In Key West in Florida steht eine kleine Säule mit der Aufschrift „Southernmost Point“. (Hier Archivbild 😋)

Ich war (zusammen mit einigen Lesern dieses Blogs :-)) auch schon da und habe diesen südlichsten Punkt der USA besucht. Aber es gibt da eine kleine, nicht ganz unbedeutende Einschränkung… in den Florida Keys befindet sich nur der südlichste Punkt der kontinentalen USA. Der südlichste Punkt der gesamten USA dagegen befindet sich – ihr ahnt es schon – hier, auf Big Island, Hawai’i. Dort wollten wir heute hin. Zum Einen natürlich, um eben an diesem südlichsten Punkt zu stehen. Zum Anderen weil sich ganz in der Nähe eine besondere „Sehenswürdigkeit“ der Natur befindet – der Green Sand Beach.

Von Kona aus führt der Weg nach Süden durch die unterschiedlichsten Landschaften. Dominant sind dabei vor allem zwei Landschaftsformen: Zum Einen ausgedehnten Lavafelder – je nach Entstehungsdatum in den verschiedenen Stadien der Wiedereroberung des Gebietes durch die Vegetation. Insgesamt sehr karge Landstriche und man kann sich nur annähend vorstellen, mit welcher Naturgewalt sich hier die Lava ihren Weg bergab gebahnt haben muss, über Dörfer, Felder und Existenzen hinweg.





Zum Anderen – weiter oben in den Bergen – eine Kaffeeplantage an der anderen. Hier könnte man den Kaffeebedarf für eine ganze Woche allein an all den Probierständen der verschiedenen Plantagen und Coffee Companies decken. 🙂

Dazwischen immer wieder winzige Stände mit frischem Obst und Gemüse vor allem Mango, Papaya und Lilikoi, eine ganz besonders süße Passionsfrucht. Alles gerade vom Baum oder Strauch gepflückt. Und Macadamia Plantagen. Kaffee und Macadamia Nüsse sind aktuell die Hauptanbauprodukte auf Big Island.

South Point (oder Ka Lae) ist bis auf wenige Meter ganz gut per Auto zu erreichen, wobei ein Offroader hier deutlich von Vorteil ist. (Das gilt allerdings für Teile aller Inseln, die wir besucht haben :-D)
Am South Point selbst finden sich bis zu 20 Meter hohe Klippen (von den angeblich auch immer wieder Adrenalinjunkies ins Meer springen), Felsen, die hier und da eingebrochen sind und bei denen man bei einem falschen Schritt recht unsanft im Pazifik landen würde, ein glasklarer Ozean sowie eine etwas in die Jahre gekommene Vorrichtung, um kleinere Boote ins Wasser zu lassen.




Für den Weg zum Green Sand Beach – einer von nur vier Stränden weltweit an dem man grünen Sand finden kann – war dagegen selbst unser Auto ungeeignet. Wir hatten die Wahl zwischen einer etwa einstündigen Wanderung durch offenes Gelände oder einem „shuttle service“ auf der Ladefläche eines Jeeps. Die Entscheidung für die Wanderung brachte mir den ersten ordentlichen Sonnenbrand dieses Urlaubs ein. (An dieser Stelle wären umfassende Mitleidsbekundungen angebracht.) Irgendwie muss ich meine bisher konsequent durchgesetzten, strengen etwa-alle-zwei-Stunden-mit-Lichtschutzfaktor-50-eincremen-Vorgaben aus dem Blick verloren haben. (Oder der zwei Stunden-Rhythmus war in diesem Fall nicht ausreichend.) Naja, an Tag 18 ist es unter den hier herrschenden Sonnen-Bedingungen vielleicht auch mal Zeit für einen Sonnenbrand. 😀
Der Weg zum Strand führt zwar über sehr unebenes Gelände und war aufgrund fehlender Bäume, die hätten Schatten spenden können auch durchaus anstrengend, hatte aber kaum bis gar kein Gefälle und stellte damit für uns Wanderprofis natürlich überhaupt keine Herausforderung dar. 😀

Für den Rückweg haben wir trotzdem das „Shuttle“ genommen. 😉
Der Green Sand Beach liegt in einer kleinen Bucht vor einem recht imposanten Lavafelsen.

Sobald man den steilen aber stufigen Fels herab geklettert ist, steht man tatsächlich auf grünem Sand. Die grüne Farbe kommt nicht etwa von Algen o.ä. sondern von einem Mineral namens Olivin, dass sich hier im Gestein findet.




Nach einem sehr ausgiebigen Badestop machten wir uns auf den Rückweg, nicht ahnend, dass sich dieser Teil als das wahre Abenteuer des Tages herausstellen würde. Ich war bereits nach wenigen Metern nicht sicher, ob wir nicht doch besser gelaufen wären. Das Fahrzeug – meines Erachtens nur notdürftig durch Rost und Klebeband zusammengehalten – hatte seine besten Jahre bereits weit hinter sich. Angesichts der Anzahl der Menschen in der Fahrerkabine und auf der Ladefläche war es vermutlich auch hoffnungslos überladen. Und der mehr als unebene Weg verlangte Bremsen, Stoßdämpfern und Co. wirklich alles ab. Fast hätte mir das Gefährt leid getan, wäre ich nicht so sehr damit beschäftigt gewesen, mich krampfhaft irgendwo irgendwie festzuhalten, um nicht unsanft gegen die Karosserie oder gegen Mitreisende zu stoßen. (Ich verspreche euch, die unnötige Berührung fremder Menschen will man bei den hier herrschenden Temperaturen unbedingt vermeiden! :-b)
Wenigstens war es angesichts der Multikultigruppe, die sich hier mit uns das Shuttle teilte, eine ganz unterhaltsame Fahrt. Drei Italiener, zwei Kanadier, drei Inder, vier Koreaner, vier Deutsche und ein Ukrainer wurden hier von zwei Hawaiianern auf der Ladefläche eines Pickups durch die Landschaft gekarrt. Schon lustig. 😀


Anschließend ging es in unserem eigenen (jetzt gleich noch bequemer und komfortabler erscheinendem) Auto in Richtung Volcano Village, wo wir die nächsten beiden Tage übernachten würden. Unterwegs kamen wir noch am Mark Twain Monkey Pod Tree vorbei – ein Abkömmling des Monkey Pod Trees (zu deutsch: Regenbaum), den Mark Twain bei seinem Aufenthalt auf Hawai’i im Jahr 1866 gepflanzt hatte.



Eigentlich wollten wir auf dem Weg noch im Hana Hou, dem südlichsten Restaurant der USA einkehren, aber das hatte leider Ruhetag.

Das Örtchen Volcano liegt auf etwa 1.100m nur wenige Meilen vom Krater des Kīlauea Vulkans entfernt. Je höher wir kamen, umso nebeliger und kühler wurde es. Am Ende waren es nur noch knapp 64 Grad Fahrenheit!!!! Bis auf unseren kurzen Exkurs zum Haleakalā auf Maui hatten wir seit Tagen nicht mehr so tiefe Temperaturen erlebt. Gut, dass für morgen wieder die gewohnten 33 Grad Celsius angekündigt sind. Puh. (Das war wirklich knapp. Fast hätte ich angefangen, in den Koffern nach langen Hosen zu suchen.)
Unsere Unterkunft ist ein unglaublich bezauberndes Cottage, dass wohl noch aus der Zeit der großen Zuckerrohrplantagen stammen muss. Wir planen dann mal mögliche Umbaumaßnahmen für zuhause. 🙂








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