Um zu verhindern, dass so ein Urlaubstag in Stress ausartet, sollte man sich auf einige wenige Programmpunkte beschränken. Wir dachten, wir konzentrieren uns heute mal auf zwei:
1. die Begleichung unseres gestern erworbenen Parktickets und
2. den Strand.

Der Begleichung des Parktickets wurde hohe Priorität eingeräumt, da, sollte uns die Mietwagenfirma mit der Zahlung zuvorkommen, zusätzlich zur eigentlichen Strafe noch eine Servicegebühr der Mietwagenfirma fällig wäre. Das galt es unbedingt zu verhindern. Nachdem erste Versuche zur Zahlung online fehlgeschlagen waren, machten wir uns auf den Weg zur nächstgelegenen Post, da laut Strafzettel eine Zahlung auch dort möglich war. Abgesehen davon, dass es sich bei den Postämtern von Dubai offensichtlich um geheime Einrichtungen zu handeln scheint, die es maximal zu tarnen und vor Touristen zu verstecken gilt, fühlte man sich beim Betreten schlagartig heimisch. Ein großer karger Saal, mißmutig dreinschauende Angestellte, zahlreiche Stempel auf den Schreibtischen und ein Wartemarkensystem. Fast wie zuhause. 😄 Nach angemessener Wartezeit (es waren von 13 Schaltern nur zwei geöffnet) und dem Hinzurufen mehrerer Kollegen wurde uns jedoch mitgeteilt, dass man uns hier, da es sich um einen Mietwagen handelt, leider nicht weiterhelfen kann. Wir müssten direkt im Straßenverkehrsamt vorstellig werden…
Nun zum Glück hatten wir ja nur einen weiteren Punkt auf der heutigen Agenda… musste der Strand eben noch etwas warten. Also auf zu einem der Stadtverwaltungsgebäude von Dubai…
Dort angekommen hätte man – rein was die Einrichtung und Organisation angeht – auch fast das Gefühl bekommen, man wäre zuhause… Erstmal dein Anliegen auswählen, dann eine Wartemarke ziehen und sich anschließend brav in den Wartebereich setzen und darauf warten, aufgerufen zu werden. Wären da nicht ein paar unbedeutende, winzige Unterschiede…
Das große Kind, das mich begleitete, wurde aufgrund seines T-Shirts, auf dem sich ein allseits bekannter, großer schwungvoller Strich einer Sportmodemarke befindet, bereits am Eingang aufgehalten und musste in einer hinteren Ecke warten, bis unsere Angelegenheit erledigt war, da der Zutritt für ihn mit dieser Kleidung nicht gestattet war.
Mir wurde nach einer kurzen Begutachtung mitgeteilt, dass mein Kleid (obwohl selbstverständlich über Knielänge! ) für diese Einrichtung zu kurz sei und ich eines der im Waschraum für bereitgestellten Kleidungsstücke benutzen müsse.

Nun, was tut man nicht alles… Also fix die farbenfrohe Robe übergeworfen und schnell in den Wartebereich gesetzt. Natürlich nicht irgendwohin, sondern auf einen der für Frauen vorgesehenen Stühle im hinteren Bereich. Außer mir war nur noch eine weitere Frau im Wartebereich und als ich mich wunderte, dass meine Nummer offensichtlich übersprungen worden war und die nachfolgende aufgerufen wurde, gab sie mir zu verstehen, dass ich einfach noch ein wenig Geduld haben sollte, wahrscheinlich war nach mir einfach ein Mann gekommen und der wäre natürlich vor mir dran… Natürlich. 😳
Und irgendwie freue mich jetzt schon auf meinen nächsten Besuch im deutschen Straßenverkehrsamt. In kurzen Hosen. Mit einem x-beliebigen T-Shirt. Und einem Sitzplatz in einer der ersten Reihen des Wartebereichs. Und vielleicht lächle ich, wenn ich aufgerufen werde, auch ganz kurz in mich hinein, weil die, die nach mir gekommen sind, auch nach mir dran sind. 😉
Nun, das war geschafft und beim zweiten Programmpunkt sollte sich Dubai von einer ganz anderen Seite zeigen – der Seite, die Besucher auch wesentlich häufiger zu Gesicht bekommen. Wie oft verirrt sich ein Tourist auch schon ins Straßenverkehrsamt. 🙂
Dank unserer Gästekarten, die uns Freunde vor Ort besorgt hatten, konnten wir einen der privaten Hotelstrände besuchen. Und wüsste man nicht, dass man sich in einem streng religiösen Land befindet, hier hätte man es – abgesehen von der für Dubai typischen, allgegenwärtigen Security an allen Ecken – nicht gemerkt. Wie eine kleine liberale Insel mitten in einem der zentralen Stadtteile von Dubai. Das absolute Highlight war ein Glas Bier für Vova und ein Glas Wein für unsere gute Fee, die seit Sonntag mit bei uns ist, direkt am Strand. Hier wirklich etwas außergewöhnliches.

Am Strand selbst lässt es sich im übrigen ganz gut aushalten. Wunderbar weicher, feiner Sand und herrlich warmes (aber sehr, sehr salziges) Wasser ohne jegliches Meeresgetier. Allerdings nicht so klar, wie wir es im Sommer auf der anderen Seite des Globus gesehen haben. (Aber das war auch einfach unglaublich dort.)
Genau wie beim Sonnenuntergang, den wir vom Burj Khalifa aus gesehen haben, verfärbte sich auch diesmal die Sonne wieder leuchtend rot. Es sah ein wenig so aus, als hätte jemand einen roten Ball einfach nachträglich in ein Bild vom Himmel eingefügt. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit wirkte es auch diesmal wieder recht neblig und irgendwie zugezogen und die Sonne wirft beim Untergehen nicht so lange Strahlen. Ganz anders als die Sonnenuntergänge, die man bis jetzt so gesehen hat. Aber superschön. 🙂









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