Der Mont Blanc war bezwungen. Chamonix umfassend besichtigt. Alle Wasserfälle in der näheren Umgebung fotografiert. Es war Zeit weiterzureisen. Auf dem Weg ans Meer war unsere nächste Etappe Avignon. Auf dem Weg dahin wollte ich aber noch einen Zwischenstopp an einem ganz besonderen Ort einlegen.
Gute Freunde der guten Fee, bei denen wir, als meine Brüder und ich noch Kinder waren, oft zu Besuch waren, hatten riesige Bücherregale mit zahllosen Büchern in ihrer Wohnung. Bei unseren Besuchen stöberte ich oft ein wenig durch diese ‚Bibliothek‘. Die meisten der Bücher waren Geschichtsbücher, vor allem über die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts. Eines der Bücher in diesen Regalen, das sich mit einem Teil des düstersten Kapitels der deutschen Geschichte beschäftigte, war von Serge und Beate Klarsfeld und hieß „die Kinder von Izieu“.
Es war ein Bericht über 44 jüdische Kinder, die sich während des zweiten Weltkriegs in einem Kinderheim in Izieu vor den Deutschen versteckt hielten. Im April 1944 wurden alle 44 Kinder und ihre Betreuer gefangen genommen und im Verlauf der nächsten Tage deportiert. Alle Kinder wurden in Auschwitz ermordet.
Das Haus in Izieu „hoch über dem Rhône-Tal“, wie Reinhard Mey in seinem Lied über die Kinder von Izieu singt, und das Gelände drum herum ist mittlerweile ein Museum. Und so bedrückend es auch ist, die Ausstellung zu besuchen, so wichtig ist es doch, die Erinnerung an die schrecklichen Verbrechen wachzuhalten. Damit sich so etwas nie wiederholt.












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