Vorletzter Stopp unseres hübschen kleinen Bötchens war Maskat (auch Muscat), die Hauptstadt des Oman. Schon bei der Einfahrt in den Hafen zeigte sich hier eine andere Kulisse als in den vorherigen Häfen. Neben dem riesigen weißen Weihrauchkessel, den man schon aus der Ferne sehen kann, den Festungen zu beiden Seiten der Hafeneinfahrt (und der unverschämt großen Yacht des Sultans) prägen vor allem Felsen und Berge die Landschaft.



Und für unseren Besuch im Oman hatte ich etwas Besonderes ausgesucht und organisiert. Auf Empfehlung eines Freundes wollten wir das Wadi Shab besuchen – eine besonders schöne und sehenswerte Schlucht im Osten des Hadjar-Gebirges, in der man durch eine ganz besondere Landschaft wandern und in Wasserbecken mit türkis-blauem Wasser schwimmen kann. Und am Ende des Wadis soll es eine Höhle und einen Wasserfall geben. Mal etwas anderes als unendliche Sandwüste oder Häuserschluchten und Wolkenkratzer. Dort wollte ich sehr gern hin.
Nun liegt das Wadi ca. anderthalb Autostunden vom Maskat entfernt und von Seiten der Kreuzfahrtgesellschaft wurde keine Tour dahin angeboten. Mein Freund hatte mir aber versichert, dass man die Reise auch problemlos auf eigene Faust machen kann und dass das Wadi touristisch außerordentlich gut erschlossen und beliebt ist. Und so hatte ich einfach im Vorhinein bei einer Autovermietung im Zentrum von Maskat online ein Auto reserviert. Also ausnahmsweise einmal ganz früh aufgestanden, fix was Kleines vom Frühstücksbuffet und dann mit dem Taxi Richtung Autovermietung.
Dazu muss man wissen… im Hafen von Maskat dürfen sich Touristen nicht allein bewegen. Daher gibt es Shuttlebusse, die einen zum Hafenausgang bringen. Und gleich vor dem Ausgang warten ungefähr 50 Taxis (wenn nicht mehr) und kaum dass man aus dem Shuttlebus aussteigt, ist man von etwa 20 Männern umringt, die ohne Pause mit „Taxi? City Tour? Come! Come! nice tour! good price!“ auf einen einreden. Diese Art von Situationen sind überhaupt nicht mein Ding und ich war sehr froh, eine Reihe von größeren Jungs und Männern dabei zu haben, die die sich um uns drängenden Menschen freundlich (wenn gar nichts half auch mal weniger freundlich) aber bestimmt auf Abstand hielten. Nun brauchten wir aber ein Taxi, um zur Autovermietung zu gelangen. Im Gegensatz zu den Ländern vorher, gibt es im Oman keine Taxameter und der Preis ist Verhandlungssache. Auch sind Taxifahrten hier beträchtlich teurer als beispielsweise in Dubai oder Doha. Und schließlich waren wir auch noch nicht im Besitz von omanischen Rial – der lokalen Währung und eine Zahlung per Karte war anders als in den anderen Emiraten nicht möglich (oder gewünscht). Generell werden (nicht nur von Taxifahrern auch in den Geschäften) alle größeren Währungen akzeptiert – man muss dann nur bereit sein, einen nicht mal eben kleinen Aufschlag in Kauf zu nehmen.

Nun hatten wir nicht wirklich eine Wahl und so wurden wir schließlich nach zähen Verhandlungen zu einem zwar günstigeren aber immer noch unanständig hohen Preis zur Autovermietung gefahren. Und diese war… geschlossen. Es gab keinerlei Hinweise an Türen oder Fenstern aus denen sich eine Öffnungszeit hätte entnehmen lassen können, aber ein freundlicher Bauarbeiter vor dem Gebäude meinte, dass hier vor 10 Uhr bestimmt niemand käme. Nun mussten wir ja aber pünktlich vor dem Ablegen des Schiffes wieder zurück sein. Das Wadi war mindestens 1,5 Stunden entfernt und am Wadi selbst sollte man für Wanderung, Schwimmen, Wasserfall… mindestens 3 – 4 Stunden einplanen. 10 Uhr wäre also deutlich zu spät gewesen. Unter den angegebenen Telefonnummern in der email-Bestätigung (angesichts des Ramadan hatte ich mir die frühe Abholzeit extra nochmal bestätigen lassen) war niemand zu erreichen. Andere Autovermietungen in der Nähe hatten noch nicht geöffnet. Geführte Touren waren natürlich nicht mehr verfügbar… also kein Wadi Shab für uns. 😦
An sich sind Kreuzfahrten eine hervorragende Möglichkeit um neue Orte im Schnelldurchlauf kennenzulernen. Und wenn es einem dort gefällt und man gern mehr sehen möchte, kommt man irgendwann für einen Urlaub vor Ort zurück. So haben wir es auch schon oft gemacht. Beim Oman bin ich nicht so sicher, ob ich da in nächster Zeit unbedingt noch einmal vorbeischauen möchte. Da gibt es doch noch einige andere Gegenden auf dieser großen Welt, deutlich weiter oben auf der Liste. Umso enttäuschter war ich, dass unser Besuch des Wadi Shab ins Wasser fiel. Aber nun gut. Ein Plan B musste her.
Der heutige Tag war mit Abstand der wärmste bisher und so entschlossen wir uns kurzerhand dazu, uns nochmal ins Taxi zu setzen und zum Strand zu fahren. Definitiv nicht die schlechteste Idee. 🙂




Erfrischt (und nicht mehr ganz so enttäuscht) machten wir uns anschließend auf den Weg zurück in die Stadt, um noch ein wenig Kultur mitzunehmen und uns einige der Festungsanlagen und den ehemaligen Sultanspalast aus der Nähe anzuschauen.








Lediglich auf einen Besuch der berühmten Sultan-Qabus-Moschee – ebenfalls eine der größten Moscheen der Welt – haben wir verzichtet. Zum Abschluss dann noch ein kurzer Abstecher zum Muttrah Souk – einem der ältesten Märkte in der arabischen Welt. Enge (und vor allem schattige! :-)) Gassen, alte Holzdächer, unzählige kleine Länden, Souvenirs, Schmuck, Gewürze, Süßigkeiten… auf diesen Märkten könnte ich Stunden verbringen.






Wer weiß, vielleicht kommen wir ja irgendwann nochmal her. Der Oman hat definitiv noch Einiges zu bieten. Also zusätzlich zum Wadi Shab. 🙂







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