Unser erstes Ziel unserer ersten Etappe war Cape Breton Island – eine Insel ganz im Osten der Provinz Nova Scotia (Neuschottland) am Atlantischen Ozean. Cape Beton Island, das mit dem Festland über eine Straße verbunden ist (genauer mit einem so genannten Causeway, einer Dammstraße), ist berühmt für seine wunderschöne Natur und im Besonderen für den so genannten Cabot Trail – eine der schönsten Panoramastraßen von Nordamerika.
Bei unserer Ankunft zeigte sich Cape Breton Island allerdings von seiner eher nassen, verregneten Seite, so dass wir die Fahrt entlang des Cabot Trails und die geplante Wanderung auf dem Skyline Trail (der eine besonders großartige Aussicht und Szenerie zu bieten haben soll) in der Hoffnung auf besseres Wetter auf morgen verschoben. Ersatzweise fiel die Wahl auf den Besuch des Alexander Graham Bell Museums mit kurzen Zwischenstopps bei ein oder zwei Wasserfällen entlang des Weges.


Bell stammte ursprünglich aus Schottland, hatte sich aber in Baddeck – einem Ort auf Cape Breton Island – ein zweites Zuhause geschaffen. Dieses Zuhause ist mittlerweile ein Museum über Bell und seine zahllosen Erfindungen. Am berühmtesten ist dabei natürlich die Erfindung (oder ganz präzise eigentlich eher die Weiterentwicklung) des Telefons. (Dem interessierten Leser empfehle ich, sich ein wenig durch das Thema Patentstreit rund um die Erfindung des Telefons zu googlen. 🙂

Übrigens, angeblich der erste Satz, der verständlich per Telefon übermittelt wurde, soll am 10. März 1876 „Mr. Watson, come here I want to see you!“ gewesen sein, als Bell mit seinem Assistenten Thomas A. Watson im Nebenzimmer seine Telefon-Apparatur testete.

Tatsächlich aber hat Bell noch Vieles mehr erfunden und war auf vielen Gebieten sehr umtriebig. Zu Beginn vor allem im Bereich Sprachtherapie und als Gehörlosenlehrer. Später zeigte er auch besonderes Interesse am Thema Luftfahrt. Nach Bells Meinung waren Drachenkonstruktionen der Schlüssel zu stabilen und tragfähigen Flugmaschinen.



Und dabei war Bell für seine Zeit – wenn auch nicht unbedingt in Bezug auf die Konstruktion von Fluggeräten – schon sehr vorausschauend:

Das Haus von Bell liegt tatsächlich wunderschön auf einer Anhöhe über dem Bras d’Or See – einem großen Salzwassersee im Zentrum von Cape Breton Island und an einem weniger verregneten Tag hätten wir sicherlich noch eine kleine Wanderung in dieser Gegend gemacht.

Stattdessen steuerten wir zunächst einen kleineren Wasserfall entlang der Route an. Dazu muss man wissen… im Gegensatz zu der großen Straße, die einmal rings um die Insel führt, sind die allermeisten kleineren Straßen, die rechts und links vom „Highway“ (nur dem Namen nach ein Highway :-D) abgehen, in der Regel nicht asphaltiert. Und je weiter man sich vom Highway entfernt, um so kleiner und „natürlicher“ werden die Straßen oder vielmehr Schotter- und Erdwege.

Aber es regnete, die Wege waren matschig, wir wollten schon gern diesen Wasserfall sehen und irgendwie führte da ja eine Art Straße hin. Nur befinden sich Wasserfälle ja in der Regel in Gegenden mit steil abfallenden geologischen Formationen. Lasst es mich so sagen… ich halte mich (wie wir das ja vermutlich alle tun ;-)) nicht für einen allzu miserablen Autofahrer… aber auf einer matschigen Waldstraße mit einem respektablen Abhang zur einen und stattlichem Wald- und Wurzelwerk zur anderen Seite und etwa je 30 Zentimeter Platz zu beiden Seiten einen Van mehrere hundert Meter rückwärts wieder aus der Wasserfallbesichtigungs-Sackgasse herauszufahren ist ein Abenteuer, was ich gar nicht zwingend so häufig wiederholen muss. (An dieser Stelle auch ein besonderes Dankeschön an die Mitreisenden, die in diesem Moment um wirklich ganz leise zu sein, scheinbar sogar zwischenzeitlich das Atmen eingestellt hatten. Auch wenn ich mir kaum vorstellen kann, dass man mir eine gewisse Nervosität eventuell angemerkt haben könnte. :-D)
Der Wasserfall war im Übrigen ganz hübsch. :-p



Wasserfall Nummer 2 – die so genannten Egypt Falls – war dann aber doch noch eine andere Hausnummer und hier war an ein Nah-Heranfahren nicht zu denken. Auf einem Wanderweg, den man an vielen Stellen eher erahnen als sehen konnte, ging es durch den Wald recht steil bergab. Auf nassem, matschigem Untergrund eine ganz hervorragende Idee – gut, dass unsere Unterkunft sowohl Waschmaschine als auch Trockner hat. Aber gelohnt hat es sich am Ende doch, denn wenn der Regen einen guten Effekt hatte, dann den, dass die Wasserfälle allesamt reichlich Wasser führten und dadurch noch größer und schöner waren.










Hinterlasse einen Kommentar