Französisch-Polynesien die Dritte – Tahiti

Drei Tage Bora-Bora – Zeit für den nächsten Ortswechsel. Die Strände waren traumhaft und das Wasser ebenso, aber so richtig können wir den Hype um diese Insel nicht nachvollziehen. Moorea hat uns definitiv um Einiges besser gefallen. Vielleicht lag es aber auch ein wenig an unserer Unterkunft, bei der wir diesmal ein nicht ganz so glückliches Händchen hatten. Ich weiß durchaus, dass in solchen tropischen Ländern auch gewisse größere Lebewesen mit sechs Beinen vorkommen. Nur ist es mir einfach lieber, wenn sie draußen wohnen und sich nicht die Dusche mit mir teilen wollen. :-S

Nach mehr als einer Woche in strahlendem Sonnenschein begrüßte uns Tahiti mit der Hauptstadt Papeete in strömendem Regen. Ich erzählte der Reisegruppe, dass es sich laut Reiseführer mit dem Regen hier in etwa so verhält wie auf Hawaii. Es regnet öfter mal und wenn, dann recht heftig, aber in der Regel nur kurz. Und tatsächlich, kurz nachdem wir unsere Unterkunft bezogen hatten, klarte der Himmel auf. Diesmal gab es an unserem ‚Zuhause auf Zeit‘ wirklich nichts zu beanstanden. Ein hübsches kleines Häuschen mit allem, was man braucht, ganz für uns allein. Eine großartige Lage etwas weiter oben in den Bergen und eine fantastische Aussicht auf den Regenwald drumherum und das Meer.

Da es tatsächlich aussah, als würde es vorerst trocken bleiben, machten wir uns auf zu unserem ersten Ausflugsziel auf Tahiti: den Pointe Vénus. Hier gibt es nicht nur einen besonders hübschen Strand mit schwarzem Sand und dem gleichen glasklaren Wasser…

sowie einen kleinen Leuchtturm…

sondern auch ein paar interessante Monumente. Zum einen zur Ankunft der ersten Europäer und der ersten Missionare auf Tahiti.

Und zum anderen zur berühmten Meuterei auf der Bounty. Die Geschichte in kurz: Kapitän William Bligh, der schon unter James Cook durch die Südsee gekreuzt war, hatte den Auftrag bekommen, Brotbaumsetzlinge von Tahiti in die Karibik zu bringen. Die Bounty war ein kleines Boot und es gab immer wieder Konflikte an Bord. Nach einem sechsmonatigen Aufenthalt auf einem sehr gastfreundlichen Tahiti hatten nicht alle Mannschaftsmitglieder Lust, wieder etliche Monate auf dem überfüllten Boot (1.000 Baumableger + Crew) zu verbringen. Die Bounty sticht schließlich in See und nach ein paar Wochen meutert der 2. Offizier Fletcher Christian zusammen mit 21 Männern der Besatzung. Kapitän Bligh wird zusammen mit 18 Männern, die zu ihm halten, auf einem Beiboot ausgesetzt.

Die Bounty segelt unter dem Kommando von Fletcher Christian zurück nach Tahiti. Bligh und seine Männer schaffen es völlig überraschend ohne jede Ausrüstung innerhalb von zwei Tagen nach Timor zu navigieren – alle Männer überleben. Von den Meuterern dagegen werden mehrere im Rahmen einer Strafexpedition gefangengenommen – drei von ihnen werden hingerichtet. Fletcher und acht seiner Männer segeln weiter zur unbewohnten Insel Pitcairn. Bis auf einen sterben aber am Ende alle oder bringen sich gegenseitig um. Der einzige Überlebende – John Adams – zeugt 23 Kinder mit 10 Frauen (die er aus Tahiti mitgebracht hat) und ist damit der Vorfahre nahezu aller heute auf Pitcairn lebenden Einwohner.

Was gibt es noch am öffentlichen Strand am Point Vénus? Natürlich Menschen die Boule spielen- schließlich sind wir hier ein bisschen wie in Frankreich. Und Menschen, die Volleyball spielen. (An einem vom Regen noch nassen Strand mit schwarzem Sand kann man ausgesprochen gut erkennen, wer beim Spiel ganzen Körpereinsatz zeigt. :-D)

Auf dem Weg zurück noch schnell in den Supermarkt gehüpft, um ein paar Sachen für das Abendessen zu besorgen. Zwei, drei interessante Beobachtungen dazu. 1) In Französisch-Polynesien gibt es (derzeit) eine Art Sperrstunde. Wochentags nach 18 Uhr und am Sonntag nach 12 Uhr darf kein Alkohol verkauft werden.

2) Momentan herrscht Eier-Knappheit auf Französisch-Polynesien. Auf Moorea hatten wir davon nichts gemerkt, aber schon auf Bora-Bora hatte man uns erzählt, dass es nicht genügend Futter für die Hühner der Insel gäbe und sie deswegen keine Eier legen. Wenn es überhaupt Eier zu kaufen gibt, dann begrenzt auf maximal einen Karton pro Familie. Was bei uns in Coronazeiten das Klopapier, sind hier aktuell die Eier. 😀

3) Die Auswahl an frischem Fleisch beschränkt sich in der Regel auf verschiedene (Grill-)Würstchen und hier und da mal bestimmte Stücke vom Rindfleisch. Hühnchen nur selten und wenn dann vorwiegend die Schenkel. An Fisch dagegen gibt es, wenig überraschend, immer ein großes und vielfältiges Angebot.

Kaum zu Hause angekommen, setzte der Regen wieder ein. Diesmal sollte der Reiseführer jedoch nicht recht behalten- es regnete die ganze Nacht in Strömen. Mal sehen, wie es morgen aussieht. 🙂

3 Antworten zu „Französisch-Polynesien die Dritte – Tahiti”.

  1. Avatar von klausklammer
    klausklammer

    Folgefrage zur „Sperrstunde“: Stimmt es, dass man dort keinen gekühlten Alkohol außerhalb von Restaurants erwerben kann?

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    1. Avatar von glueckaufreisen

      Ja, das stimmt in der Tat. Alkoholische Getränke dürfen bei Verkauf nicht kälter als Zimmertemperatur sein. Woher weißt du denn das schon wieder? 🤔

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  2. Avatar von klausklammer
    klausklammer

    Das war mehr ein „ich meine es Mal gelesen zu haben“ Halbwissen, welches durch die Beschreibung der „Sperrstunde“ reaktiviert wurde.

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