Wandern in Boquete oder auch… auf der Suche nach dem Quetzal

Panama ist an allererster Stelle wunderschön und an zweiter sehr warm. 🙂 Da kommt es sehr gelegen, dass Boquete selbst in etwas über 1.000 Meter Höhe liegt und die Berge drumherum entsprechend noch höher. Das kann dann schon mal zwischen 5 und 10 Grad Celsius Unterschied machen zu einem Ort wie Panama City und das wiederum macht einen ganz gewaltigen Unterschied, wenn man sich vorgenommen hat, „ein wenig“ zu wandern.

Da wir nur etwas mehr als zwei Tage Zeit und neben dem Vulkan-Sonnenaufgangs-Besuch auch noch einen weiteren Programmpunkt auf dem Plan hatten, beschränkten wir uns auf zwei moderate Runden: Eine Wanderung zu den „drei Wasserfällen“ und eine durch die Kaffeeplantagen. Eines kann ich schon vorweg nehmen: Sowohl die Wander-App als auch die nette Dame vom Nationalpark sagen euch nicht die ganze Wahrheit, wenn sie euch etwas von „mittlerem“ Schwierigkeitsgrad erzählen. Und damit es da keine Missverständnisse gibt, wo bei mir der Grad zu „mittlerer“ Schwierigkeitsstufe für einen Wanderweg dann vielleicht ganz langsam und knapp überschritten sein könnte – und hier greife ich der nachfolgenden Schilderung ein wenig vor und nehme den Höhepunkt vorweg – spätestens, wenn man Seile braucht, an denen man sich hochziehen oder wahlweise abseilen kann, um nicht abzustürzen oder Abhänge hinabzurutschen. Spätestens dann sind wir in meiner Definition ganz minimal über „mittlerer“ Schwierigkeit hinaus. 😀

Davon abgesehen und auch ungeachtet der Tatsache, dass so ein Wanderweg gern mal und auch fast ganz offiziell quasi durch die Vorgärten der Einwohner des jeweiligen Ortes führt und dass man an einigen Stellen auch mal längere Zeit von umherstreunenden und ab und an hysterisch bellenden Hunden begleitet wird, von denen man inständig hofft, dass sie bestimmt ganz friedlich sind (aber Vova hatte trotzdem sicherheitshalber gern mal einen größeren Stock dabei – man kann ja nie wissen. :-)), ungeachtet dessen – waren es traumhaft schöne Wanderrouten.

Quer durch den Regenwald, vorbei an Plantagen, von einem Wasserfall zum nächsten, über Hängebrücken und schmale Pfade entlang. Und alles ist so unbeschreiblich grün und wunder-, wunderschön.

Und dann war da ja noch die Sache mit dem Quetzal… gerade die Wasserfallrunde sollte durch ausgewiesenes Quetzal-Gebiet führen. Und tatsächlich haben wir seinen recht eindringlichen Ruf auch mehrfach gehört. Ganz nah. Nur gesehen… Gesehen haben wir ihn nicht… Wie zum Hohn trug der dritte Wasserfall bezeichnenderweise sogar den Namen „Quetzal“. Aber gut. Es bleibt mir ja noch Guatemala. Das wird schon noch klappen. 🙂

Die Runde durch die Kaffeeplantagen erforderte zwar nicht die Benutzung von Seilen, allerdings führte sie an einzelnen (längeren) Stellen respektabel steil bergan und durch längere schattenlose Passagen. Die Auswirkungen auf die Wanderkondition könnt ihr euch sicher vorstellen… hier ein Symbolbild (auch noch mit zuvor erwähntem Stock ;-)).

Die Wege und die Aussicht aber auch hier – unbeschreiblich schön und jeden müden Muskel am nächsten Tag hundertmal wert.

Als weiteres Naturhighlight in der Gegend von Boquete standen noch die „Cangilones de Gualaca“ – eine Art Mini-Canyon – auf unserer Liste; allerdings nahmen wir diesmal das Auto. 😉 An Wochenende soll hier die Hölle los sein, aber da es mitten in der Woche und noch recht früh am Tag war, hatten wir den Fluss und die kleine Schlucht, durch die er führt, fast für uns allein. Das Wasser ist wunderbar warm und es lässt sich herrlich drin schwimmen. 🙂

So viel Bewegung macht natürlich hungrig und so statteten wir anschließend jeweils auch der einen oder anderen Fonda einen Besuch ab. Das sind kleine (teilweise sogar winzige) Restaurants in der Regel mit typisch panamaischen Essen. Oft gibt es nicht mal einen Innenraum sondern nur einen Außenbereich und manchmal hat man das Gefühl, dass jemand einfach noch einen Tisch und zwei Plastikstühle auf seiner Terrasse mit dazugestellt und ein Schild mit der Aufschrift „Fonda“ angebracht hat. Dafür findet sich auch an jeder noch so entlegenen Ecke und sogar mitten im Regenwald bestimmt noch irgendwo eine Fonda, bei der du traditionelle Patacones (Kochbananen in allen möglichen Zubereitungsformen), Chicharrón (frittierter Schweinebauch), Ropa Vieja (Rindfleisch mit Paprika und Zwiebeln in einer Tomatensauce) und natürlich Ceviche in allen Formen und Varianten bekommen kannst.

Mit Ausnahme der Kochbanane in einer ‚interessanten‘ Zimt-Irgendwas-Marinade (alle anderen getesteten Zubereitungsformen der Kochbanane waren absolut lecker) war das alles sehr gut. Was das Prüfen des Dessertangebots angeht, haben wir angesichts der phänomenalen Obstauswahl (in aller Regel frisch vom Baum nebenan) bisher tatsächlich noch nichts vorzuweisen, aber was nicht ist, kann ja noch werden. 🙂

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