Sollte es euch einmal nach Grindelwald verschlagen und die Sache mit dem Lottogewinn wieder nicht geklappt haben, können wir euch als Unterkunft die Jugendherberge von Grindelwald empfehlen. Und wenn ihr morgens aufsteht und aus dem Fenster schaut, erwartet euch dieses Postkartenmotiv als Ausblick:

Eigentlich hatte ich mir überlegt, dass wir heute mit der Zahnradbahn auf das Jungfraujoch zur höchsten Bahnstation Europas fahren könnten. Allerdings hatte ich versäumt, vorab die Preisliste der Bergbahn zu studieren. Dass die Schweiz nicht zu den preiswerten Urlaubszielen in Europa gehört, war uns bewusst. Was hier allerdings an Preisen für Zug- und Gondelfahrten aufgerufen wird, liegt jenseits von Gut und Böse. Angesichts von über 100 € für EINE Berg- und Talfahrt für EINE Person (Ich will nicht ungerecht sein… für Kinder gibt es natürlich ermäßigte Preise…mit lächerlichen 70 € seid ihr dabei.), entschieden wir sehr schnell, dass die anderen Berge und Gipfel rundherum um Grindelwald mindestens genauso schön sein würden – wenn nicht auf 4.000 dann doch auf fast 2.000m Höhe.

Also beim hervorragenden Frühstücksbuffet die Wanderkarte studiert und eine adäquate Route ausgesucht.

Nun will man es am ersten Tag nicht übertreiben, also entscheiden wir uns für die Wanderung zur Bussalp. (Auch weil ich gelesen hatte, dass das Rösti dort eines der Besten in der Gegend sein soll :-)) Also die Wanderschuhe geschnürt und den Rucksack mit mehreren Flaschen Wasser und etwas (süßem) Proviant bestückt und auf geht es. Die Wanderkarte sagt etwa 2,5 Stunden bei ca. 800 Höhenmeter – das sollte auch für ungeübte Großstädtler gut zu schaffen sein.

Um es gleich vorwegzunehmen… wir haben es geschafft. Allerdings in unwesentlich mehr als zweieinhalb Stunden, völlig außer Puste und mit reichlich Pausen. 😀 Und auch wenn es hier oben zum Glück nicht so heiß ist wie derzeit in Deutschland, wurde uns unterwegs sehr warm und man war dankbar für jede „Wasserstelle“ unterwegs, die einige Teilnehmer der Reisegruppe nicht nur zum Auffüllen der Wasserflaschen nutzten.

So anstrengend die Strecke und so steil die Anstiege mitunter waren, so großartig war der Weg und die Aussicht, die uns geboten wurden. Ein grandioser Blick ins Tal und eine ebenso großartige Aussicht auf die umliegenden Berge inklusive Eiger, Mönch und Jungfrau machten den Aufstieg mehr als lohnenswert.

Und neben dem einen oder anderen Wasserfall fand sich unterwegs auch noch ein wenig Wegzehrung in Form von Him-, Heidel- und Walderdbeeren.

Nach ca. dreieinhalb Stunden (davon ca. anderthalb Stunden Pause) oben angekommen, gab es neben einem kühlen hopfenhaltigen Getränk für das Familienoberhaupt auch das vorab genannte Rösti. Einfach nur superlecker. 🙂

Nach dem Genuss von ausreichend Speis und Trank stellte sich natürlich die Frage, wie der Rückweg am Besten bewerkstelligt werden sollte. Der Vorschlag, man könne ja ganz in Ruhe wieder runterlaufen, löste meutereiähnliche Zustände unter den drei jüngsten, leicht erschöpften Herren aus, wohl auch weil sie wussten, dass sich an der Bussalp eine Busstation befand, von der aus tatsächlich in unregelmäßigen Abständen ein Bus nach Grindelwald fuhr.

Nun wäre mein Ruf als Reiseleiter in Gefahr, hätte ich nicht bereits eine Alternativlösung in Petto gehabt. Denn neben der Busstation gab es an der Bussalp auch eine Ausleihstation für Monstertrottis – eine Art überdimensionierte Tretroller. Und mit diesen ging es dann mit affenartiger Geschwindigkeit auf der Busstrecke zurück ins Tal.

Eine Antwort zu „Tag 2 – Wandern für Anfänger”.

  1. Avatar von Bichti
    Bichti

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