Es war Zeit für Kultur!



Nun kann man an einem einzigen Tag nicht alles sehen, so dass wir uns für einige wenige Sehenswürdigkeiten entscheiden mussten. Nach zähem Ringen (wobei ganz kurz tatsächlich auch das Museum über die Geschichte der Ukraine oder die Oper in Erwägung gezogen wurden) entschieden wir uns für die Schokoladenmanufaktur und das Kaffeehaus (man kann eben nicht aus seiner Haut :-)). Um dem Ganzen noch einen seriösen Anschein zu geben, haben wir dann noch in die katholische und die armenische Kirche geschaut. Und weil es auf dem Weg lag und im Reiseführer als besonders interessant für Kinder beschrieben wurde, haben wir das alte Apothekenmuseum auch gleich noch mitgenommen. Da es sich bei den meisten Zielen, die wir ausgesucht hatten, um überdachte Attraktionen handelte, war es auch nicht allzu dramatisch, dass wir den ganzen Tag von einem leichten Nieselregen begleitet wurden.
Die katholische & die armenische Kirche
Die Kirchen waren beeindruckend, wenn auch auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Während die katholische Kirche mit dem ihr eigenen Glanz und Pomp besticht, ist es in der armenischen Kirche eher die Schlichtheit, die sehr berührend und anmutig wirkt. Leider war das Fotografieren im Inneren der Kirche nicht erlaubt, aber auch von außen wird deutlich, dass es hier wahrscheinlich doch ein wenig einfacher und demütiger zugeht.



Das Apothekenmuseum
Das Apothekenmuseum rangiert in allen Reiseführern weit vorn. Allerdings muss man sich schon viel Mühe geben, um in dem unscheinbaren, grauen Gebäude gleich neben dem großen Marktplatz ein berühmtes Museum zu erkennen.

Hat man sich dann hineingetraut, steht man zunächst einmal in einer echten, uralten Apotheke, in der nur eine unscheinbare Milchglastür mit der Aufschrift ‚музей‘ und eine antike Kasse daraufhin deuten, dass es hier im Hinterzimmer noch mehr zu sehen gibt. Die Ausstellung selbst ist deutlich in die Jahre gekommen, was nicht nur an den Ausstellungsstücken selbst liegt. Und die alten Fläschchen, Medikamente, Geräte und Werkzeuge sind zwar interessant, allerdings gibt es keine zusätzlichen Hinweise oder ähnliches, die die Gegenstände oder ihren Gebrauch näher erklären würden. Das wirklich Interessante an der alten Apotheke ist das Gebäude selbst. Lager- und Arbeitsräume in uralten Kellergewölben, knarzende, ausgetretene Holztreppen, offene Galerien und ein winziger Innenhof mit einem kleinen Kräutergarten. Als wäre die Zeit hier stehengeblieben.






Das Kaffeehaus
Wenn der Reiseführer das Apothekenmuseum vielleicht ein wenig zu sehr gelobt hat, so tut er das beim Kaffeehaus definitiv zu wenig. Natürlich berichtet er von den vielen verschiedenen Kaffeesorten, aus denen man dort wählen kann, und dass die Kaffeebohnen hier noch von Hand geröstet und verpackt werden, aber die ganze verrückte kleine Kaffeewelt, die sich einem mit dem Betreten des Hauses eröffnet, die beschreibt er nicht. Und dabei wäre allein dieses Kleinod in Lviv einen eigenen Beitrag auf dieser Seite wert.

Im Verkaufsraum gleich hinter dem Eingang stapeln sich die Kaffeesäcke, alte Kassierkassen klingeln unablässig, ein Kaffeeröster dreht unermüdlich seine Runden und ein kleines Förderband sorgt für einen stetigen Nachschub an Kaffeebohnen.

Dahinter… ein unendlich lang erscheinender, schmaler Gang, kleine Tische und Stühle zu beiden Seiten, wie aus Alice im Wunderland. Fast alle voll besetzt, herrlich duftende, kleine Kaffeetassen auf jedem Tisch.

Und dann auf einmal – eine alte Steintreppe, die in den Keller führt. Auf der letzten Stufe bekommen wir plötzlich jeder einen Helm auf den Kopf gesetzt und betreten etwas, das eine unterirdische Mine zu sein scheint.


Durch unzählige Gänge tasten wir uns im Halbdunkel vorwärts – angesichts der niedrigen Decke mehr als einmal dankbar für den Helm, den man uns gegeben hat. Immer wieder öffnen sich kleine Räume – hier eine Lore bis an den Rand gefüllt mit Kaffeebohnen, dort ein Raum voll mit alter Minenausrüstung und irgendwo dazwischen ein kleines Café unter der Erde. Wir wissen nicht genau, wie das alles zusammenpasst, aber es hat viel Spaß gemacht. 😀

Das Beste kommt zum Schluss – die Schokoladenmanufaktur
Schokolade macht glücklich! Und ein kleines Haus voller Schokolade gleich noch viel mehr. Und zusätzlich zur Schokolade ist auch hier wieder schon das Haus für sich etwas ganz besonderes. Eine enge kleine Wendeltreppe, die uns fünf Etagen nach oben führt und nach der sich auf jeder Etage ein kleines Schokoladenreich versteckt.

Und dann… der Schokoladenhimmel. Und keine deutschen Preise, die einen davon abhalten würden, einfach mal bitte von jedem mindestens eins zu nehmen. Wir haben sicherheitshalber einen kleinen Vorrat einpacken lassen. Man kann ja nie wissen…









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