lang“ und „diesen-Weg-sollten-nur-Menschen-mit-Steigeisen-und-40jähriger-Klettererfahrung-wählen“.

Neben den üblichen Hinweisen zum Verhalten und zu Vorsichtsmaßnahmen im Park bekommt man im Yosemite immer noch eine gesonderte Belehrung in Bezug auf Bären. Von denen gibt es hier einige, und um zu verhindern, dass es zu unangenehmen Begegnungen zwischen Mensch und Tier kommt, gibt es einige Dinge zu beachten. Das wichtigste dabei ist der Umgang mit Lebensmitteln oder Essensresten. In den Campingplätzen beispielsweise muss alles in speziellen Behältern aufbewahrt werden und für den Abfall gibt es besondere, bärensichere Mülltonnen. Auch sollte man tunlichst darauf achten, kein Essen im Auto liegen zu lassen – solange man Wert darauf legt, das eigene Fahrzeug nach der Nacht noch verschlossenen vorzufinden. 🙂

Unsere zweite geplante Station im Park – der Tenaya Lake – liegt auf fast 2.500m Höhe (der höchste Punkt im Park liegt bei fast 4.000m). Tenaya ist der Name eines der Häuptlinge des Indianerstamms, der auf dem Gebiet des Parks lebte: die Ahwahnee. Bei den umliegenden Indianerstämmen waren die Ahwahnee allerdings unter einem anderen Namen bekannt: Yosemite – diejenigen, die töten…

Auf unserer Fahrt zum See im nördlichen Teil des Parks kamen wir an einigen abgebrannten Bereichen des Waldes vorbei und es lag immer wieder ein deutlicher Brandgeruch von den nicht weit entfernten Waldbränden in der Luft. Tatsächlich war dieser Teil des Parks auch erst vor kurzem wieder freigegeben worden. Interessant fand ich allerdings, dass die Mammutbäume im Park tatsächlich regelmäßige Waldbrände benötigen, denn die Samen keimen nur auf zuvor verbranntem Boden.

Dass wir es in diesem Urlaub mit ganz besonderen und ungewöhnlichen Wetterlagen zu tun haben, sollte auch auf Yosemite zutreffen und so begann es auf unserer Fahrt zum Tenaya Lake – in diesem Park, in dem es im Sommer eigentlich ja kaum regnet – plötzlich wie aus Einern zu schütten. Und es sah auch nicht so aus, als würde es in wenigen Minuten wieder aufhören. Und Wandern im strömenden Regen macht auch nur halb so viel Spaß. Also fiel die zweite Wanderung buchstäblich ins Wasser. Und auch wenn die jungen Herren sich redlich bemühten, mich vom Gegenteil zu überzeugen, werde ich irgendwie das Gefühl nicht los, dass sie meine Enttäuschung darüber gar nicht unbedingt zu 100% teilten. 😀

In der Hoffnung auf eine Besserung der Wetterlage verließen wir Yosemite und steuerten Mono Lake an – einen Natronsee nur wenige Kilometer außerhalb des Parks. Nach der wunderschönen grünen Landschaft im Yosemite sah es auf dem Weg zum See entlang der Straße nun ganz anders aus…

Aus dem Mono Lake wurde seit den 1940er Jahren Trinkwasser bis nach Los Angeles abgepumpt. Dadurch sank der Wasserspiegel und der ohnehin schon stark salzhaltige See wurde immer salzhaltiger und alkalischer. Zwischenzeitlich lag der Salzgehalt bei bis zu 99 Gramm pro Liter (zum Vergleich der Salzgehalt der Ozeane liegt bei etwa 32g pro Liter). Gleichzeitig wurden aber auch ganz bizarre, besondere Felsformationen freigelegt.

Mittlerweile steigt der Wasserspiegel des Sees wieder und man geht davon aus, dass sich der Salzgehalt bei etwa 69g pro Liter einpendeln wird.

Nun machte uns das Wetter nicht die Freude, den Regen zu beenden und der kurze Fußweg zum Mono Lake (schließlich musste man das Wasser ja zumindest einmal „kosten“ – es war wirklich wahnsinnig salzig, wer hätte das gedacht) hatte ausgereicht, um sämtliche Klamotten komplett zu durchzuweichen. 😀 Also fix weiter zu unserer nächsten Unterkunft im beschaulichen June Lake auf etwa 2.300m Höhe in einer Gegend, die auch „die Schweiz Kaliforniens“ genannt wird und in die die Besucher vor allem zum Wandern, zum Skifahren und zum Forellenfischen kommen. Ein sehr beschauliches Örtchen. 🙂

2 Antworten zu „Yosemite”.

  1. Avatar von Daggi Dinkelschnitte

    Einst gezeltet im Y- Waldpark- Notzeltplatz. Essen musste wie auf’m Pütt die Klamotten hier in den Baum hochgezogen werden. Trotzdem raschelte es am Zelt nächtens. Bereit, der Bestie mit dem Taschenmesser bewaffnet ins Antlitz zu sehen, diesem ….. wie soll ich sagen: dem Waschbären!

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    1. Avatar von glueckaufreisen

      😅 nun, lieber so. Ich bin nicht sicher, wie weit man mit dem Taschenmesser bei nem Schwarzbären kommt. 😀

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