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Niagara Falls

Niagara Falls

An unser nächstes Ziel hatte ich sehr große Erwartungen. Und auch eine ganz klare Vorstellung davon, wie es dort aussehen würde – schließlich hatte man mehr als genug Bilder und Berichte davon gesehen. In meinem Kopf sind die Niagarafälle von dichtem Wald umgeben. Verschiedene Wanderwege führen dahin. Es gibt Aussichtspunkte und natürlich zahlreiche Anbieter von Touren, Ausflügen und besonderen Erlebnissen, wie Rafting oder Helikopterflüge.

Da die Niagarafälle genau auf der Grenze zwischen Kanada und den USA liegen, kann man sie entweder von kanadischer oder von US-amerikanischer Seite aus besuchen. Da das Internet der Meinung war, dass die Fälle von kanadischer Seite aus beeindruckender und in ihrer Gänze besser zu sehen seien, fuhren wir nicht über die Grenze, sondern machten in der kleinen kanadischen Stadt Niagara Falls Station. Vom Campingplatz bis zu den Wasserfällen waren es nur etwas mehr als 5 Kilometer und da wir eine ziemliche Strecke gefahren waren und es noch ausreichend früh am Nachmittag war, beschlossen wir, den Weg zu Fuß zurückzulegen. (Alternativ gibt es auch drei Shuttlebus-Linien, die die Wasserfälle mit den umliegenden Orten, Hotels und Campingplätzen verbinden. Dafür werden an jeder zweiten Ecke (auch in den Campingplätzen und Hotels selbst) Tagestickets verkauft. Insidertipp: Wenn ihr nur eine Fahrt möchtet, könnt ihr diese für 3 kanadische Dollar pro Person direkt beim Busfahrer kaufen. Deutlich günstiger als ein Tagesticket. 😉

Statt durch den Wald führte die (einzige) Strecke allerdings entlang der Hauptstraße von Niagara Falls – an unzähligen sehr in die Jahre gekommenen und wenig einladend aussehenden Motels, an etlichen Fastfoodbuden, Canabis-Läden und mehreren Sexshops vorbei. Unterbrochen nur von einem kleinen hübschen Kanal mit ein wenig Grün zu beiden Seiten. Irgendwie ernüchternd.

Näher an den Falls wechselt die Umgebung dann zu großen auch schon recht abgehalftert aussehenden Hotelkomplexen und Casinos. Das hatte ich mir alles sehr anders vorgestellt. (Ich habe auch tatsächlich keinerlei Fotomaterial, weil es schlichtweg nichts Fotografierwürdiges auf dem Weg gab.)

Dass die Wasserfälle und alles drum herum maximal kommerzialisiert sein würde, hatte ich natürlich erwartet. Dass man aber von der Hauptstraße kommend nur die Wahl zwischen einer (kostenpflichtigen) Seilbahn oder einem 30-minütigen Umweg hat, wobei die Seilbahn ungefähr eine Minute fährt und es dort auch eine einfache Treppe getan hätte, schien mir dann doch unnötig und übertrieben.

Unabhängig von alldem: die Niagarafälle sind unglaublich beeindruckend. Genau genommen bestehen die Niagarafälle aus drei Wasserfällen (da der Niagarafluss, der die Fälle speist, durch Inseln in drei Teile geteilt wird): Die American Falls, die Bridal Veil Falls (beide auf amerikanischer Seite) und die Horseshoe Falls (Hufeisenfälle). Vor allem die Horseshoe Falls – die größten der drei, die auch die Grenze zwischen USA und Kanada bilden und die von kanadischer Seite wohl tatsächlich besser zu sehen sind, sind ein großartiges Naturschauspiel.

Die ganze unglaubliche Kulisse, die riesigen Wassermassen, die dort in die Tiefe stürzen, die wunderschönen Regenbögen, die sich unablässig über den Fällen bilden, der breite Fluss, der in rasender Geschwindigkeit zu den Wasserfällen führt und das satte Grün auf der anderen Seite des Flusses und der Wasserfälle… so etwas sieht man nicht alle Tage.

Von einer Bootstour unten zu den Falls (die übrigens schon seit seit den 1850er Jahren angeboten werden!!) haben wir dann aber doch Abstand genommen. Man hatte nicht den Eindruck, dass die hübschen Ponchos, die die Passagiere auf den Booten bekommen haben, wirklich etwas gegen die Wassermassen von allen Seiten ausgerichtet haben. 😀

Vielleicht müsste man sie doch einmal auf der amerikanischen Seite besuchen. Vielleicht ist das Bild da ein wenig näher an meiner Vorstellung. Vielleicht muss ich mich aber auch von meiner romantisch-verklärten Idee von diesen Wasserfällen verabschieden. Aber schon interessant, dass nun gerade dieser weltberühmte Touristenmagnet kein Unesco Welterbe ist. 😀

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