Ich weiß, dass einige liebe Leser dieses Reiseberichtes meine Vorliebe für gutes Essen durchaus teilen. Ihnen sei der nachfolgende kurze Bericht zu den kulinarischen Besonderheiten Odessas gewidmet 🙂
Was die Getränke angeht, so ist es ein altes Vorurteil, dass die (männlichen) Bewohner des Gebietes der ehemaligen Sowjetunion viel und häufig Wodka trinken würden. Aus meiner Erfahrung (und die muss keinesfalls repräsentativ sein) kann ich sagen: Ja, stimmt!

Und zwar wirklich zu jedem Anlass und in rauen Mengen. Ein Verwandter kommt zu Besuch? Darauf stoßen wir an! Ein Verwandter kann leider nicht zu Besuch kommen? Schade, zum Trost trinken wir zumindest mit denen, die kommen konnten, ein kleines Glas. Oder zwei oder drei. Kein Anlass kann dafür zu gering sein. Sie trinken auf das Leben, auf die Liebe, auf die Frauen und – in Odessa immer mit dem dritten Glas – auf all die, die zur See fahren.
Und dazu gern irgendetwas mit Fisch. Fisch gibt es in den unterschiedlichsten Formen. Sehr gern zum Beispiel diese kleinen Sprottenähnlichen.

Und am Strand darf es gern etwas mit Krabben sein. Oder gesalzener, getrockneter Fisch. Alles, was sich als kleiner Snack essen lässt und die Wärme hier gut verträgt. Dazu gehören beispielsweise auch kleine Pakete mit Nüssen aller Art, Sonnenblumen- oder Kürbiskerne oder Mais. Diese Sachen werden (neben kaltem Bier) auch von Händlern verkauft, die am Strand laut rufend auf und abgehen.



Zuhause ist das traditionelle ukrainische Essen recht deftig. Viel Fleisch, gern auch mal etwas weniger mager. Oder auch dünn geschnittener gewürzter Speck – ein ganz typischer Snack zum Bier oder Wodka.
Zum Fleisch gibt es verschiedenste Beilagen – häufig eingelegtes, säuerliches Gemüse. Knoblauch gehört in fast jedes herzhafte Gericht und reichlich Zwiebeln. Und Brot darf als Beilage auf keinen Fall fehlen. Egal welches ‚Hauptgericht‘ es gibt, Brot gehört immer auf den Tisch.
Wenn Besuch kommt, ist der Tisch immer zum Bersten voll. Und wie beim ‚Tischleindeckdich‘ hat man das Gefühl, dass sich gleich eine neue volle Schale hinstellt, sobald eine andere leer geworden ist.
Essen ist eine Herzensangelegenheit in der Ukraine und elementarer Bestandteil der Kultur. Man isst gern, viel und häufig.


Is(s)t man unter sich, darf es aber gern etwas einfacher zugehen. Dann gibt es als traditionelle ukrainische Gerichte, wie beispielsweise Pelmeni (gefüllte, gekochte Teigsäckchen ähnlich wie Tortellini nur die Füllung ist besser ;-)) oder (roten) Borschtsch – typisch ukrainischen Eintopf mit Kohl, roter Beete, Kartoffeln und Fleisch. Und oben drauf gehört unbedingt ein ordentlicher Klecks Sahne. Ohne den wäre es nicht perfekt. Sehr lecker.

Was den Nachtisch angeht, so sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ukrainische Kuchen und Kekse sind unbeschreiblich lecker. Und da hier aufgrund des warmen Klimas unzählige Früchte gedeihen, steht auch Obst weit oben auf der Nachtisch-Speisekarte. Mein absoluter Favorit sind die Wassermelonen aus dieser Gegend. Zu riesigen Haufen aufgetürmt werden sie am Straßenrand für wenige Cent zum Kauf angeboten. Sie sind riesig groß und sooo süß.
Alles in allem ein Land, in dem es sich auch aus kulinarischer Sicht durchaus gut aushalten lässt. 🙂








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