Es wird Zeit für einen Länderwechsel. Eigentlich hatten wir die Idee, von Panama nach Guatemala mit dem Auto zu fahren. Das scheiterte aber nicht nur an der Entfernung (von Panama City nach Guatemala City sind es fast 2.000km) und damit an dem üblichen Problem, dass wir offensichtlich einfach zu wenig Urlaubstage haben 😉 sondern auch daran, dass es keinen Mietwagenverleih gab, bei dem man mit dem Mietauto über die Grenzen zu Costa Rica, Nicaragua und El Salvador fahren durfte. War vielleicht ja auch besser so. 🙂 Also fiel die Wahl auf das Flugzeug.



Allerdings waren sich sämtliche Reiseratgeber einig, dass Guatemala City nicht zwingend zu den Top-Reisezielen in Guatemala gehört und auch nicht gerade zu den ungefährlichsten. Daher entschlossen wir uns nur zu einem sehr, sehr kurzen Zwischenstopp und dazu, während diesem – nur 15 Minuten Fußweg vom Flughafen entfernt – den Zoo von Guatemala City zu besuchen. Also Morgenflug nach Guatemala City. Zoobesuch. Abendflug weiter zu unserem eigentlichen Ziel: Flores, im Nordosten von Guatemala.
Um uns nicht mit dem Gepäck rumschlagen zu müssen, checkten wir gleich nach unserer Ankunft in Guatemala City für den Abendflug nach Flores ein. Allerdings dürft ihr euch der Flughafen von Guatemala City jetzt nicht so ganz wie Frankfurt oder München Airport vorstellen. Da werden mit ca. 25 Abflügen pro Tag kleinere Brötchen gebacken, die Anzahl der besetzten Schalter bewegt sich – völlig unabhängig von der Airline – im sehr niedrigen einstelligen Bereich (also: einer) und die Bearbeitungsgeschwindigkeit von Anliegen wie Einchecken oder Gepäck aufgeben ist so eingestellt, dass unter keinen Umständen Hektik oder Stress aufkommt. (Also auf der Seite des Personals. Bei denen, die ggf. für einen Flug spät dran sind, mag das anders aussehen. :-)) Für die Mitleser, die den Flughafen von Dresden kennen… so ähnlich überschaubar geschäftig geht es am Flughafen der Hauptstadt Guatemalas auch zu.


Allerdings begegnete uns dafür eine ausgesprochene Freundlichkeit und (vielleicht ein wenig anders als bei manchen bürokratisch vorgegebenen Abläufen bei uns) ein viel ausgeprägteres Bestreben, eine einfache Lösung für Herausforderungen zu finden. Da wir für den Abendflug viel zu früh dran waren, war das Gepäckabfertigungssystem (im Sinne von: der Koffer wird gewogen und dann trägt ein Mitarbeiter ihn „irgendwo nach hinten“) noch nicht für den Zielort „Flores“ vorbereitet und die Gepäckabgabe eigentlich noch nicht vorgesehen. Proaktiv und lösungsorientiert rief die Mitarbeiterin am Schalter dann fix zu ‚Carlos‘ von hinter der Gepäckwaage (er hieß wirklich so), ob er irgendwo diese zwei Koffer hier für den Flug später nach Flores zur Seite stellen könnte. Carlos nickte, schnappte sich die Koffer und stellte sie hinter etwas, das aussah, als würde es entweder als Fundbüro oder als Sammelstelle für gefährliche Gepäckstücke dienen und versicherte uns, er würde dran denken, sie rechtzeitig vor dem Flug wieder rauszuholen. Ich gebe zu, ich war bis zu unserer Ankunft in Flores eigentlich recht sicher, dass wir unsere Koffer nie wieder sehen. 🙂
Mit diesem guten Gefühl spazierten wir los in Richtung Zoo. Dabei läuft man zunächst auf einer Art Hochstraße am Außengelände des Flughafens entlang und in dem (Maschendraht-)Zaun, der das Gelände umgibt, sind immer wieder zusätzlich Löcher freigelassen, damit Menschen Fotos machen können. Und auch wenn auf dem Rollfeld überschaubar viel Aktivität stattfindet, stehen doch viele, viele Menschen aller Altersgruppen am Zaun und schauen zu. Quasi die Besucherterrasse des La Aurora International Airports. 🙂

