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Die Bay of Fundy

Die Bay of Fundy

Das mit dem Wetter schien in den nächsten Tagen nicht grundlegend besser zu werden und insofern war die Reisegesellschaft nicht allzu zerknirscht, dass wir unsere Zelte in Inverness abbrachen und uns Richtung Westen aufmachten. Die wenigen großen Straßen auf Cape Breton Island sehen alle recht ähnlich aus. Reichlich Bäume zu beiden Seiten, unterbrochen nur alle paar Kilometer von einem Schild an einem abgehenden Feldweg, das die Hausnummer eines irgendwo an diesem abgehenden Weg stehenden Hauses anzeigt. Meistens steht an der Straße zusätzlich noch ein Briefkasten (in den unterschiedlichsten Farben und Formen) und / oder eine Art Kiste oder Truhe, gut gesichert gegen Bären – vielleicht für Lieferungen aller Art?!

Unsere nächste Station war Moncton in der Provinz New Brunswick ganz in der Nähe der Bay of Fundy. Moncton selbst würde man wohl eher weniger auf die Liste der Haupttouristenziele setzen, aber es ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge zu verschiedenen Attraktionen in der Gegend. (Generell sind die Entfernungen zwischen den verschiedenen interessanten Orten hier alle recht groß, so dass ein Mietwagen auf jeden Fall eine gute Investition ist.)

Und eben eine dieser Attraktionen ist die Bay of Fundy – eine Bucht am Golf von Maine genau zwischen den beiden kanadischen Provinzen New Brunswick und Nova Scotia. Das ganz besondere an dieser Bucht ist der große Höhenunterschied zwischen den Gezeiten. An der Bay of Fundy gibt es den größten Tidenhub der Welt mit bis zu 16 Metern Unterschied zwischen Ebbe und Flut. Unser erstes Ziel in der Bucht waren die Hopewell Rocks – auch Flowerpots (Blumentöpfe) genannt: Gesteinsformationen, die durch die Gezeiten geformt wurden und die bei Flut zum größten Teil unter Wasser stehen. Bei Ebbe allerdings liegen die Felsen „trocken“ und man kann im Hopewell Rock Provincial Park auf dem Meeresboden um die Flowerpots herum spazieren gehen.

Also fix die Tidenzeiten überprüft und uns relativ zeitig auf den Weg Richtung Bay gemacht, um möglichst zum Tiefstand anzukommen und so genügend Zeit im Park zu haben. Bei unserer Abfahrt in Moncton herrschten bereits am Morgen strahlender Sonnenschein und etwa 28 Grad Celsius. Bei unserer Ankunft im nur etwa 40 km entfernten Hopewell Rock Provincial Park wurden wir allerdings mit dichten Wolken und Nebel empfangen und die Temperatur war um etwa 10 Grad gefallen.

Aber gut… das kannten wir ja von Cape Breton Island schon. Irgendwie schien sich das Wetter gegen uns verschworen zu haben. 😀 Zuversichtlich (und naiv) wie wir waren, waren wir allesamt in lockerer Sommerkleidung aufgebrochen und froren bereits nach wenigen Metern. Gut dass sich im Auto zufällig noch vier Regenjacken fanden und das zweite Musketier generell viel zu cool ist, um zu frieren. 😉

Der Weg zu den Felsformationen führt zunächst etwa 500m durch ein kleines Waldgebiet. Für die weniger Wanderfreudigen gibt es tatsächlich auch einen Shuttleservice.

Nach unten geht es dann sehr komfortabel über eine Treppenkonstruktion, die offensichtlich auch für größere Touristenströme ausgelegt ist. (Die es hier bei schönerem Wetter durchaus zu geben scheint.)

Die Aussicht in Richtung Meer war wie erwartet mehr als dürftig, aber zumindest die Felsen konnte man recht gut erkennen. 😀

Und dann klarte der Himmel doch tatsächlich noch auf und die Sonne kam raus. Und man konnte nicht nur weit über das Meer hinaus sondern auch über die weiten Ebenen sehen, die in wenigen Stunden wieder vollständig von der Flut überschwemmt werden würden.

Es ist übrigens – wenig überraschend – eine recht matschige Angelegenheit dieses Laufen auf dem Meeresboden. Aber zum Glück gab es „zurück an Land“ entsprechende Reinigungsmöglichkeiten. Manche Füße und Schuhe hatten das noch ein wenig nötiger als andere. 😀

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