Die gute Nachricht zuerst: Es sind Schulferien! Wahrscheinlichkeitsrechnung, der Aufbau einer Pflanzenzelle, die Brechung von Licht an optischen Linsen und all die anderen wunderschönen Themen, von denen man dachte (und hoffte), man würde sie nie wieder brauchen, machen sechs Wochen Pause. Was bin ich erleichtert! 😀 Vereinbarkeit von Familie und Beruf in allen Ehren, aber das waren schon ein paar wirklich anstrengende Wochen. Nicht, dass die Jungs die ‚Pausen‘ nicht zu nutzen gewusst hätten… 🙂

Einen großen Vorteil hatte die Homeschoolingzeit allerdings – der ganze Tagesablauf der Jungs hat sich um zwei bis drei Stunden nach hinten verschoben. Länger schlafen, später aufstehen und damit auch später ins Bett. Das bedeutete, dass nach dem Ende des Arbeitstages viel mehr gemeinsame Zeit übrig bleibt. Zeit, die sich sogar für ein wenig Campingfeeling im Garten nutzen ließ, wenn man schon nicht wegfahren konnte.

Und dann ist ja auch noch Sommer und die Tage sind lang und hell. Und so haben wir viele Abende (und die Wochenenden) genutzt, um ausgiebig die Umgebung zu Fuß aber vor allem mit dem Fahrrad zu erkunden. Und was haben wir für schöne Ecken gefunden und entdeckt. Wälder, Bäche, Felder, Seen… alles in unmittelbarer Umgebung. Wir haben einiges an Kilometern gemacht in den letzten Wochen.

Der Unterbacher See und der Elbsee direkt bei uns um die Ecke…

Der Weg nach Erkrath… durch den Wald oder entlang der Raps- und Erdbeerfelder…

In und durch die Stadt – Düsseldorf selbst hat so viele schöne Seiten…

Eine meiner Lieblingstouren: durch die Urdenbacher Kämpe und mit der Fähre auf die andere Seite des Rheins bis zur Feste Zons… nicht ohne am Ufer des Rheins die vielen flachen Steine dafür zu nutzen, wofür flache Steine am Ufer eines Gewässers überhaupt nur erfunden wurden.

Und zurück auf dem Deich entlang… gefühlt herrscht da oben immer Windstärke 10 bis 11, was das Fahrradfahren nicht unbedingt einfacher macht. Dafür ist diese endlos scheinende Weite um so schöner. 🙂

Natürlich alle Ecken des Eller und Hassler Forsts gleich vor unserer Haustür…

Das Rotthäuser Bachtal – wobei man das ‚Tal‘ erst erreicht, wenn man die Hügel davor überquert hat. (Eigentlich geht es von uns aus erstmal, egal wo man hin möchte, immer bergauf, wenn man nicht gerade in die Stadt fährt. Dafür geht es auf dem Weg nach Hause dann aber auch wieder bergab. :-))

Natürlich das Neanderthal, wenn man schon um die Ecke davon wohnt. Erstaunlich viele (ehemalige) Mühlen entlang der Strecke…

Und heute als ganz besonderes Highlight – eine große Runde nach Ratingen zur Auermühle. Ein wunderbarer Ort, ein Kinderparadies mit Bach, Spielplatz, und Kletterhügeln und ein ganz hervorragendes Restaurant.

Die Auswahl der Strecke obliegt natürlich der Regierung… also mir. Und um mir nicht den Zorn der Mitfahrenden zuzuziehen und die Begeisterung für zukünftige Ausflüge hochzuhalten, versuche ich, es tunlichst zu vermeiden, Wege und Strecken auszuwählen, die in meiner App als „besonders schwierig“ oder „sehr anspruchsvoll“ gekennzeichnet sind. Aber hin und wieder sieht so ein Abschnitt jetzt auf dem Telefon gar nicht sooo anspruchsvoll aus. Und außerdem hat da jemand einen besonders schönen Punkt markiert. Und überhaupt ist das bestimmt nur eine Abkürzung…

Ich meine, kann ja keiner ahnen, dass der Weg so zugewachsen ist. Oder voller Brombeersträucher. Oder über Schotter führt. Oder quer durchs Dickicht. Oder steil bergan. Oder plötzlich vor einer Kuhweide endet.
Also zumindest landschaftlich war es immer sehr schön. :-b

Mitunter führen meine Abkürzungen dazu, dass ich mir die Zustimmung zur nächsten gemeinsamen Ausfahrt in gewisser Weise ‚erkaufen‘ muss. Nun, jeder weiß, dass die Aussicht auf eine gewisse ‚Belohnung‘ für eventuelle Strapazen immer noch die beste Motivation ist. Und welche Belohnung wäre an einem Sommertag besser geeignet als…

Außerdem wären uns ohne die eine oder andere Abkürzung auch zahlreiche „Bekanntschaften“ entgangen, die wir unterwegs gemacht haben. (Ok, eine oder zwei davon wohnen bei uns.) 🙂

Es gibt so viel Schönes zu sehen. Gleich vor unserer Haustür. Wer weiß, ob wir diese Ecken ohne die verrückten Umstände auch entdeckt hätten. Jetzt kann es mal wieder ein wenig in die Ferne gehen. Schon allein um zu sehen, ob die Sonnenuntergänge dort auch so schön sind, wie hier an unserem See. 🙂

3 Antworten zu „Rundherum um Düsseldorf”.

  1. Avatar von Tom Bichtemann
    Tom Bichtemann

    ❤️

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  2. Avatar von Renate Lehmann
    Renate Lehmann

    Danke, liebe Anja, für diesen zauberhaften Bericht über Eure Entdeckungsreisen von zu Hause aus. Beim Anblick der wunderschönen Bilder bekommt man doch Lust, dort Urlaub zu machen. Ich glaube, daß in den vergangenen Wochen viele Menschen in ihrer nahen Umgebung Wege und Orte entdeckt haben, von deren Existenz sie keine Ahnung hatten. Wir wünschen Euch eine schöne Ferienzeit, und vielleicht sehen wir uns demnächst in Dresden-Kleinzschachwitz!
    Liebe Grüße Renate und Hanne

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  3. […] Corona – die Zweite (Rundherum um Düsseldorf) […]

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