Wenn man schon einmal in der Gegend ist, gehört ein Besuch in Cognac selbstverständlich zum Pflichtprogramm. Ebenso natürlich wie ein Reisebericht zur Stadt Cognac und zum gleichnamigen Getränk. 🙂

Cognac war dank seines Hafens an der Charente aufgrund des Handels mit Salz, Wein und später Cognac ein bedeutendes Handelszentrum. Heute ist es ein eher ruhiges Städtchen mit einer hübschen Altstadt, durch die sich ganz wunderbar spazieren lässt, mit einer modernen, einladenden Uferpromenade, mit historischen Gebäuden und Kirchen und reichlich Bistros und Restaurants.












Und natürlich mit den großen, imposanten Cognac-Häusern wie Hennessy, Martell, Camus oder Rémy Martin. Zufällig hatte letzte Woche auch gerade das große Cognac-Festival stattgefunden und die Stadt war noch überall entsprechend dekoriert und geschmückt. Cognac, wohin man auch schaut. 🙂





Was das Getränk angeht… schon seit der Zeit der Römer wird rundherum um Cognac Wein angebaut. Irgendwann im 16. Jahrhundert stellte sich dann heraus, dass sich der aus diesen Trauben gewonnene Wein hervorragend zum Brennen/Destillieren eignet und dass durch die doppelte Destillation ein klarer, reiner Weinbrand entsteht, der auch länger haltbar war, als der Wein, der beim Transport nach England oder Irland oft sauer wurde. Der Cognac war geboren.
Mittlerweile kann hier aber nicht mehr jeder einfach so seinen Cognac brennen, wie er lustig ist. Wenn sich ein Weinbrand aus der Region Cognac auch so nennen will (denn der Begriff ist geschützt und nur Weinbrände, die hier aus den Weingebieten um Cognac stammen, dürfen ihn führen), dann gibt es ein paar strenge Regeln zu befolgen:
- der Obstbrand (‚eau de vie‘) darf ausschließlich aus weißen Trauben bestehen
- die Trauben dürfen nur im Oktober geerntet werden
- der Cognac muss in Eichenholzfässern lagern, wobei das Eichenholz für die Fässer aus zwei ganz bestimmten französischen Wäldern stammen muss
- der Cognac muss mindestens zwei Jahre reifen
Es gibt sechs verschiedene Qualitätsstufen der Anbaugebiete (so genannten cru) rundherum um Cognac. Allerdings entstehen nahezu alle Cognacsorten aus der Mischung verschiedener eau de vie aus unterschiedlichen Wein- und Qualitätssorten und unterschiedlichen Alters. Es ist Aufgabe des Kellermeisters jedes Cognac-Hauses die perfekte, individuelle Mischung zu finden.

Bevor der Cognac ins Fass kommt, ist er klar. Die Lagerung im Fass (und manchmal auch der Zusatz anderer Stoffe) sorgt für die charakteristische Farbe. Sofern ein Cognac ohne Zusätze ist, gilt, je dunkler die Farbe umso älter der Cognac. Dabei werden ältere Cognacs oft zunehmend milder, da über die Jahre ein Teil des Alkohols verdunstet. (Das Alter ist übrigens die Zeit, in der der Cognac im Fass lagert. Nachdem der Cognac in Flaschen abgefüllt wurde, reift er nicht weiter.) Wie lange ein Cognac gereift ist, lässt sich in der Regel an der Bezeichnung auf der Flasche ablesen. (Bei einer Mischung verschiedener Destillate, wird das Alter immer vom jüngsten Destillat bestimmt.) V.S. (Very Special) Cognacs sind mindestens zwei Jahre alt. V.S.O.P (Very Superior Old Pale) mindestens vier Jahre und XO (Extra Old) mindestens sechs Jahre (für Cognacs seit 2018 sogar mindestens 10 Jahre). Die ältestens Cognacs (mindestens 14 Jahre gereift) tragen die Bezeichnung XXO.
Keiner von uns ist großer Cognac-Trinker, aber dem ganzen Drumherum in der Stadt, der Dominanz und Allgegenwärtigkeit der großen Marken und dem liebevollen ‚Kult‘ um das Getränk, kann man sich bei einem Besuch der Stadt kaum entziehen. Und neben dem Cognac hat die Charente-Gegend noch ein weiteres alkoholisches Kleinod zu bieten und das ist dem puren Zufall zu verdanken. Irgendwann zu Beginn der Cognac-Herstellung schüttete ein Winzer Traubensaft (Most) in ein Fass mit Cognac-Destillat und vergaß dieses Fass dann für ein paar Jahre in irgendeiner Ecke seines Kellers. Als er es wiederentdeckte war aus der Mischung ein unglaublich leckeres Getränk entstanden – der Pineau des Charentes. Von der Farbgebung her wie ein Cognac, aber viel leichter und durch den Most viel süßer als der Weinbrand. Sehr lecker. 🙂

Begleitet wurde dieser hübsche kleine Pineau im Übrigen von einem traumhaften französischen Abendessen in der Altstadt von Cognac. Ich habe das mit Sicherheit schon mehr als einmal geschrieben, aber das mit dem Essen, das haben die Franzosen einfach raus. Vor allem… wenn es um Desserts geht. Mjam. 🙂



Was die Kinder und Jugendlichen der Reisegruppe angeht, so wurde mit Freude festgestellt, dass Cognac (zusätzlich zu dem leckeren Essen mit den grandiosen Desserts) auch für sie etwas zu bieten hatte. Wie sich herausstellte, gibt es bei Hennessy kostenloses WLan. Und unser Liegeplatz für die Nacht befand sich zufällig genau vor den Toren der Hennessy-Brennerei. Die perfekte Gelegenheit also, sich – lässig an die Mauern der Brennerei gelehnt – ein oder zwei Serien herunterzuladen oder kurz die neuesten Memes auf TikTok anzuschauen. In gewisser Weise haben wir die jungen Herren damit an den Alkohol verloren… aber zum Glück nur temporär. :-p







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