Mývatn – Heiße Quellen und Vulkane

Ich beginne unsere Urlaube ja gern mal damit, leicht übermütig gleich an Tag 1 so lange Wanderungen zu unternehmen, dass ich mir nicht nur den Unmut der gesamten Reisegesellschaft zuziehe, sondern wir uns auch mehrere Tage nur noch unter Schmerzen bewegen können. Da ich das mittlerweile weiß, bin ich in der Lage, darauf entsprechend zu reagieren und die Planung adäquat anzupassen. Also… beim nächsten Mal dann. Vermutlich. Hoffentlich. Vielleicht. :-p

Ich kann auch gar nicht genau erklären, wie es dieses Mal genau dazu kommen konnte. Wir besprachen beim Frühstück die Wanderrunde – bis zu welchem Vulkankegel, über welches Lavafeld und an welcher Höhle wir vorbeilaufen wollten und irgendwie müssen wir dabei vergessen haben, dass wir die Strecke – da es sich nicht um einen Rundweg handelte – ja auch noch zurücklaufen mussten. Und so wurden aus den ursprünglich geplanten 7,5 km dann fast 15 km. Für solch ungeübte Urlaubswanderer, wie wir es sind, durchaus eine Strecke, die, auch wenn sie nicht über Vulkangestein, Schnee, Eis, Schlamm und Sand geführt hätte, nicht spurlos an einem (bzw. an den Füßen) vorbeigeht.

Davon abgesehen war es eine ganz fantastische Route – zunächst durch die Felsspalten von Stóragjá…

…. bis zur Höhle Grjótagjá. Früher konnte man in der Höhle baden, aber durch Lavaausbrüche in der Nähe liegt die Wassertemperatur mittlerweile bei über 50 Grad. Die Game of Thrones Fans unter euch könnten die Höhle vielleicht kennen, hier haben sich Jon Snow und Ygritte näher kennengelernt. 🙂

Anschließend über ausgedehnte alte Lavafelder…

zum erloschenen Vulkan Hverfjall. (Ihr wisst ja sicherlich noch, was ‘fjall’ bedeutet, richtig?!)

Angeblich gibt es in Island ja unfassbar viele Schafe (es sollen sogar mehr Schafe als Menschen sein). Allerdings werden diese wohl erst in ein paar Tagen oder Wochen (wenn alle Lämmer groß genug sind) auf die Weiden getrieben und so sind uns bisher noch keine begegnet. (Dafür aber umso mehr von diesen wunderschönen Islandpferden.) Was es aber gibt, sind zahlreiche Zäune zur Abtrennung der verschiedenen Weiden. Damit diese aber nicht zum unüberwindbaren Hindernis für tapfere Wanderer wie uns (und möglicherweise auch andere Menschen) werden, gibt es in regelmäßigen Abständen kleine (sehr steile) Leitern über die Zäune. Sehr praktisch.

Mývatn liegt genau auf dem so genannten Mittelatlantischen Rücken – also da, wo plattentektonisch gesehen die nordamerikanische und eurasische Platte aneinander stoßen. Das Ergebnis ist ein Gebiet, das übersät ist mit Vulkankratern und heißen Quellen, in dem an mehreren Stellen heißer Dampf aus dem Boden aufsteigt und in dem einem immer wieder ein ganz besonderer (gar nicht mal so angenehmer) Schwefelgeruch entgegenschlägt, den man so schnell nicht wieder aus der Nase bekommt. 🙂

Damit ist es aber gleichzeitig auch der ideale Ort für eines der schönsten Natur-Thermalbäder, das man sich vorstellen kann. Und auch wenn man sich an den Geruch nicht wirklich ganz gewöhnt, dann doch zumindest so weit, dass es sich – nach dem man sich noch fix an der direkt an den Pool angebauten Bar ein Kaltgetränk besorgt hat – im warmen Wasser ausgesprochen gut entspannen lässt. Gerade nach so einer langen Wanderung. 😉 Das war wirklich ein wunderbares Erlebnis.

2 Antworten zu „Mývatn – Heiße Quellen und Vulkane”.

  1. Avatar von klausklammer
    klausklammer

    Ach wie schön, wenig Menschen, viel Gegend, da werde ich ganz neidisch. Habt weiterhin eine schöne Zeit 👋

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    1. Avatar von glueckaufreisen

      In der Tat. Dieser Teil gefällt mir auch besonders gut 😊

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