
Wieder zurück an Land haben wir noch anderthalb Tage in New Orleans verbracht – laut einschlägiger Reiseführer eine der ‚einzigartigsten‘ Städte der USA. Irgendwie stimmt das auch und New Orleans gehört auf jeden Fall zu den Orten, die man einmal gesehen haben muss, schon allein um erahnen zu können, was diese Stadt so besonders und anders macht.
Da ist das berühmte French Quarter mit der weltberühmten Bourbon Street, den unzähligen Straßenkneipen und Fastfoodwagen, dem Voodookult und einer Musikergruppe an jeder zweiten Straßenecke.







Die Straßen des French Quarter sind auch was die Architektur der verschiedenen Häuser angeht legendär. Als Folge der mehr als lockeren Gesetze in Bezug auf Alkohol, Drogen und Glücksspiel sind sie aber auch unfassbar laut, an vielen Stellen schmutzig und selbst berühmte Orte und Häuser wirken sehr oft heruntergekommen und ungepflegt. Und gerade nachts gibt es viele Straßen in dieser Gegend, in denen man sich als Standardtourist nicht immer hundertprozentig wohl fühlt. Und den Geruch an vielen Ecken beschreibe ich lieber nicht näher.
Und dann sind da die charmanten Ecken des alten französischen Viertels und seiner Randgebiete – viele Künstlerläden, wunderschöne grüne Hinterhöfe, kleine Gaslaternen und natürlich vor jedem Café kleine Pfähle, um sein Pferd anzubinden 😀 und weltberühmte Orte wie der Farmer’s Market oder das Café du Monde, bei dem sich das lange Anstehen für die leckersten Beignets der Stadt tatsächlich lohnt. 🙂








Dann die Denkmäler und historisch zentralen Gebäude der Stadt – von den Statuen von Jean d’Arc und General Jackson zu den Kirchen, Amts- und Gerichtsgebäuden – alles wunderschön restauriert und erhalten, oft mit hübschen Parkanlagen drumherum, die viele der Einwohner gern für eine Mittagspause im Schatten nutzen.



Die Straßen entlang des Mississippi, der quer durch die Stadt verläuft (und dabei der Stadt die Form einer Mondsichel gibt, weshalb New Orleans auch den Namen Crescent City trägt), sind zum einen geprägt durch die Hochhäuser des Finanzviertels, die scheinbar in allen größeren amerikanischen Städten zur Standardausstattung gehören. Und zum anderen vom Versuch mit Dampfschiffen und Pferdekutschen ein wenig des alten Charms zu erhalten.




Nur wenige Meter außerhalb der Stadt sind die Ufer des Mississippi allerdings gesäumt von Raffinerien und Fabriken, die diese wunderschöne Flusslandschaft in ein Zentrum der Schwerindustrie verwandelt haben.
Etwas außerhalb des Zentrums – gut mit den liebevoll instand gehaltenen Streetcars zu erreichen, liegt der Gardendistrict, mit seinen wunderschönen Häusern aus dem 19. Jahrhundert. Jedes liebevoll gepflegt und jedes ein Unikat.





Und als Kontrast dazu nur wenige Straßen weiter wieder ein ganz anderes Viertel, in dem viele Häuser nicht den Eindruck machten, dem nächsten Windstoß standhalten zu können und in dem wir nur auf schwarze Einwohner von New Orleans trafen. Die Trennung in schwarz und weiß schien hier zumindest was das Wohnviertel anging noch sehr gegenwärtig.

Und dann sind da noch als touristisches Highlight die Friedhöfe von New Orleans. Da viele Gebiete der Stadt sehr niedrig und zum Teil auch unter Meeresspiegel liegen, ist die Bestattung unter der Erde hier meistens keine Option. Daher sind die meisten Gräber überirdisch angelegt. Aufgrund der wechselvollen Geschichte der Stadt finden sich hier Gräber von Menschen aus aller Welt und man entdeckt bei einem Spaziergang auch immer wieder den einen oder anderen deutschen Namen.






Und kein Beitrag über New Orleans wäre komplett ohne die kulturelle kulinarische Vielfalt dieser Stadt wenigstens zu erwähnen. 🙂 Der vielen unterschiedlichen Einflüssen verdankt die Stadt eine großartige Auswahl der unterschiedlichsten Gerichte, von französischem Gebäck über lokale fisch- alligator- und meerestiergeprägte Cajun-Küche mit kreolischen Einflüssen bis zu im amerikanischen Stil abgewandelten Baguettes (Po-Boys) und Süßspeisen. Vieles einfach superlecker. Da ist für jeden etwas dabei. 🙂



Insgesamt also ein mehr als lohnenswerter Ausflug in eine sehr besondere Stadt mit sehr schönen und sehenswerten Ecken. Für mich lagen diese allerdings eher abseits der berühmten Touristengegenden rund um die Bourbonstreet.






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