Ihr kennt das schon – ein wenig Kultur gehört bei jeder Reise dazu. Und in Japan vielleicht sogar ein wenig mehr. Und so standen und stehen natürlich auch eine Reihe von Tempeln, Schreinen, Schlössern, Gärten und UNESCO-Welterbestätten auf dem Programm.
Was die religiösen Stätten in Japan angeht, hier die wichtigste Information vorab: Schreine und Tempel sind keineswegs das Gleiche sondern gehören zu zwei verschiedenen Religionen. In Shintō-Schreinen werden die Götter des Shintoismus, die so genannten Kami, verehrt. Tempel dagegen sind dem buddhistischen Glauben zugeordnet. Shintoismus und Buddhismus sind die zwei Hauptreligionen Japans, die sich allerdings an vielen Stellen auch vermischen.
Unser erstes Ziel war der berühmte Meiji-Schrein (gewidmet dem ehemaligen japanischen Kaiser Meiji und seiner Frau). Dieser liegt im Stadtteil Shibuya mitten im Herzen von Tokio und dort mitten in einem Wald. Schon der Weg dahin ist wirklich schön.

Der Zugang zum Meiji-Schrein erfolgt – wie bei Shintō-Schreinen üblich – durch ein so genanntes Torii, ein großes Tor, das den Übergang in die Welt der Kami – der Shintō-Götter symbolisiert.

Vor dem Eingang des Schreins gibt es dann bei allen Shintō-Schreinen und so auch beim Meiji-Schrein ein Wasserbecken, an dem vor dem Betreten des Schreins Hände und Mund gereinigt werden.


Als wir den Schrein betraten, fand dort gerade eine traditionelle Hochzeitszeremonie statt und wir durften ein wenig zuschauen. Was für ein Glück kann man haben. 🙂

Was ich an den Schreinen am liebsten mag, sind die unzähligen kleinen Holztäfelchen – die so genannten Ema – auf die die Gläubigen (und die Besucher) ihre Wünsche und Gebete schreiben. Wenn ich eines aus den vielen, vielen Wünschen gelernt habe, die ich in den letzten Tagen in den verschiedenen Schreinen in allen Sprachen dieser Erde (manchmal mit einem kleinen Tränchen im Auge) gelesen habe, dann dass sich die meisten Menschen auf der Welt doch eigentlich fast immer das Gleiche wünschen: Gesundheit vor allem und Freude und Glück – für die, die sie lieben und die ihnen wichtig sind. ❤


Und dann fallen einem in den Shintō-Stätten noch kleine gefaltete Papierstreifen auf, die an den unterschiedlichsten Ecken angebracht sind. Diese ‚Shide‘ sollen die Verbindung zwischen der einfachen und der göttlichen Welt darstellen.

Buddhistische Tempel dagegen betritt man in der Regel durch ein so genanntes Mon – ein großes (oft braunes) Tor mit einem Holzdach. (Die meisten Shintō-Torii sind dagegen rot.) Im Gegensatz zu Shintō-Schreinen finden sich im Inneren der buddhistischen Tempelanlagen oft Pagoden, kleinere Gärten, Steinlaternen (Toros) und unzählige Buddha-Statuen in allen erdenklichen Formen und Größen. Diese haben es mir besonders angetan. Im Zojoji-Tempel gleich neben dem Tokyo-Tower beispielsweise…

… stehen ganz viele dieser kleinen Gottheiten (‚Deities‘), die in diesem Fall Schutzengel der Kinder und Enkelkinder darstellen. Um sie zu schützen und warm zu halten, tragen sie kleine, individuell für jede Figur angefertigte, rote Mützchen. Ein wunderschönes Bild.

Es ist eigentlich unmöglich, selbst nur eine kleine Runde durch Tokio zu spazieren, ohne mindestens an 17 Schreinen und 12 Tempeln vorbeizukommen. Manchmal stolpert man auch aus Versehen fast hinein, obwohl man eigentlich ganz woanders hin wollte. 🙂 Aber es sind auch einfach so bezaubernde Orte – der Ruhe, des Friedens und des Gedenkens. Und von solchen Orten kann es eigentlich nicht zu viele geben.







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