Unsere Reiseroute führte uns heute ins Vampirgebiet nach Brasov. Wir haben uns gegen die Autobahnroute über Bukarest entschieden und sind stattdessen über die Landstraße und durch zahllose rumänische Dörfer gefahren. Für die grenzwertige Straßenqualität (an manchen Stellen hatte man das Gefühl, hier wollte die rumänische Landstraße in Bezug auf Schlaglochgröße und -qualität der ukrainischen Konkurrenz machen) und der damit verbundenen längeren Fahrtdauer wurden wir mit wunderschönen Landschaften belohnt. Von der fruchtbaren, grünen Donaumündung durch endlose Ebenen mit Feldern und Wiesen bis zu den Hügeln und Bergen der Karpaten.







Auffällig auf dem Weg war die sehr urtümliche Art der Landwirtschaft. Viele Schaf- und Rinderherden, die oft von Kindern gehütet wurden. Zahlreiche kleine Obst- und Gemüsestände entlang des Weges. Felder, die von Menschen mit Ochsen- oder Pferdepflügen bearbeitet wurden. Und unzählige Pferdefuhrwerke – auf den Feldern und auf der Straße. So viele, dass es für diese sogar ein eigenes Verkehrszeichen gibt.



Und wenn es für die Kühe Zeit ist, nach Hause zu gehen, muss der Rest der Welt eben kurz (oder auch etwas länger) warten. So viel Zeit muss sein.

Als Zwischenstopp auf dem Weg zu den Vampiren hatte ich diesmal ein kleines aber feines Naturschauspiel rausgesucht: Die Schlammvulkane von Berca.
Bei den Vulcanii Noroiosi handelt es sich um kleine, kalte Vulkane, die dadurch entstehen, dass Gas aus etwa 3.000m Tiefe an die Oberfläche dringt und dabei ein Gemisch aus Ton und Grundwasser mit sich bringt. Heraus kommt eine verrückte Mondlandschaft mit abwechselnd wüstentrockenem und glitschig-matschigem Boden und kleinen, Blasen werfenden, blubbernden Schlammkegeln zwischendrin. Wirklich bizarr und (eingebettet in die wunderschöne Landschaft der Karpatenausläufer) definitiv sehenswert.









Zu meiner Verteidigung möchte ich sagen, wir haben es wirklich versucht! Wirklich und ernsthaft versucht. Und es gab die klare Ansage, sich vom Schlamm und Matsch fernzuhalten. Aber irgendwie…


Und was die Vampire angeht, so haben wir uns zur Sicherheit für die Nacht mit einem größeren Vorrat an Knoblauch eingedeckt. Ich meine, wenn selbst die Einheimischen damit ihre Häuser und Gärten dekorieren, könnte an der ganzen Geschichte ja vielleicht doch irgendwie etwas dran sein. Lieber kein Risiko eingehen. 🙂







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