Wir sind auf Maui angekommen. Spätestens seit einer zumindest bei Kind 3 (und seiner besten Freundin :-)) sehr beliebten Disneyproduktion wissen wir, dass die Insel nach dem polynesischen Halbgott Māui benannt ist, der den Menschen das Feuer brachte.

Bei unserem Landeanflug war ich etwas unsicher, ob uns die Insel nach all dem satten Grün von Kau’i nicht ein wenig enttäuschen würde. Bis auf die beiden Berge – den West Maui Mountains im Nordosten der Insel und dem Haleakalā im Zentrum (Der Landbrücke zwischen den beiden Bergen, die wie ein ausgedehntes Tal wirkt, verdankt Maui übrigens die Bezeichnung ‚The Valley Isle‘.), die von Wolken verhangen waren, sahen wir aus dem Flugzeug nur sehr karge und trockene Landschaft.

Einzelne Gebiete von Maui sind tatsächlich sehr trocken und bekommen über das Jahr nur wenig Regen ab (die Strandurlauber im Norden der Insel freut’s. :-)). Der Hauptgrund für die ausgedehnten braunen Flächen waren allerdings gewaltige Brände ehemaliger Zuckerrohrfelder, die hier vor allem im Juli gewütet haben.

Interessanterweise wurden noch bis vor drei Jahren die Zuckerrohrfelder kurz vor der Ernte absichtlich in Brand gesetzt. Das Abbrennen des hohen Grases machte das Ernten der eigentlichen Zucker-Rohre einfacher und die Ernte damit reicher. 2016 wurde der Zuckerrohranbau auf Maui als letzte der hawaiianischen Inseln auf denen noch Zuckerrohr angebaut wurde eingestellt. Damit gehört auch der so genannte ‚Maui-snow‘, die klebrige, schwarze Asche, die es nach den Bränden jeweils geregnet hat, der Vergangenheit an.

Unser erster Weg führte uns allerdings nicht in den Norden sondern in den wesentlich feuchteren Osten der Insel – entlang der berühmten Road to Hāna.

Vom Flughafen in Kahului aus schlängelt sich die Straße etwa 50 Meilen bis nach Hāna. Sie verläuft dabei – teilweise einspurig – über insgesamt 54 Brücken durch dichten Regenwald, vorbei an unzähligen wunderschönen Wasserfällen, Badeseen, Wanderpfaden und Aussichtspunkten. In diesem Teil der Insel steht die Landschaft von Maui dem grünen Kaua’i in Nichts nach.

Zum Glück habe ich einen ganz besonders hübschen Reiseführer gefunden, der auch den einen oder anderen ungewöhnlichen Ausflug vorschlägt. Einer davon war eine kurze Wanderung durch ein Flussbett bis zu einem versteckten Wasserfall. Der ‚Eingang‘ zum Trail war so zugewachsen, dass man schon genau wissen musste, wo und wonach man sucht, um ihn zu finden. Als Ergebnis hatten die Jungs ihren Spaß beim Felsenklettern und wir den Wanderweg und Wasserfall quasi für uns allein.

Wir haben noch ein paar Mal angehalten: bei anderen Wasserfällen, bei Aussichtspunkten über dem Pazifik, beim besten Burgerstand entlang der Strecke oder bei den riesigen Rainbow-Eukalyptusbäumen mit ihrer verrückt gefärbten, wunderschönen Rinde. Insgesamt haben wir uns für die Strecke etwa fünf Stunden Zeit genommen, aber alles kann man dabei unmöglich sehen. Die Schönheit der Natur scheint hier unerschöpflich.

Einen etwas längeren Stop haben wir noch am Black Sand Beach von Waianapanapa eingelegt. Wie ich gelernt habe, unterscheidet sich der schwarze Sand hier von dem, den wir auf Kaua’i gesehen haben. Im Fall von Kaua’i wäscht das Meer alte Lavafelsen Stück für Stück ab und es bildet sich feiner schwarzer Sand. Am Strand von Maui ist dagegen vor ein paar hundert Jahren noch Lava ins Meer geflossen. Diese ist beim Kontakt mit dem Wasser zu schwarzem Stein erstarrt. Das Abreiben der Steine gegeneinander hat dort den schwarzen Sand entstehen lassen. Die Menge des schwarzen Sands ist daher endlich – im Gegensatz zu weißem Sand, der sich Korallen und Muscheln stetig selbst erneuert.

Hāna selbst – in dem wir für eine Nacht bleiben – ist ein sehr beschauliches Örtchen mit nur etwa 700 Einwohner. Hier gibt es außer einem Supermarkt, einem Spielplatz und einer Post (geöffnet Mo-Fr 11-16 Uhr) nicht viel zu sehen. Die ‚Sehenswürdigkeiten‘ der Natur gibt es um Hāna herum dafür umso reichlicher. Davon stehen für morgen ein paar auf dem Plan.

Einen kleinen Eindruck der wunderschönen Pflanzenwelt hier (und auf Kaua’i) habe ich mal versucht für euch zusammenzustellen. Schon verrückt was tropische Wärme und regelmäßiger Regen wunderschönes hervorbringen. 🙂

2 Antworten zu „Tag 14 – The Road to Hāna, Maui”.

  1. Avatar von Kerstin
    Kerstin

    …sehr schön, das. Ich nehme an, es ist auch eine Tour zur Geschichte des Zuckerrohranbaus geplant :-)?

    Gefällt 1 Person

    1. Avatar von glueckaufreisen

      Auf gar keinen Fall! Ich hatte da mal eine grandiose Tour – das Erlebnis kann in keinem Fall getoppt werden. Es wäre Unsinn dem jetzt noch irgendeine zweitklassige Maui-Erfahrung gegenüberzustellen. Vielleicht sogar noch mit echtem Zuckerrohr… 🙄 pfff

      Like

Hinterlasse eine Antwort zu glueckaufreisen Antwort abbrechen

Willkommen beim Glück auf Reisen

Ein Blog über die Freude am Reisen… mit den drei Musketieren, mit der Familie, mit Freunden, mit der guten Fee oder auch zu zweit. Ein Blog über Dankbarkeit und Demut. Ein Blog über die Liebe.