
Von den vielen aufregenden Zielen auf dieser Reise war Grönland für mich auf jeden Fall das, auf das ich am meisten gespannt war und es stand schon länger recht weit oben auf meiner schon häufiger erwähnten „da möchte ich unbedingt auch mal hin“ Liste. Allerdings musste zunächst bereits kurz vor unserer Abreise aus Reykjavik die Route geändert werden, da wir die beiden ursprünglich geplanten Häfen Nanortalik und Qaqortoq nicht würden anlaufen können. Stattdessen würden wir nun zum einen Paamiut ansteuern – eine Stadt im Südwesten von Grönland – und zum anderen einen Tag durch den Prinz Christian Sund fahren. Nun gut… zumindest ein Stopp in Grönland und die Fahrt durch – will man dem Reiseführer glauben schenken – eine der sehenswertesten Wasserstraßen. Aber der Wettergott hatte andere Pläne und so fiel auch Paamiut aufgrund zu starker Strömungen und Winde ganz buchstäblich ins Wasser. Paamiut selbst hat nur etwa 1.200 Einwohner und es gibt auch nicht wirklich viel zu sehen, aber für das „Erlebnis Grönland“ wäre ich schon gern von Bord gegangen. Dann müssen wir wohl noch einmal herkommen. Vielleicht versuchen wir es dann mit Kurzbesuchen in verschiedenen grönländischen Orten. Allerdings ist man auch dabei entweder auf das Schiff oder das Flugzeug (oder bei manchen Orten im Winter auch auf das Schneemobil) angewiesen, denn es gibt zwischen den einzelnen Städten in Grönland keine Straßenverbindungen.
Großartige Bilder (zumindest von der Küste vor Paamiut) gab es dennoch – vielleicht auch ein wenig wegen der nicht ganz so idealen Wetter-, Wolken- und Nebellage. 🙂




Bei unserer Fahrt durch den Prinz Christian Sund schien den Wettergott dann aber doch irgendwie das schlechte Gewissen ereilt zu haben, denn er schenkte uns einen Tag wie aus dem Bilderbuch. Für die Fahrt durch diese wirklich spektakuläre Kulisse hätten wir es nicht besser treffen können. Nichts, was ich schreibe, könnte die Schönheit und Weite ausreichend beschreiben. Gletscher, Eisberge, schroffe Felsen und Wasserfälle, irgendwo im Nichts ein paar Hütten einer unglaublich abgelegenen winzigen Siedlung. Es war atemberaubend schön.












Tja und dann, vielleicht ja ein wenig als vorauseilende Wiedergutmachung für das, was die nachfolgenden Tage kommen würde, wurde uns nachts noch ein unglaubliches Schauspiel geboten. Dass wir es überhaupt gesehen haben, haben wir nur unserem großartigen (und wirklich unterhaltsamen) ehemaligen NASA-Mitarbeiter zu verdanken, der plötzlich zu später Stunde in die Bar kam, in der man gerade saß und meinte, wenn man jetzt schnell an Deck ginge, könnte man die Aurora Bolearis – die Polarlichter sehen. So schnell hatten wir es vorher noch nie die fünf oder sechs Decks nach oben geschafft. :.-D
Glaubt mir – das ist ein Erlebnis, das man nicht mehr vergisst. Es war unglaublich kalt mitten in der Nacht vor der Küste von Grönland. Ich glaube, wir hatten um die 2 Grad Celsius. Aber das hätte ich mir um nichts der Welt entgehen lassen wollen. Es war unbeschreiblich. Mit bloßem Auge war es schon verrückt zu sehen, wie am Himmel plötzlich grüne und violette Lichter tanzten und die verrücktesten Formen in den Himmel schrieben. Aber durch die Kamera waren die Farben noch viel intensiver und deutlicher zu sehen. Es war wirklich einfach phänomenal.




Gletscher und Polarlichter statt tatsächlichem Anlanden in Grönland? Das schien mir am Ende dann doch ein fairer Deal. 🙂







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