Generell erlebten wir den Flughafen und das ganze Drumherum als so ganz anders als in Europa oder den USA. Besucher und Gäste dürfen nicht in das Flughafengebäude hinein – hierfür muss man Ticket und Pass vorzeigen. Dafür finden sich davor um so mehr Menschen. Zusammen mit etlichen Ständen mit Blumen, kleinen Geschenken und Hunderten von Luftballons und einer riesigen Freude, sobald jemand aus dem Flughafen kam, auf den man gewartet hatte. Es war wirklich sehr schön zu sehen. 🙂

Der Zoo schließlich gehört mit zu den schönsten, die ich bisher besucht habe (und ich kann als großer Zooliebhaber durchaus auf ein gewisses Zoobesuchs-Repertoire zurückgreifen). Nicht riesig groß, aber so liebevoll und natürlich gestaltet, dass es eine große Freude ist, hindurch zu spazieren. Wenn ich Jaguar und Tapir schon nicht in Panama sehen konnte, dann wenigstens hier. 🙂















Nach etwa 2,5 Stunden Zoobesuch gab es zunächst noch eine kleine Stärkung. Wir entschieden uns ganz spontan für eine kleine Auswahl an guatemaltekischem Streetfood. Tortillas, Bohnen, Zwiebeln, verschiedene Fleischsorten und überraschend viel Kohl. Dazu bisschen Käse, Guacamole… alles gut gewürzt. Sehr lecker war’s. Hoffen wir, dass das auch für den durchschnittlichen deutschen Magen gut verträglich war. 😀

Schließlich ging’s für uns nach einer als kurze Sichtprüfung getarnten Gepäckkontrolle und einem durch Verspätung des Fluges deutlich zu langen Aufenthalt in dem auf etwa minus 10 Grad heruntergekühlten Flughafengebäude Richtung Flores.

Flores ist ein hübsches Städtchen im Bezirk Petén, das zum Teil auf einer kleinen Insel im Petén-Itzá-See liegt. 20 Minuten reichen völlig, um die bunten Häuser und die engen Kopfsteinpflastergassen auf der Insel zu erkunden, aber unser eigentliches Ziel (und der Grund für unsere Reise nach Flores) war ja auch ein anderes… 😉









Aber vorher hieß es zunächst, unsere Unterkunft zu beziehen. Und diese befand sich etwas außerhalb von Flores direkt im angrenzenden Dschungel. Um dorthin zu kommen, hätte man einfach ein Taxi nehmen können. Oder man liebt das Risiko und nimmt stattdessen eines der vielen Tuktuks. Ich sage euch, es gab in diesem Urlaub, den einen oder anderen Moment, bei dem ich nicht 100%ig sicher war, dass wir das gesund oder wenigstens lebendig überstehen. Die Fahrt mit diesem Fahrzeug war auf jeden Fall einer davon. Keine Ahnung, von welchen magischen Kräften dieses Gefährt überhaupt noch angetrieben wurde oder welcher Zauberkleber das alles zusammengehalten hat. Der Sitz bestand aus einigen Metern Wäscheleine. Der Lenker war mit etwa 2 Kilogramm Klebeband befestigt und bei jeder Bodenwelle verloren wir gefühlt mindestens zwei oder drei Bauteile.



Aber gut… am Ende sind wir angekommen. Also zumindest fast. Einen kleinen Rest sind wir -aus Gründen- zu Fuß gegangen. Man muss den Bandscheibenvorfall ja nicht allzu sehr herausfordern.
Das mit der Unterkunft im Dschungel war im Nachhinein betrachtet übrigens eine wirklich grandiose Idee… Früher dachte ich, die nächtlichen Geräusche, die Füchse & Co bei uns so machen, wären laut. Aber da kannte ich Brüllaffen noch nicht. Das lässt sich in Fotos nicht wiedergeben, aber ich kann euch sagen: viel Schlaf gab es diese Nacht nicht. Um Himmels Willen – was machen die für einen Lärm! Und mit was für einer Ausdauer. (Für tieferes Interesse empfehle ich einschlägige YouTube Videos zu den Rufen von Brüllaffen.) Dafür war die Unterkunft aber wirklich wunderbar gelegen, direkt am See – mit Terrasse und Außendusche zum See hinaus. Und dass ich Dummerchen mich dann noch danach erkundigen musste, ob man auf irgendwas acht geben sollte, so dass die nette Dame an der Rezeption mit „nur auf die Krokodile im See“ antworten musste, ist ja auch nun wirklich meine Schuld. 😛














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