Panama & Guatemala – Spätlese

Das war es schon wieder. So schnell sind zwei Wochen Mittelamerika schon wieder vergangen. Und wieder haben wir eine ganz andere Welt kennenlernen dürfen. Und auch festgestellt, dass die Zeit wieder viel zu kurz war. Guatemala müssen wir auf jeden Fall noch einmal auf unseren Zettel schreiben, um Ort wie Semuc Champey, Tikal und den Lago de Atitlán zu besuchen.

Vielleicht mieten wir dann auch hier mal ein Auto – die Regeln kennen wir jetzt eigentlich soweit. Das Verkehrsverhalten schien insgesamt recht ähnlich zwischen Panama und Guatemala. Im Grunde gibt es drei grobe Regeln, die wir auch so von zuhause kennen: für Krankenwagen wird Platz gemacht. An roten Ampeln wird angehalten. Die Geschwindigkeitsbegrenzung wird – unter Hinzufügen einer gewissen selbstgewählten Toleranz – im Großen und Ganzen beachtet. Ansonsten läuft der Rest, soweit man das als Kurzbesucher beurteilen kann, relativ regelfrei ab. Der Blinker ist maximal ein Dekoelement – soweit überhaupt noch vorhanden. Eine Einrichtung wie der TÜV scheint nicht zu existieren. Vor dem Ranfahren an Kreuzungen ohne Ampeln wird für gewöhnlich gehupt, um das Kommen anzukündigen – wer zuerst hupt, darf zuerst fahren. Fahrspuren werden als grobe Orientierung bei gut fließendem Verkehr allgemein akzeptiert. Bei Stau oder stockendem Verkehr scheinen alle Spuren aufgehoben und wo die Markierungen auf der Straße zwei oder drei Spuren suggerieren könnten, fahren auch schon mal fünf oder sechs Fahrzeuge parallel nebeneinander. Es gilt das Recht des Stärkeren oder vielleicht eher Wagemutigeren – oder vielleicht auch nur desjenigen, der am wenigsten am Wohlergehen seines Fahrzeuges hängt.

Wem das mit dem selbst-Auto-fahren zu unsicher ist, der kann sonst auch einfach den Bus nehmen. Der wäre zwar hierzulande auch nicht zwingend durch den TÜV gekommen, aber dafür waren alle, die wir gesehen haben, wirklich sehr hübsch und farbenfroh angemalt und konnten sich schon sehen lassen. 😀

Bei Überlandfahrten fühlten wir uns ein wenig an die ukrainische Autobahn erinnert. Zebrastreifen, Bushaltestellen, Wende- und Abbiegespuren – alles gang und gäbe. Außerdem in sehr regelmäßigen Abständen kleine (winzige) Obst- oder Gemüsestände mit Kokosnusswasser oder frisch vor Ort geschnittenen und abgepackten Melonen, Papaya oder Mango. Manchmal nicht mehr als ein paar Säcke Zwiebeln am Straßenrand.

Was gibt es sonst noch zu wissen so als Tourist in diesen Ländern? 

Zu allererst, dass es unglaublich interessante und liebenswerte Länder sind, in denen sich hervorragend Urlaub machen lässt. Ein paar Regeln sollte man beachten – so sind wir nie nach Einbruch der Dunkelheit auf Überlandstraßen gefahren (vor allem auch wegen der teilweise schlechten Straßenqualität abseits der Panamerica) und waren außer in den Touristenhochburgen Antigua, Boquete oder der Casco Viejo von Panama City nicht nachts zu Fuß unterwegs. Und wie schon geschrieben haben wir bestimmte Viertel in den großen Städten gemieden. Aber davon abgesehen sind uns in beiden Ländern fast ausschließlich freundliche, hilfsbereite und aufgeschlossene Menschen begegnet. Viele von ihnen haben uns gesagt, wie sehr sie sich freuen, dass wir in ihrem Land Urlaub machen und waren traurig, ob des teilweise weniger guten Rufes ihrer Heimat als Urlaubsland. Also wenn ihr Lust auf ein neues, spannendes Reiseziel habt… Panama und Guatemala können wir auf jeden Fall empfehlen!

Und sonst noch?

  • Dass es nicht nur von Vorteil ist, zumindest ein paar Brocken Spanisch zu beherrschen, sondern an manchen (gerade abgelegeneren) Orten für die Verständigung sogar unerlässlich. Im Zweifel muss dann der Übersetzer oder die KI weiterhelfen. 🙂
  • Dass es unzählige freilaufende Hunde gibt. Bis auf wenige Ausnahmen allerdings alle friedlich.
  • Dass man das Wasser aus der Leitung eher nicht trinken und in Guatemala generell und in Panama außerhalb von Panama City auch nicht zum Zähneputzen verwenden sollte.
  • Dass die Abwassersysteme in beiden Ländern eher nicht dafür ausgelegt sind, dass man das Toilettenpapier mit in der Toilette hinunterspült – sondern in einem entsprechenden Eimer entsorgt. (Definitiv nicht mehr Lieblingsaspekt dieser Reise.)
     
