Da ein Großteil meiner regulären Mitreisenden eher zur Kategorie ‘wärmeliebender Sonnenanbeter’ gehört, brauchte es tatsächlich jahrelange Überzeugungsarbeit und einige Bestechungsmaßnahmen, um die anderen Familienmitglieder für meine diesjährigen Oster-Reisepläne zu begeistern.

Ich hatte schon so viel über Island gelesen, so viele Bilder gesehen, so viele Geschichten gehört… das musste ich mir einfach alles einmal mit eigenen Augen anschauen.
Da ein sehr lieber Freund vor gar nicht langer Zeit eine ähnliche Reise gemacht hat und er Vorbereitung und Dokumentation mindestens so gern mag wie ich, konnte ich für die Reiseplanung auf einen großen Fundus an Fotos, Erfahrungen und Empfehlungen zurückgreifen und aus den “das müsst ihr unbedingt anschauen” (sehr viele) und “das kann man weglassen” (eher selten) -Hinweisen eine hübsche Reiseroute zusammenbauen. Ein großes Dankeschön dafür! 🙂

Bevor wir hier aber anfangen, müssen wir gemeinsam ein paar Grundlagen erarbeiten, damit ihr dem Blog die nächsten Tage überhaupt folgen könnt. Island ist ja für viele von uns sowohl landschaftlich als auch sprachlich Neuland und Worte wie der Name dieses berühmten Vulkans, der vor ein paar Jahren den halben europäischen Flugverkehr zum Erliegen brachte (die Älteren unter uns erinnern sich), fühlen sich für unsereinen vielleicht zunächst ein wenig sperrig an. 😀
Wir sich gleich herausstellen wird, aber völlig zu unrecht. 😉 Viele Bezeichnungen hier sind recht logisch aufgebaut und lassen sich durchaus irgendwie ableiten, sofern man denn die notwendigen Grundbegriffe beherrscht. Also hier für euch Teil 1 des Crash-Kurses an – für den Durchschnittstouristen hilfreichen – isländischen Bezeichnungen. (Ich frage das später ab!)
Wir beginnen mit fünf (sechs) einfachen Begriffen, die einem in diesem Land definitiv am häufigsten begegnen, nämlich foss (Wasserfall), vatn (See oder Wasser), jökull (Gletscher), vík (Bucht) und fjalla bzw. fell (Berg).
Wenn ich euch jetzt noch verrate, dass Reykja so viel wie ‘rauchende’ bedeutet, wisst ihr, dass es sich beim Namen der Hauptstadt von Island beispielsweise um die rauchende Bucht handelt. Und wenn man noch weiß , dass Eyja für “Insel” steht, lässt sich sogar der Name dieses unaussprechlichen Vulkans Eyjafjallajökull herleiten. Eyja – fjalla – jökull. Ich vertraue auf eure kombinatorischen Fähigkeiten.
Ihr seht… ein Kinderspiel. Ab sofort könnt ihr bei jedem Gespräch zur isländischen Landschaft und Natur problemlos mit einsteigen. Wir werden das soeben Erlernte in den nächsten Tagen gemeinsam weiter ausbauen und festigen. Dranbleiben lohnt sich also. 😀
Nun da ihr entsprechend vorbereitet seid, eine kurze Beschreibung der Reiseroute. Unser Ausgangspunkt war der Flughafen in Keflavík, eine kleine Hafenstadt im Südwesten von Island ganz in der Nähe von Reykjavík. Von dort ging es gleich ohne Zwischenstopp weiter in den Norden der Insel nach Myvatn. (“My”… sind Mücken und damit ist Myvatn natürlich der…?). Nach Myvatn dann morgen weiter auf der Ringstraße, die einmal um die Insel führt, mit einem kurzen Abstecher zu den Ostfjorden, nach Süden und schließlich an der Südküste entlang gen Reykjavík.
Absolut unerlässlich vor jeder Fahrt in Island ist ein Blick auf die website road.is.

Die website wird alle paar Minuten aktualisiert und zeigt an, welche Straßen befahrbar und welche geschlossen sind. Sie gibt außerdem Informationen zu den Witterungsbedingungen, zu Temperatur, Windrichtung und Windstärke. Das Wetter in Island ist unberechenbar und kann in kürzester Zeit umschlagen. Auf unserer Fahrt waren es eben noch fast 10 Grad und nur wenig bewölkt und plötzlich gerieten wir in eine Art Mini-Schneesturm – der aber zum Glück genauso schnell wieder vorbei war, wie er begonnen hatte. Für unsere erste Fahrt durch die isländische Einsamkeit mitten in der Nacht dennoch eine Demonstration der Naturgewalten, die gar nicht unbedingt nötig gewesen wäre. 🙂
Was die Umgebung und Landschaft auf unserer erster Fahrt angeht, wusste man gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Endlose Ebenen wechseln sich ab mit einer Art Heidelandschaften und kurz darauf fand man sich inmitten von Lavafeldern oder zwischen schneebedeckten Bergen wieder. Man merkt, der Winter ist hier noch nicht ganz vorbei. Viele Seen sind noch gefroren, viele Felder noch mit Schnee bedeckt.





Alles ist weit und gerade zu späterer Stunde sehr einsam. Teilweise sind wir fast 100km gefahren, ohne dass uns ein anderes Auto entgegenkommen wäre. Größere Ortschaften gibt es auf der Insel generell nur wenige und in diesem Teil gar keine bis man nach Akureyri ganz im Norden kommt. Dort allerdings gibt es dann dafür die hübschesten Ampeln überhaupt.

Aber auf dem Weg dahin… hin und wieder steht ein einzelnes Haus in der Ferne und wenn man Glück hat auch mal eine einsame, Selbstbedienungs-Tankstelle mit genau einer Zapfsäule. Aber sonst… nichts. Naja, außer der vielen hübschen Islandpferde natürlich. 🙂







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