Autofahren nach und in Paris kann eine echte Herausforderung sein, aber mit guter Vorbereitung und unter Beachtung ein paar grundlegender Tipps und Hinweise, lässt sich auch diese meistern. Daher hier für euch eine kurze Liste der wichtigsten Ratschläge:
- Macht euch mit der Lage eurer Unterkunft in Paris vertraut – liegt sie in einer Fußgängerzone, in der Nähe von Sehenswürdigkeiten oder vielleicht in einer Einbahnstraße?!
- Sucht euch neben der besten Route zu eurer Unterkunft auch noch ein oder zwei Alternativrouten raus, um zum Ziel zukommen, für den Fall, dass euch Baustellen oder Demonstrationen (in Paris absolut nicht unüblich) den Weg versperren.
- Überprüft, ob es in der Nähe zu eurem Ziel eine passende Parkmöglichkeit gibt.
- Ignoriert alle gesammelten Informationen und nehmt den Zug!
Wer noch nicht in Paris war, muss mir an dieser Stelle einfach vertrauen. Autofahren in Paris macht ungefähr so viel Spaß, wie eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Aus meiner Sicht gibt es dafür vor allem drei Gründe. Der erste: Das Zentrum von Paris besteht eigentlich nur aus Kreisverkehren (Wusstet ihr, dass die Hälfte aller Kreisverkehre der Welt in Frankreich zu finden sind? Das ist wirklich wahr.), Einbahnstraßen und aus für Autos gesperrten Zonen. (Ich habe sogar den Verdacht, dass manche Einbahnstraßen mit der Seite, an der man in sie laut Straßenverkehrsordnung hereinfahren könnte, an eben solch einem verkehrsbefreiten Bereich anliegen.) Eine Strecke, die man zu Fuß in etwa 3 Minuten zurücklegen könnte, dauert mit dem Auto so gern schon mal gute 20 Minuten.
Der zweite: Das Finden eines passenden Parkplatzes im Stadtzentrum ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Entlang der Straßen einen Platz zu finden, in den das Ein- und Ausparken ohne größere Beschädigungen am Fahrzeug möglich ist, kommt einem Lottogewinn gleich. Natürlich gibt es Parkhäuser. Hier sollte man allerdings vor dem Einfahren ganz sicher sein, dass das Parkhaus in Bezug auf Breite von Ein- und Ausfahrt und Parkplatzgröße so bemessen ist, dass unter Anwendung grundlegender physikalischer Gesetze das Befahren und Parken mit dem eigenen Fahrzeug überhaupt – zumindest theoretisch – möglich ist. Französische Fahrzeuge brauchen offensichtlich deutlich weniger Platz.
Die dritte – und entscheidende – Ursache liegt (in Verbindung mit Grund 2) meines Erachtens in der grundsätzlich unterschiedlichen Einstellung der Menschen in Deutschland und der in Frankreich zum Eigentumsobjekt „Auto“. (Achtung! Es folgen Vorurteile, deren hoher Wahrheitsgehalt jedoch in zahlreichen persönlich durchgeführten empirischen Studien bewiesen wurde.) Der durchschnittliche deutsche Automobilbesitzer scheint ein großes Interesse daran zu haben, sein Fahrzeug größtenteils beschädigungsfrei zu halten. Bei Autofahrern aus Paris scheint dieses Bedürfnis weniger stark ausgeprägt. Stoßstangen beispielweise scheinen in Paris vorwiegend dazu zu dienen, auch eigentlich zu kleine Parklücken nutzen zu können. Durch den Wunsch nach Schadensfreiheit ist die Fahrweise des deutschen Autofahrers in verkehrsintensiven Bereichen (wie Paris) oft durch vorsichtiges und eher zögerliches Vorwagen geprägt. Ein großer Fehler! Langsames Anfahren, das Blinken vor Spurwechseln oder auch das Wechseln auf die äußere Spur vor dem Herausfahren aus Kreisverkehren führen – da in Paris völlig unüblich – zu deutlicher Verwirrung bei allen anderen Autofahrern und entlarven Einen (zusätzlich zum auswärtigen Kennzeichen) sofort als unerfahrenen Außenseiter ohne jede Chance, sich im Kampfgebiet Straße zu behaupten.
Die Teilnahme am Straßenverkehr in Paris erfordert von allen Beteiligten absolute, ununterbrochene Aufmerksamkeit. Am gefährdetsten sind natürlich Fußgänger. Hier muss jede Möglichkeit genutzt werden, um eine Straße verletzungsfrei zu überqueren – da kann man sich nicht auf grüne Ampeln verlassen, weswegen in Paris Fußgänger generell über die Straße gehen, wenn es eine Lücke zwischen den Autos gibt, völlig egal, welche Farbe die Fußgängerampel gerade zeigt.
Paris hat ein hervorragend ausgebautes U-Bahn-Netz (Metro) und viele der Sehenswürdigkeiten gerade im Zentrum lassen sich auch sehr gut erlaufen. Also mein Tipp: Geht zu Fuß oder Fahrt mit der Metro. Zur Not muss man dann einfach öfter in dem einen oder anderen Bistro einkehren, um sich auszuruhen. Der Teil würde einem im Auto ja auch völlig entgehen. 🙂








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