Tokio Teil 3 – Finale

Tokio Teil 3 – Finale

Der Abschluss unseres Tokio-Besuchs verdient noch einen kurzen eigenen Beitrag, so schön und besonders war es. Für den letzten Abend hatten wir noch zwei Punkte auf dem Programm: Zum einen Abendessen in einem traditionellen Yakiniku-Restaurant und zum anderen der Besuch der teamLab ‚Planets‘ Kunstausstellung.

Beim Yakiniku ist jeder Tisch mit einem in den Tisch eingelassenen Grill ausgestattet. Man bestellt das gewünschte (rohe) Fleisch und/oder Gemüse und grillt sein Essen dann selbst am Tisch – eine Zubereitungsart, die ursprünglich aus Korea stammt.

In Ermangelung von Messer und Gabel bekommt man zu den obligatorischen Stäbchen noch eine Greifzange und eine große Schere gereicht, um das Essen in kleinere Stücke teilen zu können, sowie kleine Schälchen mit Gewürzen, Zitrone und Saucen. Die zur Auswahl angebotenen Fleischsorten (in der Regel vom Rind) lassen dabei keine Wünsche offen. Überrascht hat uns die große Menge an Innereien auf der Karte und eine offensichtliche Vorliebe für Rinderzunge als eine Art Delikatesse. Da der größte Teil der Reisegruppe, was den kulinarischen Bereich angeht, allerdings nicht unbedingt zu ausufernder Experimentierfreude neigt, blieben wir größtenteils auf sicherem Terrain und probierten uns durch die verschiedenen Rindfleisch- und Gemüsesorten. Und es war sehr, sehr lecker. 🙂

Le grand finale war schließlich die Kunstausstellung in Stadtteil Koto, im Osten von Tokio. Als ich die Werbung für die Ausstellung sah, dachte ich, es würde sich um etwas Ähnliches handeln, wie das, was wir vor zwei Jahren in Bordeaux gesehen hatten. Eine animierte Kunstinstallation, bei der man ganz in die Bilder berühmter Künstler eintaucht. Da wir von dieser Ausstellung mehr als begeistert gewesen waren und selbst die Musketiere durchweg nur positive Erinnerungen daran hatten, brauchte es gar keine Überredungskunst, um die Reisegesellschaft für mein Ausstellungsbesuchsvorhaben zu begeistern. Tatsächlich aber war das hier dann doch noch anders als Bordeaux. Vielleicht sogar noch ein bisschen großartiger. 🙂

Ihr kennt mein Konzept, durch regelmäßige Wechsel zwischen Kultur, Naturausflügen und teenager-tauglichem Entertainment, die Massen bei Laune zu halten und für eine ausgeglichene Stimmung in der Reisegruppe zu sorgen. Nur ganz selten gelingt es mal, das Unterhaltungsprogramm mit geplanten kulturellen Elementen zu kombinieren. Aber genau das schafft die teamlabs-Ausstellung! Was als „Na gut, Mama möchte das gern sehen, vielleicht wird’s ja ganz nett“ begann, endete in einer großen Begeisterung auf allen Seiten. Die Ausstellung ist tatsächlich ein Erlebnis für alle Alters- und Interessensgruppen. Sie ist in zwei Teile geteilt: den Wasser- und den Gartenteil. Und weil der Wasserteil seinem Namen alle Ehre macht, besucht man die Ausstellung barfuß. (Den Geruch in dem Raum, in dem alle ihre Schuhe auszogen (in Tokio liegen die Temperaturen derzeit um die 35 Grad und wir besuchten die Ausstellung ja abends nach einem langen, heißen Sommertag) möchte ich euch lieber nicht näher beschreiben. :-D)

Gleich hinter diesem sauerstoffleeren Raum kommt die erste Kunstinstallation, bei der man (was praktischerweise auch noch reinigend und geruchsneutralisierend wirkt) eine Art Wasserfall hinaufläuft.

Nach einem Raum zum Trocknen der Füße, dann ein Raum voller unebener weicher Erhebungen (wie verschieden große Kissen), über die schwarze Lacken gespannt waren und über die man zum anderen Ende des Raumes gelangen musste. Ich glaube nicht, dass es irgendjemand geschafft hat, ohne zu stolpern und in die Kissen zu fallen, schon allein, weil jeder Schritt eines anderen Menschen in diesem Raum den Boden zum Schwanken und Verschieben gebracht hat. 🙂

Danach – mein Lieblingsraum – unzähligen LED, die in langen Ketten von der Decke hingen und regelmäßig und passend zur Umgebungsmusik ihre Farbe und Helligkeit änderten. Ein Meer von Lichtern und Spiegeln, in dem man sich verlaufen konnte. Großartig.

Anschließend wieder ein Wasserraum, in dem das Wasser etwa kniehoch stand und in dem Fische und Wasserblumen auf die Wasseroberfläche projiziert wurden, die auf die Bewegungen der Menschen im Wasser reagierten.

Danach… Ein Raum mit riesigen weichen Luftbällen, die man durch den Raum bewegen konnten und die ihre Farbe änderten. Dann ein dunkler Raum, in dem man sich auf den Boden legte und überall um einen herum tanzte eine Blumenmeer, so dass es sich anfühlte, als würde man sich mit all den Blumen im Kreis drehen. Schließlich noch ein Außenbereich, in dem viele kleine beleuchtete eiförmige Steine standen, die, wenn man sie anstupste, die verschiedensten Töne von sich gaben. Und zum Abschluss Tausende von Orchideen, die in langen Reihen von der Decke gelassen wurden und in deren Mitte man sitzen oder liegen oder durch die man hindurchgehen konnte. Es war unbeschreiblich. Unbeschreiblich schön.

TeamLabs hat mehrere Ausstellungen und reist mit denen durch die Welt. Sollte es solch eine mal in eurer Nähe geben, lasst es euch nicht entgehen!!!

Ein wahrlich gelungener Abschluss für unseren ersten Besuch in dieser aufregenden Stadt.

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