  • Dass es sich bei öffentlichen Toiletten lohnt, sich vor dem Betreten der Kabine nach einem Toilettenpapierspender umzuschauen – oft gibt es in der Kabine selbst kein Papier. 😉

Mai ist hier übrigens offiziell der Beginn der Regenzeit. Allerdings ist es in den ersten Wochen oft so, dass es nicht allzu oft und wenn dann nur recht kurz, aber stark regnet. Da es dennoch dauerhaft warm ist, trocknet alles (inklusive einem selbst) sehr schnell wieder. Erst in den nächsten Wochen ist es wahrscheinlich, dass es auch mehrere Stunden am Stück oder sogar ganze Tage durchregnet. Wir hatten insgesamt mehr als nur sehr großes Glück mit dem Wetter und bis auf zwei oder drei sehr kurze Schauer in der ganzen Zeit, war es immer trocken. Da aber dennoch schon Nebensaison ist, sind viele der Sehenswürdigkeiten, Wanderwege, Parks, Strände usw. im Mai schon viel weniger stark besucht und man hat sie manchmal ganz für sich allein. Also eigentlich die ideale Reisezeit.

  • Streetfood findet man im übrigen immer und überall, ob an kleinen Ständen oder aus Kofferräumen heraus gereicht. Wie experimentierfreudig man hier sein möchte, hängt sicherlich von der Robustheit des eigenen Magens und der Menge an mitgebrachten Kohletabletten ab. Wir haben – der Empfehlung des Reiseführers folgende – meistens davon Abstand genommen. Man muss sein Glück ja nicht allzu sehr herausfordern.
  • Kochbananen (Plantanen) und Bananen sind zwei grundsätzlich verschiedene Dinge. Obacht! 😉
  • Die Fantasorte „Manzana“ (Apfel) schmeckt wie sehr, sehr süße Apfelschorle.
  • Es gibt überraschend viele Pelikane in Panama City. 
  • Sowohl in Panama City als auch in Guatemala City gibt es verrückt viel Stau. Da schien weder der Wochentag noch die Uhrzeit einen Unterschied zu machen.
  • Das traditionelle panamaische Gericht „Ropa Vieja“ (bedeutet soviel wie „alte Kleidung“) wird in der englischen Variante der Speisekarte gern mal mit „Steak“ übersetzt. Allerdings ist es eher ein Rindfleisch-Paprika-Zwiebel-Eintopf mit unterschiedlich fett- und sehnenreichen Fleischstücken in Sauce. Lecker aber eben kein „Steak“, wie man es erwarten würde. 😉
  • Keine Angst, falls ihr euch in Panama mit dem Auto einer der festen Polizeikontrollstationen nähert. Mit Panamas Lage direkt zwischen zwei Kontinenten und der Beliebtheit als Schmuggelroute werden hier immer mal Fahrzeugkontrollen durchgeführt. Alles Standardprogramm und nichts Ungewöhnliches. Generell haben wir im Übrigen – gerade in den Touristenzentren – sehr viel (positive) Polizeipräsenz erlebt. In Guatemala übernehmen übrigens zum Teil auch private Sicherheitsfirmen oder auch Mitarbeiter des Militärs die Aufgaben der Polizei. Auch das… wie uns ein freundlicher und sehr redseliger Taxifahrer mitteilte – ganz alltäglich.
  • In beiden Ländern scheint man im übrigen eine besondere Vorliebe für diese großen Buchstabenplastiken zu haben. Jeder noch so kleine Ort, jede Provinz, ach jeder Stadtteil hatte ein riesiges und meistens buntes „Ich liebe xxx“ oder „Willkommen in xxx“.

Für uns gab es nach dem intensiven Aktivprogramm der zwei Wochen noch eine Woche Füße hochlegen und Nichts tun. Und das bei 28 Grad und Sonnenschein und gemeinsam mit der guten Fee und allen drei Musketieren. Was für ein großes Glück. Das größte dieser Welt. ❤ Aber keine Sorge… die Planung für den nächsten Weltenbummel läuft bereits. 😉

2 Antworten zu „Panama & Guatemala – Spätlese“

  1. Avatar von Lioba Rhode
    Lioba Rhode

    Liebe Anja, es war wieder soooo schön, ein wenig auf eurer Reise dabei zu sein und tolle Eindrücke von Südamerika zu erhaschen 🤩. Ich bin gespannt, was als nächstes auf der Reise-Buket-Liste steht. Und über die TÜV-Sache sprechen wir beim nächsten Mittagessen, da hab ich noch ein paar Fragen 😅. Willkommen zurück im geordneten Deutschland 😉.

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  2. Avatar von Renate Lehmann
    Renate Lehmann

    Liebe Anja, es hat uns wieder riesigen Spaß gemacht, mit Euch unterwegs zu sein. Selbst beim Lesen am Computer waren manche Abenteuer wirklich atemberaubend! Danke, wir freuen uns schon auf die nächste Reise und wünschen Euch jetzt eine schöne Sommerzeit zu Hause. Ganz liebe Grüße aus Dresden

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