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Washington, D.C.

Washington, D.C.

Nach Philadelphia war unser zweites Ziel in diesem Reiseabschnitt: die Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika – Washington, D.C. Die Temperaturen waren noch weiter gestiegen, aber das hielt uns natürlich nicht von zwei Tagen intensivem Sightseeing ab. Selbstverständlich zu Fuß… Zum Glück für die Touristen wurde die Stadt am Reißbrett als Hauptstadt geplant und entworfen, so dass zum einen viele der wichtigsten Orte recht nah beieinander liegen (also zumindest für amerikanische Verhältnisse) und man sich außerdem was die Orientierung in der Stadt angeht, recht schnell gut zurechtfindet.

Washington war ursprünglich als ein Quadrat mit 10 Meilen Seitenlänge geplant, wobei die Ecken dieses Quadrates jeweils genau in eine der vier Himmelsrichtungen zeigen. Wie in vielen amerikanischen Städten sind die Straßen, die von Nord nach Süd verlaufen, durchnummeriert. Die von Ost nach West verlaufenden Straßen sind alphabetisch geordnet. Startpunkt ist in Washington jeweils in alle Richtungen das Kapitol – also der Sitz des Kongresses.

Der District of Columbia ist übrigens kein eigener Bundesstaat sondern direkt dem Kongress der Vereinigten Staaten unterstellt. Und weil D.C. kein Bundesstaat ist, ist es auch nicht im Senat vertreten. (Das bedeutet für die Einwohner deutliche Einschränkungen u.a. beim Wahlrecht – einer der Gründe, warum man viele Autos in der Stadt mit dem Aufkleber oder Kennzeichenspruch „Taxation without representation“ herumfahren sieht – da die Einwohner von D.C. zwar steuerlich so wie alle anderen behandelt werden, was die politische Einflussnahme angeht aber eben nicht.)

Neben dem Kapitol befinden sich bekanntermaßen auch noch das Weiße Haus und der oberster Gerichtshof (Supreme Court) in Washington. Da gerade als wir daran vorbeikamen im Supreme Court ein verdächtiger Gegenstand gefunden wurde, wurde das Gebiet drumherum weiträumig abgesperrt, so dass ich hier leider nicht mit einem Foto dienen kann.

Ansonsten ist in der Stadt einfach alles wahnsinnig groß. Es wirkt, als müsste alles einfach noch ein Stück imposanter, noch pompöser sein. Lediglich Wolkenkratzer sucht man in Washington vergebens, denn Gebäude dürfen in der Stadt nicht größer sein als die angrenzende Straße breit ist zuzüglich 6,10 Meter. Nur drei Gebäude – die schon bestanden bevor das entsprechende Gesetz erlassen wurde – sind höher. Eines davon ist das Washington Monument.

Verbindendes Element zwischen vielen Sehenswürdigkeiten im Zentrum von Washington ist die National Mall – eine riesige Promenade, die vom Kapitol bis zum Lincoln Memorial führt. Auch das Weiße Haus grenzt an die National Mall.

Die Stelle, von der aus Martin Luther King seine berühmte „I have a dream“ Rede gehalten hat

Dazwischen liegen einige Sehenswürdigkeiten wie der (Lincoln Memorial) Reflecting Pool (der so heißt, weil sich darin, je nachdem wie man darauf schaut, das Lincoln Memorial oder das Washington Monument spiegelt).

Außerdem noch das sehr wuchtige World War II Memorial…

Aber auch abseits der National Mall gibt es in der Stadt einiges zu sehen. Vom FBI-Gebäude bis hin zum Einstein-Memorial oder dem (eher schon enttäuschend-nüchternen) Pentagon (wobei das genau genommen nicht in Washington sondern außerhalb in Arlington liegt).

Ein wenig vom Stadtzentrum entfernt findet man ein ganz anderes Washington. In Georgetown – früher eine eigenständige Stadt – gibt es neben einer hübschen Waterfront auch noch „klassische“ Häuser und kleinere Straßen. Neben der Retortenstadt, in der alles groß, weit und laut ist, ein bisschen wie eine andere Welt.

Und schließlich stand noch der Arlington National Cemetery – der Nationalfriedhof auf dem Programm. Auch er liegt ebenso wie das Pentagon eigentlich außerhalb der Stadtgrenzen von Washington. Der Arlington National Cemetery ist einer von zwei Friedhöfen, der von der United States Army verwaltet wird.

Auf dem Friedhof in Arlington gibt es über 400.000 Gräber. Zwei besonders bekannte sind zum einen das Grab von John F. Kennedy…

…und zum anderen das „Grab des unbekannten Soldaten“. An diesem steht 24 Stunden am Tag eine Wache, die alle halbe Stunde in einem Zeremonie-ähnlichen Ablauf wechselt. (Zwischen Oktober und April zu jeder vollen Stunde) Während der Wachzeit läuft der Soldat immer genau 21 Schritte vor dem Grabmal entlang, wartet dann und schaut 21 Sekunden nach Osten, anschließend 21 Sekunden nach Norden, lehnt dann das Gewehr an die dem Besucher zugewandte Schulter, um zu zeigen, dass er zwischen dem Grabmal und jeder potenziellen Bedrohung steht und läuft dann wieder exakt 21 Schritte zurück, um die Prozedur wieder von vorn zu beginnen. Die „21“ steht dabei für die höchste militärische Ehrerbietung in Form von 21 Salutschüssen. (Die genaue Beschreibung des Machtwechsels erspare ich euch – nur so viel… es zieht sich ein wenig und die Amerikaner mögen es melodramatisch. ;-))

Auf dem Weg zum Arlington Cemetery kommt man – von Washington aus kommend – auch noch am Mahnmal für das United States Marine Corps vorbei. Vorlage hierfür war das berühmte Foto des Kriegsfotografen Joe Rosenthal vom 23. Februar 1945.

Noch ein Tipp für eure nächste Washington-Reise… Solltet ihr auch den Friedhof besuchen wollen, so empfiehlt es sich, nicht nur euer Hin- sonder auch eurer Weg-Kommen vom Friedhof zu planen. Das Gelände ist riesig und zu eurer Überraschung sind auch gar nicht alle auf der Karte angegebenen Ausgänge jederzeit geöffnet. Da kann so ein „Spaziergang“ auf Beton und Asphalt bei 38 Grad und mit nur sporadischen Schattenplätzen schon mal lang werden. 😉 Deshalb die allerwichtigste Sehenswürdigkeit für diesen Tag zum Abschluss. Zum unserem großen Glück gab es davon mehrere auf dem Gelände. Wir haben keine ausgelassen. 😀

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