Was ein bisschen klingt wie einer der Charaktere bei Asterix & Obelix ist in Wahrheit die Hauptstadt der kanadischen Provinz Nova Scotia und bildet den Abschluss unserer ersten Etappe dieses Sommerurlaubs. Fast die Hälfte der Einwohner von Nova Scotia lebt in Halifax (um die 415.000 Einwohner).
Mir persönlich hat die Stadt sehr gut gefallen – möglicherweise hat auch die Tatsache ein wenig dazu beigetragen, dass wir tatsächlich zwei weitere Sonnentage nacheinander hatten – es war schon fast ein wenig unheimlich. Irgendwie traute man der Idylle nicht… zum Glück zog am Ende von Tag 2 dann doch noch ein Unwetter auf. Nicht dass wir uns noch zu sehr an den Sommer gewöhnen. 🙂

Halifax ist eine wirklich schöne Mischung aus einer beschaulichen Kleinstadt mit hübschen – europäisch beeinflussten – Häusern auf der einen und einem geschäftigen Handelshafen und Finanzdistrikt auf der anderen Seite. Schön und ungewöhnlich für das, was wir bisher von Kanada gesehen haben, ist, dass man viele Ziele in der Stadt auch gut zu Fuß erreichen kann. Auch wenn man dafür mitunter kräftig bergauf spazieren muss, da sich kurz hinter dem Hafenviertel der Citadel Hill erhebt.
Auf dem Citadel Hill findet sich das Wahrzeichen der Stadt: eine Zitadelle (Fort George) aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es ist gut zu wissen, dass am Wochenende Punkt 12 Uhr mittags die Kanone abgefeuert wird. Denn wenn man das vorher weiß, erschrickt man sich nämlich nicht wie wahnsinnig, wenn man zufällig genau zu dieser Uhrzeit gerade kurz vor dem Eingang der Zitadelle steht und es einen mörderischen Knall gibt, so dass man denkt, irgendetwas in der Nähe wäre soeben explodiert. 😉




Das (touristische) Zentrum der Stadt bildet der Wooden Boardwalk – eine fast vier Kilometer lange Uferpromenade. Diese lässt sich einfach ganz hervorragend entlang spazieren und dank zahlreicher Stände, Märkte, Restaurants und Cafés ist auch jederzeit für das leibliche Wohl gesorgt.









Und falls man doch mal eine Pause braucht, finden sich überall entlang des Weges Stühle oder Hängematten. Die Stühle – die ein wenig an Gartenstühle erinnern – gibt es dabei in den unterschiedlichsten Farben, wobei rot ein wenig häufiger vorzukommen scheint. Auch bei Peggy’s Cove hatten wir diese Stühle schon gesehen.


Natürlich fehlt es so einer Stadt auch nicht an Märkten aller Art…



…und mit wunderschönen, grünen Gärten und Parks kann Halifax ebenfalls aufwarten.





Außerdem war Halifax noch Schauplatz einiger interessanter historischer Ereignisse und war die Heimat oder zumindest Wirkungsstätte mancher berühmter Persönlichkeiten. So wurde beispielsweise Samuel Cunard – der Gründer der Reederei Cunard Lines – in Halifax geboren. Ursprünglich wurden die Cunard Lines als „British and North American Royal Mail Steam Packet Company“ für die Beförderung der Post von England nach Kanada gegründet. Heute gehört Cunard zu Carnival Cruises und betreibt unter anderem die Kreuzfahrtschiffe Queen Mary 2 und Queen Elizabeth.

Im Maritime Museum of the Atlantic kann man (neben vielen anderen Dingen) Artefakte zu gleich zwei bedeutenden historischen Ereignissen bestaunen.

Das erste ist die große Explosion von 1917. Am 6. Dezember 1917 kollidierten in der Hafeneinfahrt von Halifax zwei Frachtschiffe miteinander. Eines der beiden – das französische Schiff „Mont Blanc“ hatte Munition geladen. Es geriet in Brand und explodierte wenige Minuten später. Fast 2.000 Menschen starben. Teile es Schiffes wurden noch in einer Entfernung von über 10 Kilometern von der Unglücksstelle entfernt gefunden.


Das zweite steht im Zusammenhang mit dem Untergang der Titanic am 15. April 1912. Denn während die Überlebenden der Katastrophe von der Carpathia (übrigens ein Schiff von Cunard Lines) aufgenommen und nach New York gebracht wurden, wurden die meisten der von verschiedenen Schiffen geborgenen Opfer nach Halifax gebracht. 150 von den 337 gefundenen Opfern wurden in Halifax beigesetzt.




Es gibt noch viele andere spannende Geschichten und Informationen im Maritime Museum, aber die Ausstellung zur Titanic ist doch mit Abstand am interessantesten auch wegen der vielen Originaldokumente, Zitate, Briefe oder auch Gegenstände, die aus dem Meer geborgen werden konnten und in Halifax ausgestellt sind.
Mit dem Ende der ersten Etappe dieses Urlaubs wird auch unsere Reisegruppe ein wenig kleiner und die gute Fee reist wieder zurück über den Atlantik. Für den Rest von uns geht es weiter nach Philadelphia – die Aufregung und Vorfreude bei manchen Reisegruppenmitgliedern kann man förmlich mit Händen greifen. 🙂






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