Wandern auf Bora-Bora

Ihr kennt das schon – einem faulen Tag muss zumindest ein klein wenig Aktivität folgen. Also hatte ich für heute eine moderate (!) Wanderrunde rausgesucht. Es ist auch nicht so, dass die Auswahl besonders groß gewesen wäre, denn in meinen Wanderapps wurden auf Bora-Bora neben dieser nur noch zwei oder drei weitere Routen auf der ganzen Insel angezeigt.

Also die Flipflops gegen die festen Schuhe getauscht und die Badeklamotten gegen Tshirts und kurze Hosen und mit dem Auto zum in der App angegebenen Startpunkt der Wanderstrecke gefahren. Dort angekommen fanden wir reichlich Vegetation und ein paar (eingezäunte) Privatgärten vor, aber keinen Wanderweg. Also ein Stück weitergefahren zur zweiten Route in der App – dort dasselbe Bild. Unser letzter Versuch war, dem Tipp von Julien zu folgen – Eigentümer des definitiv besten Frühstückrestaurants der Insel. Er meinte, für eine kleine Wanderung sollten wir einfach eine der neu angelegten Tsunami-Evakuierungsrouten nehmen. Die wären auf jeden Fall begehbar und würden bergauf ins Inselinnere führen.

Gesagt, getan. Und tatsächlich war da erst eine befestigte Straße (davon gibt es auf den Inseln nicht viele) und dann ein etwas breiterer Weg. Also für die ersten 200m oder so.

Dann wurde das Ganze zunächst zu einem engen Pfad und schließlich zu dichtem Dickicht, in dem der Weg wenn überhaupt nur schemenhaft zu erkennen war.

Nach ein paar Minuten trafen wir auf eine einheimische Familie mit 3 (sehr) kleinen Kindern, die uns auf dem ‚Weg‘ entgegen kam. Wie alle Menschen, die uns bisher hier begegnet sind, waren sie superfreundlich, fragten uns, ob wie Hilfe brauchten und wo wir hinwollten. Ich erklärte unseren Plan, weiter bergauf zum Aussichtspunkt zu wandern. Sie fragten, ob wir den Weg kennen. Ich verneinte und meinte, wir würden es einfach versuchen und, wenn es nicht klappt, würden wir einfach wieder umkehren. Daraufhin blickte die Frau mich mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Sorge an, schaute dann zu ihrem Mann, der, wie ich jetzt feststellte, zwar barfuß aber mit einer Machete ausgestattet unterwegs war und meinte schließlich, sie würde nur schnell die Kinder nach Hause bringen und könnte uns dann den Weg zeigen. Vielleicht hatte sie zusätzlich zur ihrer ausgesprochen beeindruckenden und liebevollen Freundlichkeit auch ein wenig Sorge, dass im Regenwald verschollene Touristen eventuell schlecht für den Ruf von Bora-Bora sein könnten. 😀

Natürlich haben wir das sehr liebe Angebot abgelehnt. Ein paar verrückte deutsche Touristen durch den Regenwald lotsen zu müssen, wollten wir ihr auf keinen Fall zumuten.

So stapften wir – begleitet von den besten Wünschen der Familie – noch eine Weile bergan auf dem, was wir glaubten, das der Weg sein könnte, den der Mann gerade mit der Machete freigekämpft hatte. Relativ zügig aber, als der Weg wirklich nicht mehr und vor uns nur noch sehr viel Grün zu erkennen war, beschlossen wir, dass wir für diese Art Abenteuer weder gemacht noch ausgerüstet waren. Ich denke, es war die Erinnerung an das Bild der Machete, dass die letzten Mitglieder der Reisegesellschaft überzeugte.

Und so drehten wir um, vorbei an Bananenstauden, Mangobäumen, Papaya- und Kokospalmen und Brotfruchtbäumen. Von der Brotfrucht (Uru) hatte ich tags davor ein sehr leckeres Gratin probiert. Ziemlich weich in der Konsistenz und geschmacklich recht süß vielleicht ein wenig Richtung Karotte. Sehr gut. 🙂

Nun, wenn wir nicht wandern dürfen, müssen wir wohl doch schweren Herzens stattdessen an den Strand. 😉 Noch eine kleine Runde durch das „Stadtzentrum“ von Vaitape, dem Hauptort der Insel. Neben zwei Feuerwehrautos, der kleinen Polizeistation, einer Bank, dem Büro des Bürgermeisters, einem Postkasten, den üblichen Obstständen, einer Kirche, zwei Supermärkten und einem zentralen Festplatz, auf dem je nach Tag und Anlass ein Boxkampf, ein Volleyballtournier oder eine Tanzvorführung stattfindet, gibt es hier vor allem eines…

zahlreiche eGeschäfte für die berühmten tahitianischen schwarzen Perlen…

und -nicht nur hier sondern auf der ganzen Insel verteilt- gibt es tatsächlich noch funktionsfähige Telefonzellen.

Da uns der Strand gestern so gut gefallen hat, ging es nochmal zum Matira Beach. Diesmal auch die Unterwasserkamera eingepackt und den (lächerlichen) Versuch gestartet, vielleicht durch das Wasser bis zum Riff laufen zu können. Das Wasser ist nicht tief und man kann bis weit hinein stehen, aber der Weg zum Riff ist dann doch deutlich zu weit. 🙂 Aber wie wunderschön ist dieses Wasser, dieser Strand, diese Weite, oder?!

Die Jungs hatten auf jeden Fall ihren Spaß und die Sonnenanbeterin, die mit uns reist, auch. 😉

Und dann kam doch tatsächlich zur großen Überraschung aller noch eine kleine Meeresschildkröte vorbei. Was für ein Glück. 🥰

2 Antworten zu „Wandern auf Bora-Bora”.

  1. Avatar von Lioba
    Lioba

    Natürlich… Die deutschen Touris wissen es besser als die Einheimischen und schlagen sich so durch das Gebüsch…😅.

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    1. Avatar von glueckaufreisen

      ja, nun. das konnte ja keiner ahnen 😀

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