Nein, ihr habt euch nicht im Artikel oder im Tag geirrt. Tatsächlich sind wir heute auf Hawai’i angekommen. Die größte der hawaiianischen Inseln (sogar größer als alle anderen Inseln Hawaiis zusammengenommen) ist das eigentliche Hawai’i. (Beherbergt aber nur ca. 13% der Bevölkerung von ganz Hawai’i.) Um Verwechslung mit dem Bundesstaat Hawai’i zu vermeiden, wird die Insel meist auch als Hawai’i Island oder Big Island bezeichnet

Die Insel Hawai’i besteht aus fünf großen Schildvulkanen: Mauna Kea, Mauna Loa, Kohala, Hualālai, Kīlauea und bereits vom Flugzeug aus kann man nicht nur einige dieser Vulkane sondern auch deutlich die Spuren der letzten Lavaflüsse erkennen.

Erste Station war Kona – ein vergleichsweiser großer Ort mit einem der beiden Flughäfen von Big Island auf der Westseite der Insel. Auf einer Insel wie Hawai’i kann man bei einem Flughafen im Übrigen auf solch neumodischen Schnickschnack wie Fenster und Türen oder auch geschlossene Wände auch gern verzichten. Hier ist es eben immer schön und warm. 🙂

In Kona befindet sich – entlang der Einkaufs- und Restaurant-Strandpromenade, dem Ali’i Drive (ihr erinnert euch: Ali war in der hawaiianischen Kultur die Bezeichnung für einen Chief, einen Adligen), übrigens auch der Startpunkt für den Schwimmteil des legendären Iron Man.

Außerdem findet sich hier die eine oder andere Sehenswürdigkeit. Unter anderem zwei recht unterschiedliche Heiau (Ich bin sicher, ihr wisst noch, dass es sich bei Heiaus um hawaiianische Tempel handelt. Deswegen erwähne ich das an dieser Stelle nicht noch einmal explizit.). Der Ahu’ena Heiau war der persönliche Tempel des Königs Kamehameha des Großen. Er hatte ihn dem Gott Lono gewidmet, in der Regel zuständig für Fruchtbarkeit, Landwirtschaft und Regen. Im Zweifel aber auch gern für Musik oder Frieden.

Vom Ku’emanu Heiau ist wesentlich weniger erhalten. Er ist allerdings deshalb besonders, weil es sich um den einzigen bekannten Heiau handelt, der einzig und allein dem Surfen gewidmet war. Strand und Meer in der Nähe des Heiau waren ausschließlich den Chiefs vorbehalten und diese beteten im Tempel für günstige Surfbedingungen.

Gleich nebenan steht die winzige St Peter’s Church auch ‚Little blue church‘ genannt. Angeblich ist es die meistfotografierte Kirche der Insel. (Ich habe jedenfalls meinen Beitrag zu diesem Titel geleistet. ;-))

Bei der Mokuaikaua Church etwas weiter den Ali’i Drive hinauf, Baujahr 1820, handelt es sich dagegen um die älteste christliche Kirche auf Hawai’i.

Am Ende des Ali’i Drive findet sich noch ein ganz besonderer historischer Ort. Die unscheinbaren Steinterrassen auf einem alten Lavafeld lassen nicht erahnen, welche geschichtsverändernden Ereignisse sich hier vor 200 Jahren abgespielt haben.

Die hawaiianische Religion basierte auf dem kapu-System. Kapu bedeutet so viel wie ‚verboten‘ und bezeichnet all die Regeln und Restriktionen, an die sich die unterschiedlichen Bevölkerungsschichten zu halten hatten. (So durften Mann und Frau beispielsweise nicht gemeinsam essen oder der Schatten eines Untergebenen durfte unter keinen Umständen den Schatten eines Chiefs berühren.) Es gab unzählige dieser Vorschriften und die Erwartung war, dass bei einem Verstoß, die gesamte Gemeinde durch die Götter bestraft werden würde. Um dieser Allgemeinheitsstrafe zuvorzukommen, wurden Missetäter hart bestraft. (In aller Regel durch Exekution – die Umsetzungswege dafür waren durchaus kreativ – von Strangulation bis Pfählen war alles dabei.)

Als James Cook und seine Männer in Hawaii anlandeten, verstießen sie natürlich unwissend gegen mehrere der kapu-Regeln. Als die erwartete Götterstrafe ausblieb, begannen die Menschen bereits am kapu-System zu zweifeln. König Kamehameha II. entschied schließlich 1820 die Abschaffung des kapu-Systems (noch vor der Ankunft der ersten Missionare auf Hawai’i) und ordnete die Zerstörung der Tempel an.

Sein Cousin sah sich jedoch als spiritueller Führer und Bewahrer des kapu und stellte sich dem König entgegen. Es kam zu einer blutigen Schlacht, bei der der Cousin (sowie seine Frau) hingerichtet wurde(n) und hunderte Männer ums Leben kamen. Die Steinterrassen sind ihre Gräber. Dieser Tag besiegelte das Ende das kapu als vorherrschende Religion auf den hawaiianischen Inseln.

Den wilden Ziegen schien die historische Bedeutsamkeit dieser Steine im übrigen irgendwie nicht bewusst zu sein. 😀

Der letzte Stop des Tages war die Kealakekua Bucht. Zum Einen weil man von dieser Bucht aus das James Cook Monument sehen konnte. Erreichen kann man das Monument nur über einen ca. 6km langen Wanderweg (dafür waren wir heute zu faul) oder per Kajak (dafür waren wir zu spät dran).

Der weiße Obelisk steht wenige Meter von der Stelle, an der Cook 1779 von Hawaiianern erschlagen wurde. Ich verzichte auf die historischen Details (Obwohl sie ganz interessant sind; das Internet hilft euch hierzu gern weiter.). Die Kurfassung: Ein Ruderboot wurde gestohlen. Es kam zu einem Handgemenge. Es fielen Schüsse. Cook versuchte zu beruhigen und wurde von hinten mit einer Keule erschlagen.

Der zweite Grund war der niedliche kleine Manini Beach. Wir waren an diesem Tag nur einmal kurz in den Hotelpool und bei einer kleinen Sandbucht ins Meer gehüpft. Da gab es noch Nachholbedarf. 🙂 Aufgrund der schwarz-weißen Kiesel wird ein solcher Strand auch als Salz-und-Pfeffer- oder Cookies-and-Cream-Strand bezeichnet. Das ist mir sehr sympathisch. Wir sollten viel mehr Dinge mit Essensanalogien benennen. 🙂

Am Ende bekamen wir wieder einen traumhaften Sonnenuntergang geboten. Diesmal über alten Lavafeldern von Hawai’i Island.

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