Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Kīlauea Vulkans. Also Wanderschuhe angezogen, Wasserflaschen aufgefüllt, Sonnencreme und Moskitospray eingepackt und auf zum Hawaii Volcanoes National Park.


Ein erster kurzer Weg führt zu den Steam Vents – Risse und Löcher im Boden, aus denen heißer (wirklich heiß!) Dampf entweicht.


Anschließend weiter zu den Sulfur Banks – leuchtend gelbe Schwefelbänke mit diesem ganz besonderen Geruch in der Luft… (Wir sind dort nicht allzu lange stehen geblieben. ;-))
Und schließlich zum Kīlauea Iki Trail – einem Wanderweg zum Kīlauea Iki Krater.

Interessant war die sehr unterschiedliche Landschaft durch die die Trails führten. Vom größtenteils offenen Gelände bei Steam Vents und Schwefelbänken…

über dichten Wald am Kraterrand des Kīlauea Iki…


bis zu einer riesigen, ausgedehnten Steinwüste im Krater selbst.

Noch bis April letztes Jahr handelte es sich beim Kīlauea Iki Trail um einen Rundweg. Der Kīlauea war aus einer Öffnung namens Pu‘u ‘O‘o seit 1983 sehr regelmäßig ausgebrochen, in den letzten Jahren allerdings recht friedlich und berechenbar und ohne große Beschädigungen oder Gefährdungen. Das änderte sich am 30. April 2018. An diesem Tag brach der Kraterboden des Pu‘u ‘O‘o zusammen. Als Folge ergoss sich ein gewaltiger Lavasee aus dem Krater. Es folgten mehrere Erdbeeren und ab dem 3. Mai 2018 öffneten sich zahlreiche Risse entlang der Bergflanke, aus denen in enormer Geschwindigkeit gewaltige Mengen Lava den Berg hinab in Richtung Meer flossen.
Der Lavastrom dauerte nahezu drei Monate und die unfassbar gigantischen Mengen an Lava veränderten nicht nur die Struktur des Kraters und des Nationalparks grundlegend. Zahlreiche Trails sind aufgrund gefährlicher Gase oder der Gefahr einbrechenden Böden vollständig oder zum Teil geschlossen.

Der Kīlauea Iki Trail ist allerdings auch über die kürzere Strecke sehr sehenswert. Sobald man hinunter zum eigentlichen Krater steigt und aus dem Wald heraustritt, der den Kraterrand bedeckt, öffnet sich vor einem die mondgleiche Kraterlandschaft. Und das ist nur ein kleiner (iki = klein) Bruder des eigentlichen großen Kīlauea Kraters.



An den gewaltigen Verwerfungen im Boden lässt sich die Kraft, die hier gewütet hat, erahnen. Wirklich erfassen kann man es nicht, dafür sind die Ausmaße einfach zu gewaltig.


Aber auch diesen kargen Boden wird sich die Pflanzenwelt Stück für Stück zurückerobern. Ein paar wenige, besonders zähe Vorreiter sind bereits da. 🙂

Für den Nachmittag hatten wir zur Erholung eigentlich Faules-Rumliegen-am-Strand auf dem Programm. Dafür hatten wir den Kehena Black Sand Beach in Pahoa im Südosten der Insel ausgewählt. Allerdings mussten wir feststellen, dass so ein Vulkanausbruch doch weitreichendere Folgen hat, als es auf den ersten Blick scheint.



Der Lavafluss vom letzten Jahr hatte nicht nur mehrere Straßen bedeckt und zerstört, sondern auch eine ganze Wohnsiedlung sowie ein Kraftwerk, das ein Viertel der Insel mit Strom versorgt hatte, dem Erdboden gleichgemacht oder schwer beschädigt. Mehrere Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten. In Reiseführern hochgelobte Naturerlebnisse existieren nicht mehr. An ehemals weiten Sandstränden gibt es nun nur noch schwarzen Stein.



Um die abgetrennten Orte wieder erreichbar zu machen, wurde eine erste Straße über die erstarrte Lava hinweg gebaut. Die Ausmaße des Lavaflusses sind unbeschreiblich. Kilometerweit sieht man nichts als schwarzen Stein.


Und dann stehen mit einem Mal wieder Bäume am Straßenrand. Dicht und grün als wäre nichts gewesen. Dort, wo sich der heiße Stein nicht entlang gewälzt hat und die Hitze nicht alles um sie herum verbrannt hat.


Beim Ausbruch 2018 wurden 35 Quadratkilometer Land mit Lava bedeckt. Gleichzeitig wurden durch den Weg der Lava ins Meer aber auch 3,5 Quadratkilometer Land neu geschaffen. So wächst Big Island immer noch weiter.
Nachdem unser Strandplan ins Wasser (eigentlich in die Lava) gefallen war, entschieden wir uns für Plan B – den Besuch von Uncle Robert’s Market in Pahoa. Uncle Robert Keli‘iho‘omalu hat sein Grundstück vor einiger Zeit zu einem öffentlichen Markt umgebaut und einmal pro Woche findet hier der Farmers Night Market statt – ein lebendiges, buntes, freundliches, glücklichmachendes Treiben von Einheimischen und Touristen gleichermaßen. Mit einer Liveband, unzähligen Essens- und Verkaufsständen und schier unerschöpflicher guter Laune. Das war nicht nur superlecker sondern hat auch irre viel Spaß gemacht. 🙂





Und zum Abschluss… noch ein klitzekleines Shave Ice. 🙂







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